"Angstmodus" vor dem EU-GipfelDax schwächer erwartet

Der deutsche Leitindex dürfte nach Einschätzung von Händlern angesichts neuer Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder abgeben. "Der Angstmodus ist wieder eingeschaltet", sagt ein Marktbeobachter.
Zum deutschen Handelsstart werden
angesichts neuer Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone niedrigere Kurse erwartet.
Dax"Ein Dax bei 6.350
Punkten ist wohl eine realistische Indikation für den Start", sagte ein
Händler. Die Aussage des ehemaligen griechischen Premiers Papademos, das Land
treffe Vorbereitungen für einen Ausstieg aus dem Euro, sei angesichts der
Faktenlage alles andere als eine Überraschung. Sie habe jedoch das mit dem EU-Gipfel
verbundene Enttäuschungspotenzial noch einmal ins Licht gerückt. "Vor den
Wahlen in Griechenland am 17. Juni gibt es für die Finanzmärkte keine Klarheit
in dieser Frage", sagt der Händler.
Weder zu Griechenland
noch zu Eurobonds dürfte es vom EU-Gipfel klare Aussagen geben, ist sich ein
anderer Händler sicher. Der Euro spiegle diese Prognose wider, er sei zum
Handelsschluss an der Wall Street zum US-Dollar ins Minus gerutscht und habe
den Fall unter das jüngste Viermonatstief von 1,2642 Dollar nur denkbar knapp
vermieden. Der Yen als sicherer Währungshafen sei hingegen gesucht.
"Der
Risiko-Appetit ist derzeit nur hauchdünn", sagt Richard Wiltshire von ETX
Capital in London. Den Forderungen Italiens und Frankreichs nach Eurobonds
werde sich Deutschland auf dem Gipfel mit dem Argument entgegen stellen, dass
zuvor erst die wirtschaftliche und fiskalische Integration in der Eurozone
vorangebracht werden müsse.
Auch an den asiatischen Börsen überwog am Mittwochmorgen der Pessimismus: der Nikkei-Index verlor bis kurz vor Handelsschluss zwei Prozent, der Shanghai-Composite lag ein Prozent schwächer.