Wirtschaft
Abwärts geht es am deutschen Aktienmarkt: Ist das die "überfällige Korrektur" im Dax?
Abwärts geht es am deutschen Aktienmarkt: Ist das die "überfällige Korrektur" im Dax?(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 29. Juni 2017

Keine Banken-Party in New York: Dax schließt tiefrot im Minus

Am deutschen Aktienmarkt zeigen die Trendpfeile nach unten: Der Leitindex durchbricht auf seiner Abwärtsfahrt eine Kursmarke nach der anderen. Auch am Tag 2 nach der Draghi-Rede reißen die Spekulationen um einen Kurswechsel bei der EZB nicht ab.

Der Auftakt war freundlich, doch dann ging es fast ungebremst abwärts: Im Frankfurter Handelssaal blicken Börsianer am Abend auf ausgeprägte Kursverluste. Der Leitindex Dax beendet den Donnerstagshandel 1,83 Prozent im Minus bei 12.416,19 Punkten. Das kurz vor Handelsschluss markierte Tagestief liegt bei 12.396,13 Zählern - und damit unterhalb der Marke von 12.400 Zählern. Gestartet war das Börsenbarometer am Morgen bei 12.707 Zählern, also mehr als 300 Punkte höher.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab ebenfalls kräftig nach und schloss 1,59 Prozent im Minus bei 24.431,27 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte im Donnerstagshandel nach einem ebenfalls freundlichen Start 2,15 Prozent ein auf 2173,22 Punkte. Der Eurostoxx50 verlor 1,8 Prozent auf 3471,33 Punkte.

Im Handel halten sich nach der Draghi-Rede vom Dienstag hartnäckige Spekulationen auf einen baldigen Kurswechsel der EZB. Der Euro setzte seinen Aufstieg fort und notiert über der Marke von 1,14 Dollar. Das hat Folgen für das Geschäft mit Aktien: "Der Dax wird ausgebremst vom starken Euro", erklärt n-tv Börsenkommentatorin Katja Dofel am Morgen. "Für Deutschland als Exportnation ist eine starke Währung ein Nachteil", bestätigt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

"Die überfällige Korrektur beim Dax kommt so langsam ins Laufen", fasste Daniel Saurenz von Feingold Research die Lage zusammen. "Damit nimmt man sich ein Beispiel an den US-Techaktien. Bisher ist es jedoch nicht mehr als ein kleiner Rücksetzer", schränkte der Marktbeobachter ein. Der Markt könne nach seinem 4000-Punkte-Lauf binnen 15 Monaten durchaus bis 12.000 Zähler fallen, "ohne dass die Welt untergeht".

Charttechnisch orientierte Beobachter sehen die Entwicklung dagegen mit Sorge: Mit dem Schlusskurs knapp über 12.400 hat der Dax seinen tiefsten Stand seit der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl vor über zwei Monaten erreicht. Damit habe der Leitindex die Seitwärtsspanne der vergangenen sechs Wochen nach unten verlassen, heißt es. "Nun droht die Fortsetzung der Korrektur zunächst bis auf 12.100 Punkte", sagte Jochen Stanzl, Marktanalyst von CMC Markets.

Mit den am Nachmittag vorgelegten Inflationsdaten aus Deutschland gerieten die Kurse an der Börse zusätzlich unter Druck. Der Preisauftrieb lieferte aus der Sicht vieler Marktteilnehmer neue Argumente für einen möglichen Kurswechsel in der europäischen Geldpolitik: Der Auftrieb bei den deutschen Verbraucherpreisen setzt sich im Juni fort. Die Inflationsrate stieg auf 1,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt auf Grundlage vorläufiger Daten mitteilte.

Zusammen mit einer robusten Kauflaune der Deutschen und den guten Konjunkturdaten aus der Eurozone habe dies der Spekulation um eine Wende in der Geldpolitik neue Nahrung gegeben, meinte ein Marktbeobachter. Das Anleihenbarometer Bund-Future verlor erneut mehr als 100 Ticks, die zehnjährige Rendite stieg auf 0,447 Prozent.

