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SMA brechen ein: Dax setzt deutlich zurück

Das EZB-Anleiheprogramm ist weiter das dominierende Thema am Markt. Allerdings machen Anleger nach den Gewinnen der vergangenen Tage Kasse. Verstärkt wird der Effekt durch uneinheitliche US-Daten. Bitter sah es für SMA Solar aus.

Am deutschen Aktienmarkt ist Rekordhatz unterbrochen. Im Sog von Gewinnmitnahmen, durchwachsenen US-Konjunkturdaten und schwachen US-Börsen setzte der Markt deutlich zurück. Im frühen Handel markierte der Leitindex Dax zwar nochmals ein Allzeithoch bei nunmehr 10.811 Punkten. Abgesehen von dieser Episode handelt der Markt allerdings im Minus - und inzwischen knietief.

Am Ende verlor der Dax 1,6 Prozent auf 10.629 Punkte. Damit endete eine siebentägige Rekordserie. Der MDax büßte 1,5 Prozent auf 18.603 Stellen ein. Der TecDax sank um 1,6 Prozent auf 1478 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 fiel um 1,2 Prozent auf 3373 Punkte zurück. Vor allem Banken- und Autotitel stehen unter Druck. Nach dem jüngsten Kursfeuerwerk sei eine Korrektur gesund und gerechtfertigt, erklärte IG-Analyst Christian Henke.

Ungeachtet des Rücksetzers halten Händler den Aufwärtstrend angesichts der EZB-Geldschwemme aber für intakt. Allerdings waren zuletzt Stimmen laut geworden, die über eine Korrektur spekulierten. Doch selbst diese würde sofort zum Einstieg genutzt werden. Es stünden einfach noch zu viele Teilnehmer an der Seitenlinie, hatte es geheißen.

Derweil fiel der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA im Dezember überraschend stark. Wie das US-Handelsministerium berichtete, gingen die Orders auf Monatssicht um 3,4 Prozent. Ökonomen hatten dagegen mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet. Der Vormonatswert wurde auf minus 2,1 Prozent nach unten revidiert. Unerwartet robuste Daten kamen indes von den Neubauverkäufen sowie vom Verbrauchervertrauen.

Gewinnmitnahmen auf breiter Front

Nach dem Kurs-Feuerwerk machen Investoren nun zunächst Kasse.
Nach dem Kurs-Feuerwerk machen Investoren nun zunächst Kasse.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach einem fast zehn-prozentigen Kursanstieg in den vergangenen beiden Wochen nehmen Anleger im Eurozone-Bankensektor Kursgewinne mit, wie ein Händler vermutet. "Die immer flachere Zinsstrukturkurve macht den Banken schwer zu schaffen", sagt der Händler. Es sei äußerst fraglich, ob die Anleihekäufe der EZB die Kreditvergabe so stark ankurbeln können, dass diese die extrem niedrigen Zinsmargen überkompensierten. Bei Banken, die wie beispielsweise die Deutsche Bank einen großen Anteil der Gewinne im Geschäft mit Staatsanleihen erzielen, seien die Ertragsrisiken besonders groß.

Deutsche Bank verbilligten sich um 3,4 Prozent und gaben damit den größten Teil ihres bisherigen Jahresgewinn wieder ab. Händler nannten zudem Spekulationen auf schwache Quartalszahlen als Grund für die Verkäufe. Deutschlands größte Bank wird am Donnerstag ihre Bilanz für das vergangene Jahr und vermutlich rote Zahlen für das Schlussquartal präsentieren.Commerzbank gaben 2,2 Prozent nach. Aareal Bank büßen in der zweiten Reihe 2,4 Prozent ein.

Im Automobilsektor macht Goldman Sachs die Musik. Die Analysten sollen Daimler auf Buy von Conviction Buy gesenkt haben, Continental auf Neutral von Buy und BMW auf Sell von Neutral. Alle drei Titel geben stärker nach. Daimler sanken um 3,0 Prozent, BMW um 3,1 Prozent, Conti um 2,2 und Volkswagen um 1,6 Prozent.

Bei den Einzelwerte fallen zudem Siemens nach Zahlen um 3,0 Prozent. Anleger hätten auf bessere Quartalszahlen gehofft und nutzten die Gelegenheit, um Kasse zu machen. Siemens-Aktien haben seit Jahresbeginn knapp zehn Prozent zugelegt. Der Technologiekonzern verbuchte unter anderem wegen Verlusten aus Absicherungsgeschäften einen Gewinnrückgang.

Auf den Kauflisten standen indes unter anderen Deutsche Börse, die 1,2 Prozent gewannen. Fresenius kletterten 1,0 Prozent. K+S legten nach einer Hochstufung der Aktie auf Neutral von Sell durch die UBS 0,1 Prozent zu - und komplettieren das Gewinner-Trio.

Im TecDax brechen SMA Solar um 17,5 Prozent ein. Der Solarzulieferer baut angesichts erneut schrumpfender Umsätze und eines starken Preisdrucks weitere 1000 Stellen ab. Insgesamt will das Unternehmen von seinen 4667 Stellen bis Ende Juni 1600 streichen. "SMA produziert momentan Gewinnwarnungen am laufenden Band", sagt ein Händler. Es sei bereits die dritte in Folge. Dies mache es Anlegern schwer, in das Unternehmen zu investieren.

Quelle: n-tv.de

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