Archiv

"Angstmodus" vor dem EU-GipfelDax schwächer erwartet

23.05.2012, 07:58 Uhr
Fragezeichen-120212
Anleger sind irritiert. Angeblich trifft Griechenland Vorbereitungen für einen Austritt aus der Euro-Zone. (Foto: REUTERS)

Der deutsche Leitindex dürfte nach Einschätzung von Händlern angesichts neuer Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone einen Teil seiner Vortagesgewinne wieder abgeben. "Der Angstmodus ist wieder eingeschaltet", sagt ein Marktbeobachter.

Zum deutschen Handelsstart werden

angesichts neuer Spekulationen über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone niedrigere Kurse erwartet.

Dax"Ein Dax bei 6.350

Punkten ist wohl eine realistische Indikation für den Start", sagte ein

Händler. Die Aussage des ehemaligen griechischen Premiers Papademos, das Land

treffe Vorbereitungen für einen Ausstieg aus dem Euro, sei angesichts der

Faktenlage alles andere als eine Überraschung. Sie habe jedoch das mit dem EU-Gipfel

verbundene Enttäuschungspotenzial noch einmal ins Licht gerückt. "Vor den

Wahlen in Griechenland am 17. Juni gibt es für die Finanzmärkte keine Klarheit

in dieser Frage", sagt der Händler.

Weder zu Griechenland

noch zu Eurobonds dürfte es vom EU-Gipfel klare Aussagen geben, ist sich ein

anderer Händler sicher. Der Euro spiegle diese Prognose wider, er sei zum

Handelsschluss an der Wall Street zum US-Dollar ins Minus gerutscht und habe

den Fall unter das jüngste Viermonatstief von 1,2642 Dollar nur denkbar knapp

vermieden. Der Yen als sicherer Währungshafen sei hingegen gesucht.

"Der

Risiko-Appetit ist derzeit nur hauchdünn", sagt Richard Wiltshire von ETX

Capital in London. Den Forderungen Italiens und Frankreichs nach Eurobonds

werde sich Deutschland auf dem Gipfel mit dem Argument entgegen stellen, dass

zuvor erst die wirtschaftliche und fiskalische Integration in der Eurozone

vorangebracht werden müsse.

Auch an den asiatischen Börsen überwog am Mittwochmorgen der Pessimismus: der Nikkei-Index verlor bis kurz vor Handelsschluss zwei Prozent, der Shanghai-Composite lag ein Prozent schwächer.

Quelle: ntv.de, DJ/rts