Weit oben auf der Verkaufsliste stehen am Abend zinssensible Titel wie RWE mit einem Minus von 3,2 Prozent auf. Infineon fallen in einem insgesamt schwachen Gesamtmarkt um 3,6 Prozent. Verkauft werden auch eher defensive Titel wie Beiersdorf, Bayer oder Henkel.

Gefragt bleiben dagegen die Banken, die von der Erleichterung nach dem Fed-Stresstest profitierten: Die Aktien der Commerzbank gehen am Abend mit einem Plus von 1,3 Prozent aus dem Handel. Der Börsenkurs der Deutschen Bank verbessert sich um knapp 0,5 Prozent. Alle übrigen Dax-Mitglieder beenden den Handelstag im Minus. Banken gelten zudem generell als Gewinner einer steileren Zinskurve, weil die Margen im Zinsgeschäft nun zunehmen.

Aktien aus dem Autosektor gaben dagegen nach. Der entsprechende europäische Branchen-Index fiel um 1,6 Prozent. "Der feste Euro bläst den exportorientierten Werten als Gegenwind ins Gesicht", sagte ein Marktteilnehmer. Fiat verlieren 3,1 Prozent und Peugeot 1,5 Prozent. Die deutschen Hersteller kommen mit kleineren Abgaben davon. Ähnlich stark abwärts ging es mit den zinsabhängigen Bauwerten und Versorgertiteln. Endesa geben 4,7 Prozent ab, Vinci 3,2 Prozent und Lafarge 2,4 Prozent.

Für etwas entspannteren Gesprächsstoff an der Börse sorgt auch der bevorstehende Börsengang des Essenslieferdienst Delivery Hero. Das einstige Startup dürfte mit dem Schritt aufs Parkett fast eine Milliarde Euro einsammeln. Damit ist Delivery Hero die größte Neuemission des Jahres im Frankfurter Aktienhandel. Insgesamt wurden zum Stückpreis von 25,50 Euro rund 39 Millionen Aktien ausgegeben, wie das 2011 gegründete Start-Up mitteilte. Am Freitag soll die Aktie des nach eigenen Angaben weltweit führenden Anbieters von Online-Lieferdiensten erstmals gehandelt werden.

Bei der Aktienzuteilung schöpfte Delivery Hero die Preisspanne von 22 bis 25,50 Euro voll aus. Das Unternehmen bietet unter verschiedenen Markennamen, wie etwa Pizza.de, Lieferheld oder Foodora, Internet-Plattformen für Essenslieferdienste an. Obwohl Delivery Hero hohe Verluste erwirtschaftet, wird das Unternehmen derzeit mit knapp 4,4 Milliarden Euro bewertet. Damit ist es immerhin fast halb so viel wert wie eine der größten Fluggesellschaften der Welt, die Deutsche Lufthansa.

Devisen: Euro schwebt über 1,14 Dollar

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Die anhaltenden Spekulationen auf eine straffere Geldpolitik im Euroraum drücken den Euro immer weiter nach oben. Am Abend kostet die Gemeinschaftswährung 1,1423 Dollar. Mit einem frühen Tageshoch bei 1,1435 Dollar markiert der Euro den zweiten Tag in Folge ein Zwölf-Monats-Hoch.

Die Europäische Zentralbank (EZB) errechnete bei der Festlegung der täglichen Referenzkurse einen Wechselkurs von 1,1413 US-Dollar für den Euro errechnet. Ein Euro entspricht außerdem 128,59 Yen, 0,87990 Pfund Sterling und 1,0935 Schweizer Franken.

Am Devisenmarkt habe die Mario Draghis Portugal-Rede vom Dienstag größere Nachwirkungen ausgelöst nach, meinten Beobachter. Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte sich optimistisch zu den Konjunkturaussichten geäußert. Börsianer werteten dies als Hinweis, dass die EZB ihr Anleihe-Ankaufprogramm im Volumen von derzeit 60 Milliarden Euro monatlich bald drosseln wird.

