US-Konjunkturzahlen beruhigenDax schließt im Plus

Ein besseres Konsumklima in den USA gibt den Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder etwas Hoffnung. Der Dax beendet den Handel nach einer Berg- und Talfahrt mit einem kleinen Plus. Analysten sind jedoch noch misstrauisch, sie warten auf die US-Arbeitsmarktdaten.
Der Dax beendete den Handel 0,2 Prozent im Plus bei 5925
Zählern. Auf Monatssicht verbuchte das Börsenbarometer aber ein kräftiges Minus
von 3,62 Prozent. Für den MDax ging es am Dienstag um 0,50 Prozent auf 8149,15
Punkte aufwärts. Der am Vortag noch gestiegene TecDax gab hingegen um 0,14
Prozent auf 741,85 Punkte nach. Die US-Börsen präsentierten sich zum
Handelsschluss in Europa uneinheitlich. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,4
Prozent, der S&P 500 um 0,3 Prozent. Der Nasdaq-Composite tendierte dagegen
nahezu unverändert.
Auf beiden Seiten des Atlantiks waren die jüngsten
US-Konjunkturdaten das Hauptthema auf dem Parkett. Während sich das
Verbrauchervertrauen in den USA im August leicht verbesserte, deuten Daten aus
der Region um Chicago aber auf eine Abkühlung der weltgrößten Volkswirtschaft
hin. Entsprechend zurückhaltend bewerteten Analysten die Zahlen. Sie warten die
am Mittwoch kommenden ersten Indikatoren für den großen US-Arbeitsmarktbericht
Ende dieser Woche ab. "Die jüngsten Äußerungen von Präsident Obama haben
zwischen den Zeilen bereits durchblicken lassen, dass die Arbeitsmarktdaten
wohl enttäuschen werden", heißt es.
Wenig Wirkung auf den Aktienmarkt hatten die Zahlen vom
deutschen Arbeitsmarkt, wonach die Zahl der Arbeitslosen im August unter den
Stand von vor der Finanzkrise 2008 gefallen ist. "Deutschland bleibt
weiter ein Vorzeigekandidat, aber auch das verpufft am Markt, weil alles nur
auf die US-Konjunktur schaut", sagte ein Händler.
An der Dax-Spitze standen Bayer mit einem Plus von 2,4
Prozent auf 48,18 Euro. Grund war ein Forschungserfolg mit dem
Anti-Thrombosemittel Xarelto. Die in Stockholm vorgestellten Ergebnisse zu
Xarelto seien ermutigend, zitierten Händler aus einer Kurzstudie der Bank of
America/Merrill Lynch. Den Studiendaten zufolge hat sich der Gerinnungshemmer
im Vergleich mit einer Standardtherapie als gleichsicher erwiesen.
Die Titel des Halbleiterkonzerns Infineon setzten dagegen ihre
Talfahrt vom Montag nach dem Verkauf ihrer Mobilfunksparte an Intel fort und
verloren 0,8 Prozent auf 4,40 Euro. Börsianer sagten, der Verkauf sei seit
langem erwartet worden und habe den Infineon-Aktienkurs gestützt. "Nachdem
die Nachricht jetzt gekommen ist, machen einige eben Kasse", erklärte ein
Händler. Auf Jahressicht liegen die Infineon-Titel 27 Prozent im Plus, während
der Dax nur sieben Prozent gewonnen hat.
Auch die Aktien von K+S mussten einen Abschlag von 0,4 Prozent
auf 41,28 Euro hinnehmen. Die Analysten der Credit Suisse haben ihre
Gewinnschätzungen für 2010 und 2011 um elf beziehungsweise zehn Prozent
reduziert. "Die Kalipreise dürften im zweiten Halbjahr
höchstwahrscheinlich sinken", hieß es.
Im TecDax waren die Papiere von Nordex gefragt, die zeitweise
um bis zu 3,5 Prozent auf 7,45 Euro zulegten. Zum Handelsschluss blieb ein Plus
von 1,7 Prozent auf 7,31 Euro übrig. Nach Angaben des Bundeskartellamts will
Ventus Venture Fund GmbH seinen Anteil an dem Windkraftanlagebauer auf über 25
Prozent aufstocken. "Sowas hilft natürlich der Aktie", sagte ein
Händler.
Zu den Verlierern im MDax gehörten die Anteilsscheine
von ProSiebenSat.1 mit einem Minus von 1,9 Prozent. Händler machten dafür
Gewinnmitnahmen verantwortlich, nachdem die Papiere seit Mitte Juli rund 34
Prozent zugelegt hatten.