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10.000 kurz geknackt: Dax schließt nach Achterbahnfahrt im Minus

Kurz nach Handelsbeginn stürmt der Dax nach oben und markiert schnell den ersten Erfolg. Doch der Ausflug über die 10.000-Punkte-Marke währt nur kurz. Gewinnmitnahmen schicken den Leitindex am Ende mit einem Minus in den Feierabend.

Der Ausflug über die 10.000-Punkte-Marke war nur von kurzer Dauer: Der Dax kletterte in der Spitze um 0,7 Prozent auf 10.038 Zähler, das war der höchste Stand seit fünfeinhalb Monaten. Am Ende schloss der deutsche Leitindex mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 9934 Punkten. Der Nebenwerteindex MDax notierte 0,1 Prozent fester bei 17.016 Punkten, der TecDax fiel 0,5 Prozent auf 1339 Zähler.

Händler zeigten sich allerdings weiter optimistisch: "Der Dax will nach oben - neue Bestmarken sind nur noch eine Frage der Zeit", sagte ein Börsianer. Im Juni hatte der Leitindex ein Allzeithoch von 10.051 Punkten markiert. Hoffnungsträger vieler Anleger ist derzeit die Europäische Zentralbank (EZB). Investoren setzen darauf, dass die Notenbank ihre Geldpolitik schon bald weiter lockern und mit dem Ankauf von Staatsanleihenkäufe beginnen wird. Mit diesem umstrittenen Schritt würde die EZB mehr Geld in die Wirtschaft pumpen, um die schwächelnde Konjunktur in der Eurozone anzukurbeln und die extrem niedrige Teuerung zu erhöhen.

Alle Augen sind daher auf Donnerstag gerichtet, wenn der Rat der Notenbank unter Führung von EZB-Präsident Mario Draghi das letzte Mal in diesem Jahr zu seiner monatlichen Sitzung zusammenkommt. Marktbeobachter gehen zwar nicht davon aus, dass die Entscheidung über den Kauf von Staatsanleihen in dieser Woche fallen wird.

BASF profitieren von billigem Öl

Einer der größten Dax-Gewinner waren BASF mit einem Plus von 0,8 Prozent. Den Titeln hatte in den vergangenen Tagen der rasante Preisverfall bei Öl zu schaffen gemacht. Anleger befürchteten, dass die Öl- und Gastochter Wintershall unter dem Ölpreisrückgang leiden könnte. "Heute sieht es aber erst einmal nach einer kleinen Erholung aus", sagte ein Börsianer. Die Ölpreise waren zu Wochenbeginn auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen, nachdem die Opec angekündigt hatte, trotz des Preisrutsches an ihrer Fördermenge festzuhalten.

An die Spitze der Dax-Rangliste standen jedoch andere: K+S konnten um 2,0 Prozent zulegen und belegten Platz eins. Händler meinten, eine Roadshow des Unternehmens habe Investoren überzeugt. "K+S sieht gute Perspektiven und hat das potenziellen Anlegern vermittelt", sagte ein Händler. Auch Deutsche Bank landeten mit einem Plus von 1,5 Prozent weit oben.

Auf der Verliererseite landeten die Titel der Lufthansa. Händlern zufolge drückte die Ausweitung des Pilotenstreiks die Aktien 1,2 Prozent ins Minus. Nach der Kurz- und Mittelstrecke hatten die Flugzeugführer seit dem frühen Dienstagmorgen auch die Arbeit auf Interkontinentalverbindungen niedergelegt. Es ist der inzwischen neunte Ausstand. Seit Jahresbeginn haben die Titel der Lufthansa fast sieben Prozent verloren, der Dax kommt im selben Zeitraum auf ein Plus von 4,3 Prozent.

Ganz hinten im Dax landeten jedoch RWE mit einem Minus von 2,0 Prozent und Merck mit 1,7 Prozent weniger.

Kursverluste mussten auch Salzgitter hinnehmen, die im MDax zweitweise um 9,5 Prozent einbrachen. Am Ende schlossen sie 7,4 Prozent im Minus. Für den Stahlkonzern ist derzeit noch nicht absehbar, welche Auswirkungen das Ende der Baupläne für die Pipeline South Stream hat. Mit der Pipeline sollte russisches Gas unter Umgehung der Ukraine bis nach Südeuropa geliefert werden. Salzgitter und die österreichische Voestalpine hatten im Januar erklärt, einen Großauftrag für die Pipeline erhalten zu haben.

SMA Solar erlebt Debakel

Schockiert zeigten sich die Anleger von SMA Solar, deren Aktien nach einer Prognosesenkung um 23 Prozent auf 15,37 Euro absackten. "Neben der enttäuschenden operativen Entwicklung befürchten wir auch einen Reputationsschaden für das Management", sagte LBBW-Analyst Erkan Aycicek. Schließlich habe das Unternehmen erst vor knapp einem Monat seine bereits reduzierten Jahresziele bekräftigt.

Der für die meisten Börsianer überraschende Aufstieg von Jungheinrich in die zweite Börsenliga hatte die Aktie des Gabelstapler-Herstellers angetrieben. Das Papier verteuerte sich um 2,7 Prozent. Jungheinrich ersetzt im MDax Sky Deutschland, wie die Deutsche Börse am Vorabend mitgeteilt hatte.

Der Online-Modehändler Zalando wird rund zwei Monate nach dem Börsendebüt Experten zufolge in den Kleinwerte-Index SDax aufsteigen. Für den MDax der mittelgroßen Werte wird es wohl noch nicht reichen. Die Zalando-Aktie fiel jedoch um 4,3 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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