Bemühungen der EZB vom Mittwoch, die starke Marktwirkung der Draghi-Rede einzudämmen, wischten Börsianer beiseite. "Wenn wir wissen wollen, was die EZB plant, ziehen wir eine sorgfältig formulierte Draghi-Rede anonymen Quellen jederzeit vor", betonte Analyst Sean Sallow von der Westpac Bank. Er sehe den Euro auf dem Weg zu einem Kurs von 1,15 bis 1,16 Dollar.

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Dass die EZB am Mittwoch durchsickern ließ, Draghi sei am Vortag missverstanden worden, habe tatsächlich nicht viel genutzt, erklärte Commerzbank-Devisenexperte Ulrich Leuchtmann. Auffallend sei zum Beispiel Draghis Bemerkung zu den Wechselkursen gewesen, die in offiziellen Statements immer fehle, betont Leuchtmann. Offensichtlich habe vor allem das heftige Anziehen des Euro nach Draghis Rede die EZB nervös gemacht. Vor Draghis Rede lag der Euro noch bei knapp 1,12 Dollar.

Für Coba-Analyst Leuchtmann ist es offensichtlich, dass die EZB es mit "solchen Kommunikationstricks" nicht schafft, die Lawine, die Draghi losgetreten habe, zu stoppen. Zumal der EZB-Chef selbst in einer Podiumsdiskussion mit keinem Wort darauf eingegangen sei, dass er falsch verstanden worden sei. Sollte sich die rasante Euro-Aufwertung fortsetzen, dürfte die EZB ihre Kommunikation aber verstärken, erwartet Leuchtmann. Das habe sie zuletzt 2014 durchexerziert und damals Euro-Kurse über 1,40 Dollar verhindert.

USA: Keine Party an der Wall Street

Die US-Börsen haben am Verluste hinnehmen müssen. Der Dow Jones schloss 0,8 Prozent tiefer auf 21.287 Punkten. Der S&P-500  gab 0,9 Prozent auf 2419 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,4 Prozent auf 6144 Zähler.

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Bankenwerte stemmten sich gegen den negativen Trend, auch wenn sie sich der allgemeinen Risikoaversion nicht ganz entziehen konnten und bis zum Handelsende einen großen Teil ihrer Kursgewinner abgeben mussten. Der Sektor profitierte davon, dass die großen US-Banken auch den zweiten Teil des jüngsten Stresstests bestanden hatten. Die US-Notenbank hatte am Vorabend die Pläne für die Ausschüttungen an ihre Aktionäre genehmigt. Die Regulierer halten die Institute also inzwischen für gesund genug, dass sie kein Kapital mehr horten müssen - und es in einigen Fällen auch wieder an ihre Investoren zurückgeben können. Die US-Notenbank genehmigte erstmals die Kapitalausschüttungspläne aller 34 getesteten Banken, seit die Überprüfungen im Jahr 2011 begannen.

Einige Banken reagierten prompt. Die Bank of America hob ihre Dividende um 60 Prozent an, und die Citigroup will 19 Milliarden Dollar an ihre Eigentümer ausschütten, indem sie für 15,6 Milliarden Dollar Aktien zurückkauft und zudem die Dividende verdoppelt. Die Banken gelten aber auch als Gewinner der steiler werdenden Zinskurve, weil die Margen im Zinsgeschäft damit zunehmen.

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An Konjunkturdaten stand vor Handelsbeginn die dritte Veröffentlichung des US-BIP auf der Agenda: Die US-Wirtschaftskraft ist demnach mit plus 1,4 Prozent etwas stärker gewachsen als erwartet. Im Vorfeld befragte Experten hatten mit einer Wachstumsrate von 1,2 Prozent gerechnet. Dazu kamen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die oft als kurzfristiger Indikator zur Wirtschaftslage herangezogen werden.

In den USA sind in der Woche zum 24. Juni mehr Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt worden. Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl auf saisonbereinigter Basis um 2000 auf 244.000 Anträge, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Volkswirte hatten einen Wert von 240.000 vorhergesagt.

