Wirtschaft
Die Bullen sind zurück auf dem Frankfurter Börsenparkett.
Die Bullen sind zurück auf dem Frankfurter Börsenparkett.(Foto: picture alliance / dpa)

Mittelgroße stehen im Fokus: Dax schließt mit dickem Plus

Tag der Aufholjagd an der Frankfurter Börse: Zum Schluss gibt der deutsche Leitindex nochmal Gas und schließt oberhalb der 9300-Punkte-Marke. Mit guten Vorgaben von der Wall Street kehrt die Kauflaune zurück. Die Verluste vom Vortag sind vergessen.

Nach dem Rücksetzer im späten Handel am Dienstag geht es an der Frankfurter Börse am Mittwoch wieder kräftig nach oben. Die Wall Street hatte mit guten Vorgaben die Kauflaune eingeleitet.

Der Dax legte um 1,6 Prozent zu auf 9315 Punkte. Der MDax gewann 1,0 Prozent und schloss bei 16.176 Zählern, der TecDax stieg um 1,4 Prozent auf 1259 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,8 Prozent nach oben auf 3090 Punkte.

Unterstützung kam von den US-Börsen, die nach Handelsschluss in Europa am Dienstag zulegten. Im späten US-Geschäft hatten Dow und Co die Verluste aus dem frühen Handel wettgemacht. "Kurzfristig sind die Perspektiven positiv", sagt Marktanalyst Wieland Staud von Staud Research. Einmal mehr kamen maue Daten von der zweitgrößten Volkswirtschaft: Chinas Dienstleistungssektor hat sich im Oktober verlangsamt. Der Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC und des Instituts Markit sank auf 52,9 Punkte von 53,5 Zähler im September. Und so werden erneut Spekulationen geschürt, Regierung und Notenbank planen bald neue Maßnahmen gegen eine allzu starke Abkühlung der Konjunktur.

Großer Tag der "Kleineren"

Darüber hinaus hatten Anleger wieder eine Reihe von Zahlen zum Begutachten. Allerdings fehlten die Unternehmen aus der ersten Reihe. Unter anderem liessen sich Axel Springer, der Roboterbauer Kuka, Gabelstaplerhersteller Kion, die Hannover Rück sowie die Autozulieferer Norma und ElringKlinger in ihre Bücher schauen.

Bei den Einzelwerten könnte der US-Wahlausgang den Kurs des Dialysekonzerns FMC mittelfristig belasten. Ein von den Republikanern kontrollierter Kongress könnte nämlich versuchen, den Leistungsumfang der Krankenversicherung in den USA einzuschränken, heißt es. Die Aktie lag am Ende mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent im Dax-Mittelfeld. Schlusslicht waren die Titel von ThyssenKrupp, die nahezu unverändert zum Vortag schlossen.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von RWE und BASF, die sich um 3,6 Prozent beziehungsweise um 2,3 Prozent verteuerten. Weit oben landete auch ein anderer Anteilsschein: Von niedrigen Ölpreisen profitierten die Aktien von Lufthansa um 3,2 Prozent. Keine Kursbremse für die Fluglinie ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach die Luftverkehrssteuer vereinbar mit dem Grundgesetz ist.

Berichts-Marathon im MDax

Ansonsten lieferte die laufende Berichtssaison jede Menge Impulse - in Deutschland vor allem im MDax. Gut kamen die Quartalszahlen von Kuka an. "Wie erhofft werden alle Jahresziele erreicht, der Ausblick wurde bestätigt", sagte ein Händler und weiter: "Aber die wirkliche Überraschung ist der starke Ordereingang im vierten Quartal". Nach der sehr starken Performance der Aktie in den vergangenen Jahren müsse aber darauf geachtet werden, ob die Erwartungen mittlerweile nicht zu hoch gestiegen seien. Der Titel stieg um 5,1 Prozent.

Als solide wurden die Zahlen von Axel Springer gewertet. Zwar seien die Einmalaufwendungen höher als erwartet ausgefallen, der Ausblick wurde aber bestätigt. Die Aktie schloss nach zwischenzeitlichen Gewinnen von mehr als sechs Prozent mit einem Plus von 3,8 Prozent.

Kion gelang mit seinem Bericht eine Punktlandung. Dies gelte besonders für Auftragseingang und die Umsätze, hieß es. Auch der Ausblick sei wie erhofft bestätigt worden, die Gewinnkennziffern fielen sogar leicht besser aus als gedacht. Für die Aktie ging es um 4,3 Prozent nach oben.

Das Automobilgeschäft des Zulieferers ElringKlinger habe sich im abgelaufenen dritten Quartal weiter gut entwickelt, hieß es von Analyst Frank Biller von der LBBW zu den am Morgen vorgelegten Quartalszahlen. Der Kurs stieg um 1,3 Prozent.

Bilfinger-Aktie geht in den Sturzflug-Modus

Bei Brenntag gaben die Zahlen dem Kurs mächtig Schub - diese lägen überwiegend im Rahmen der Erwartungen, hieß es im Vorfeld. Der Kurs habe damit auch nach der leichten Erholung der vergangenen beiden Wochen noch Potenzial. Die Aktie schloss mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent.

Die Erholung bei Norma geriet bisher nicht wie erwartet ins Stocken. Bis auf den Nettogewinn hätten die Quartalszahlen die Erwartungen zwar getroffen, sagten Marktteilnehmer. Allerdings verfehlten sowohl die Margen- als auch die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr die Prognosen leicht, hieß es am Markt. Die Titel notierte am Ende 1,6 Prozent im Plus.

Entsetzte Gesichter dagegen bei Bilfinger: Zum vierten Mal binnen weniger Monate kassierte der Vorstand seine Jahresziele und löste damit an der Börse eine Vertrauenskrise aus. Um ganze 12,7 Prozent stürzten die Anteilsscheine ab.

Im SDax könnte die Aktie von Delticom derweil das Schlimmste hinter sich haben. Zunächst drückte die Gewinnwarnung vom Vorabend den Kurs noch einmal - die Aktie schloss aber mit einem Gewinn von satten 5,1 Prozent. Der TecDax-Wert Kontron profitierte laut Marktteilnehmern vom starken Auftragseingang und stieg um 0,5 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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