Wirtschaft
"Brazuca" (r), der Spielball für die Fußball-WM 2014 in Brasilien, liegt neben dem FIFA-WM-Pokal.
"Brazuca" (r), der Spielball für die Fußball-WM 2014 in Brasilien, liegt neben dem FIFA-WM-Pokal.(Foto: picture alliance / dpa)

Adidas gewinnt schon vor WM-Anpfiff: Dax steht an der Seitenlinie

Nach den Gewinnmitnahmen am Vortag legt der deutsche Aktienmarkt eine Pause ein. Frische Konjunkturdaten aus den USA und Europa liefern keine Impulse, die Umsätze bleiben dünn. Im Fokus steht die Fußball-WM.

Die Anleger an den europäischen Aktienmärkten haben sich am Donnerstag kaum aus der Deckung gewagt.

Dax und EuroStoxx50 notierten mit 9938 beziehungsweise 3285 Zählern je 0,1 Prozent niedriger.

Viele Anleger warten nach den Gewinnwarnungen vom Vortag ab. Es sei nicht der rechte Moment, um zuzukaufen, sagte ein Börsianer. Entsprechend dünn waren die Umsätze, was Marktteilnehmer auch mit der beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft erklärten.

"Zumindest zu Beginn der WM ist eine geringere Handelsaktivität auf dem Parkett wahrscheinlich", sagte Analyst Roger Peeters von Close Brothers Seydler Bank. Ab Donnerstag sei Brasilien schließlich der Nabel der Welt.

Auch an der Wall Street gaben die Indizes zur Eröffnung nach. Der Anstieg der Umsätze im US-Einzelhandel fiel für Mai mit plus 0,3 Prozent nur halb so deutlich wie mit 0,6 Prozent erwartet aus. Und auch der Wochenbericht vom Arbeitsmarkt war etwas schlechter als gedacht. Positiv wurde der Anstieg der Industrieproduktion der Euro-Zone im April aufgenommen. Er war mit 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat doppelt so hoch wie erwartet ausgefallen.

Belastend wirkte sich auch die Verschärfung der Lage im Irak aus, wo sich militante Islamisten auf dem Vormarsch befinden. Nach der Besetzung des türkischen Konsulats in Mossul besteht die Sorge, dass auch der Nato-Verbündete in den Konflikt hineingezwungen werden könnte.

Trotzdem allem bewege sich der Dax aber weiter auf einem hohen Niveau, sagte Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Broker GKFX. Er hielt es zwar für möglich, dass sich die Korrektur vom Vortag kurzfristig noch etwas ausweiten könnte. Anschließend könnte der Leitindex aber wieder an Schwung gewinnen und deutlich über die 10.000-Punkte-Marke klettern. Die Stimmung sei grundsätzlich gut, hieß es.

Zu den Favoriten im Dax zählten die Aktien des Sportartikel-Herstellers Adidas. Sie stiegen nach einem positiven Analystenkommentar um 0,9 Prozent.

Anleger strafen Lufthansa ab

Am Vortag hatten Prognosesenkungen der Lufthansa und des französische Stahlröhren-Herstellers Vallourec den Anlegern die Stimmung verdorben und den Dax unter die 10.000er Marke gedrückt. Beide Titel standen auch am Donnerstag weiter auf den Verkaufszetteln. Zwar konnten sich Lufthansa von einem zeitweiligen Minus von zwei Prozent erholen und fast das Vortagesniveau von 17,08 Euro erreichen. Doch zahlreiche Analysten reagierten mit Kursziel-Senkungen auf die Reduzierung der Ergebnisziele. Zuletzt notierte das Papier 1,3 Prozent leichter.

Auch mit Vallourec ging es weiter bergab, wenn auch etwas langsamer: die Titel verloren noch einmal 0,4 Prozent auf 34,85 Euro.

Im MDax setzten im Sog der Franzosen die Papiere des Stahlhändler KlöCo ihre Talfahrt fort und verloren 2,0 Prozent. Salzgitter büßten 0,6 Prozent ein, während der MDax Boden gut machte und um 0,1 Prozent zulegte.

Positiv reagierten die Hochtief-Anleger auf den möglichen Umbau bei Leighton. "Das neue Management scheint sehr auf ein Streamlining auf die profitabelsten Geschäftsbereiche zu setzen", sagte ein Händler, dem die geplanten Maßnahmen gefallen. Der Kurs verbesserte sich um 0,6 Prozent.

Hochtiefs australische Tochter will sich von drei Firmenteilen trennen, und damit die Verschuldung weiter abbauen. Der Verkauf könnte nach Analysteneinschätzungen rund 800 Millionen Austral-Dollar einbringen. Zudem könne danach auch die Dividende erhöht werden.

Im TecDax zogen Morphosys-Aktien um 1,7 Prozent an. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck will mit dem Biotechunternehmen gemeinsam an der Entwicklung neuer Krebstherapien arbeiten.

Ansonsten ist an den Handelstischen in Frankfurt, London, Paris, Mailand, Madrid und Zürich die Fußball-Weltmeisterschaft das alles beherrschende Thema. Am Abend gibt Gastgeber Brasilien gegen Kroatien den langersehnten Startschuss für das größte Sportereignis des Jahres. Die Deutsche Bank setzt in einer nicht ganz ernst gemeinten Studie auf England als Weltmeister 2014.

Quelle: n-tv.de

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