Die Erstanträge liegen seit geraumer Zeit auf einem historisch außergewöhnlich niedrigen Niveau. Für die Vorwoche wurde der Wert leicht nach oben revidiert, auf 242.000 von ursprünglich 241.000. Der gleitende Vierwochendurchschnitt fiel gegenüber der Vorwoche um 2750 auf 242.250 Erstanträge. In der Woche zum 17. Juni erhielten 1,948 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung. Dies war eine Zunahme gegenüber der Vorwoche um 6000.

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Insgesamt lieferten die US-Konjunkturdaten ein gemischtes Bild. "Einen nachhaltigen Effekt wird das nicht haben", meinte ein Marktteilnehmer. Der Markt sorge sich derzeit eher um das Wachstum im zweiten Quartal.

Im Dow-Jones-Index führten JP Morgan mit einem Plus von 1,5 Prozent und Goldman Sachs mit einem Kursaufschlag von 0,5 Prozent die Gewinnerliste an. Die Aktie der Citigroup legte um 2,8 Prozent zu, die Papiere der Bank of America stiegen um 1,8 Prozent und für die Aktien von Morgan Stanley ging es um 1,0 Prozent nach oben.

Die Technologieunternehmen gelten dagegen als eher negativ mit dem Zinsniveau korreliert, außerdem gibt es seit einigen Wochen Befürchtungen, die Kurse im Segment der Technologieaktien könnten zu weit nach oben gelaufen sein. Im Dow verloren Apple, Cisco, Intel und Microsoft zwischen 1,5 und 2,1 Prozent.

Blue-Apron-Börsengang floppt

Die amerikanischen Apotheken- und Drogerieketten Walgreens und Rite Aid haben ihre Übernahmevereinbarung im Volumen von ursprünglich 9,4 Milliarden Dollar abgesagt. Die Konzerne haben sich stattdessen auf eine andere Lösung geeinigt. Walgreens wird mit 2.186 Zweigstellen knapp die Hälfte der Rite-Aid-Filialen für 5,1 Milliarden Dollar übernehmen. Wie Rite Aid mitteilte, hat die zuständige Behörde FTC den Unternehmen signalisiert, dass sie ihre Genehmigung verweigern würde. Das Scheitern der Komplettübernahme hatte sich aber schon vorher angedeutet. Die Kartellbehörden sorgten sich, dass ein so großer Konzern zu viel Einfluss bei Verhandlungen über Krankenkassenprogramme von Unternehmen oder staatlichen Stellen haben könnte. Die Aktie von Rite Aid brach um 26,5 Prozent ein, Walgreens stiegen dagegen um 1,7 Prozent.

Als Flop erwies sich der Börsengang von Blue Apron. Die Aktien des Anbieters von Kochboxen waren zum Preis von 10 Dollar und damit am unteren Ende der schon auf 10 bis 11 Dollar gesenkten Angebotsspanne ausgegeben worden. Ursprünglich war eine Spanne von 15 bis 17 Dollar angepeilt worden. Zwar stiegen die Titel an ihrem ersten Handelstag in der Spitze bis auf 11,00 Dollar, zur Schlussglocke notierten sie aber wieder bei 10,00 Dollar.

Nach Handelsende sollte noch Nike die Ergebnisse für das vierte Quartal veröffentlichen. Der Adidas-Konkurrent nimmt derzeit eine Restrukturierung vor, in deren Rahmen die Belegschaft um 2 Prozent verkleinert und der Fokus stärker auf Kernmärkte und den Online-Handel gelegt werden soll. Die Aktie sank um 0,4 Prozent.

Asien: Kursgewinne in Asien

Kursanstiege bei Technologieaktien heben die asiatischen Börsen am Donnerstag in die Gewinnzone. Der japanische Leitindex Nikkei notierte im Handelsverlauf in der Nähe seines Zwei-Jahres-Hochs und schloss 0,5 Prozent fester bei 20.220 Zählern. Der breiter gefasste Topix legte 0,6 Prozent auf 1624 Punkte zu.

