Wirtschaft
Der Markt glaubt daran, dass noch alles gut wird in Zypern.
Der Markt glaubt daran, dass noch alles gut wird in Zypern.(Foto: dpa)

Prinzip Hoffnung: Dax schließt über 8000 Punkte

Zypern bleibt weiter im Blick der Anleger: Medienberichte über den geplanten Verkauf der Laiki Bank an russische Investoren treiben Dax und Euro im Verlauf binnen Minuten nach oben. Auch wenn die Berichte dementiert werden, schließt der Dax über der Marke von 8000 Punkten.

Der Dax hat sich ungeachtet der Ablehnung des Euro-Rettungspakets durch das zyprische Parlament freundlich gezeigt. Das Börsenbarometer stieg um 0,7 Prozent auf 8001,97 Zähler. Der MDax verlor 0,22 Prozent auf 13.409 Punkte, der TecDax legte um 0,43 Prozent auf 921 Zähler zu.

Zypern bleibt eines der Hauptgesprächsthemen, nachdem am Vorabend die geplante und umstrittene Zwangsabgabe auf Bankguthaben zunächst zu Fall gebracht worden war. Nun sucht die politische Führung fieberhaft nach einem Ausweg aus der drohenden Staatspleite - die Hoffnungen ruhen derzeit vor allem auf Hilfe durch Russland. Zuletzt dementierte die Regierung Berichte, denen zufolge die Laiki Bank von Russen gekauft werden soll. Derweil berichtete die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen der Regierung und der Zentralbank Zyperns, dass die zyprischen Banken möglicherweise bis Anfang nächster Woche geschlossen bleiben werden.

Noch nicht verloren geben die Anleger die Idee, dass die Russen die Kredite Zyperns verlängern könnten: Zyperns Finanzminister Michalis Sarris berichtet von einem "sehr konstruktiven Verlauf" der Gespräche mit Russland über Finanzhilfen, konnte aber noch keinen positiven Abschluss vermelden. Die Verhandlungen mit Russland über eine Verlängerung eines Kredites über 2,5 Mrd. Euro laufen schon seit einiger Zeit.

An den Börsen wird zudem darauf gesetzt, dass die großen Notenbanken weiter Geld drucken und damit die globale Wirtschaft in Schwung halten. Damit rückt am Abend die Sitzung der US-Notenbank und ihr Ausblick auf die künftige Geldpolitik in den Fokus. Im Vorfeld des FOMC-Treffens haben Fed-Präsident Ben Bernanke und andere Top-Notenbanker signalisiert, dass ein Ausstieg aus der aktuellen ultralockeren Geldpolitik unwahrscheinlich ist, solange der wirtschaftliche Aufschwung in den USA nicht stärker zunimmt.

Als Signal für die Zuversicht der Anleger standen denn auch Finanztitel auf den Kaufzetteln der Anleger. Zu den größten Gewinnern zählten die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von 1,4 Prozent, obwohl das Geldhaus seine Rückstellungen für 2012 nachträglich um 600 Mio. Euro auf 2,4 Mrd. Euro angehoben hat. Allerdings hatten die Titel in den vergangenen beiden Tagen gut sechs Prozent verloren. Händler erklärten, viele Anleger setzten nun darauf, dass es keine weiteren Belastungen mehr geben wird.

ThyssenKrupp-Papiere legten mit dem freundlichen Start zeitweise zu, rutschten dann aber wieder ins Minus ab und lagen zum Xetra-Schluss mit minus 2,2 Prozent auf 16,99 Euro am unteren Dax-Ende. Der Stahlkocher muss vermutlich noch einmal fast eine Mrd. Euro auf die Werke in den USA und in Brasilien abschreiben. Der Markt hat bisher nur 400 bis 500 Mio. Euro Abschreibungsbedarf eingepreist.

Die Bayer-Aktie, die am Vortag noch unauffällig war, legte im Verlauf kontinuierlich zu und stieg erstmals in ihrer Börsengeschichte über 80 Euro. Der Titel schloss mit Plus 2,7 Prozent bei 80,36 Euro und eroberte damit den Spitzenplatz im Dax. Am Vortag hatte der Konzern Investoren zu einem "Meet the Management" nach Leverkusen geladen. "Aus unserer Sicht lieferte das Treffen eine optimistische Einschätzung für die Zukunft des Unternehmens in allen drei großen Sparten", hieß es beim US-Broker Jefferies.

Ansonsten standen einige Aktien aus der zweiten Reihe im Fokus. Der Verzicht von Rheinmetall auf einen Börsengang der Automotive-Sparte drückte die Aktien des Rüstungsherstellers um 6,8 Prozent ins Minus. Der Ausblick auf einen Gewinnschwund machte den Aktien des Kabelspezialisten und Autozulieferers Leoni schwer zu schaffen: Die Titel verloren 6,5 Prozent. Der Großküchenhersteller Rational enttäuschte die Anleger mit seinem Jahresergebnis, das unter den durchschnittlichen Prognosen der Analysten blieb. Die Titel büßten 7,5 Prozent ein.

Auf Talfahrt gingen zudem die Metro -Aktien nach der Vorlage endgültiger Zahlen und eines Ausblicks auf das laufende Jahr. Die Titel des Handelsriesen verloren 2,4 Prozent.

Die Aktien von Dialog Semiconductor im TecDax sprangen nach einer Kaufempfehlung durch die Berenberg Bank um 4,7 Prozent auf 12,24 Euro an.

Quelle: n-tv.de

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