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Vor allem Technologie-Titel wie Advantest oder Hitachi fanden Käufer. Sie folgten damit der Nasdaq, die am Mittwoch den besten Handelstag seit Anfang November hingelegt hatte. "Wir sehen heute Kehrtwenden in einigen Sektoren", sagte Analyst Nobuhiko Kuramochi vom Broker Mitzuho Securities. Vor der Kommunalwahl in Tokio hielten sich aber viele japanische Investoren noch zurück. Die Abstimmung gilt als Stimmungstest für die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe.

In anderen asiatischen Märkten legten die Kurse ebenfalls zu, der MSCI-Index für die Region ohne Japan gewann knapp 0,9 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Mai 2015. Die chinesischen Börsen in Shanghai und Shenzen profitierten von Kursanstiegen bei Rohstoffwerten und stiegen um etwa 0,5 Prozent. Der Shanghai Composite schloss 0,5 Prozent im Plus bei 3188 Punkten.

In Hongkong steigt das Marktbarometer um 0,9 Prozent, das Bankenschwergewicht HSBC legt um 3,7 Prozent zu, Standard Chartered steigen um 3,2 Prozent. Die Aktie des Telekomausrüsters ZTE verteuert sich um 1,5 Prozent. Die Gesellschaft steht offenbar kurz davor, ihre Sparte ZTEsoft an Alibaba zu veräußern. BOC Hongkong gewinnen fast 4 Prozent und markieren ein weiteres Allzeithoch. Anleger setzten hier auf eine Sonderdividende, heißt es.

An der australischen Börse in Sydney steigt der S&P/ASX-200 im späten Geschäft um rund 1,0 Prozent. Auch hier sind es die Bankenwerte, die entscheidend für die Aufschläge verantwortlich zeichnen. Macquarie, National Australia Bank und Westpac klettern zwischen 1,8 und 2,1 Prozent.

Rohstoffe: Öl macht Anlegern Mut

Für die Ölpreise ging es nur anfangs deutlicher nach oben. Der jüngste Rückgang der US-Förderung nährte die Hoffnungen am Markt, dass die Preise nach der monatelangen Talfahrt nun einen Boden gefunden haben könnten. "Die niedrigen Preise schlagen jetzt auf die Förderung durch und wir gehen davon aus, dass diese im Jahresverlauf weiter zurückgeht", sagte Ökonom Barnabas Gan von OCBC. Andere Beobachter vermuteten jedoch, dass der Produktionsrückgang nur eine vorübergehende Folge von Sturmschäden sein könnte. Letztlich griff die Risikoaversion auch auf die Akteure am Ölmarkt über. Eine Rolle dürfte dabei auch eine Studie der Societe Generale gespielt haben: Die Analysten vermuten, dass es länger dauern wird als bislang erwartet, bis die Ölmärkte wieder im Gleichgewicht sind. Sie haben daher ihre Preisprognosen deutlich gesenkt. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI legte zum Settlement noch um 0,2 Prozent auf 44,93 Dollar zu, für Brent schloss 0,2 Prozent höher bei 47,42 Dollar.

Der Goldpreis legte dagegen nach den Gewinnen der vergangenen Tage den Rückwärtsgang ein, obwohl die Kursverluste an den Aktienmärkten und der schwächere Dollar eigentlich für das Edelmetall sprachen. Der Preis für die Feinunze fiel zum Settlement um 0,3 Prozent auf 1.245,80 Dollar. Nicht zuletzt die zunehmend positiven Aussichten für das globale Wachstum drückten auf den Preis für den "sicheren Hafen" Gold, so ein Teilnehmer. Zudem deuteten die jüngsten Aussagen der EZB, der Bank of England und der Bank of Canada auf ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik hin, worauf an den Anleihemärkten die Renditen stiegen. Steigende Zinsen sind negativ für das zinslos gehaltene Gold.

Quelle: n-tv.de

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