Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Börsen-Ausblick: Dax steht vor sanftem Advents-Aufschwung

Es ist zunächst einmal vollbracht: Der Dax knackt in der vergangenen Woche ein neues Rekordhoch. Aber auch in den kommenden Tagen rechnen viele Börsianer mit steigenden Kursen - wenngleich in etwas gemächlicher Weise. Andere weisen auf rare Impulsgeber hin.

Nach der Rekordjagd an den Börsen dürfte in der neuen Woche vorweihnachtliche Ruhe einkehren. "Die Aktienkurse werden bei sinkenden Umsätzen wohl leicht steigen", sagt Anlagestratege Matthias Thiel von MM Warburg. "Dabei kann der Dax durchaus neue Höchststände erklimmen, aber zu großen Kursbewegungen wird es angesichts der wenigen Konjunktur- und Unternehmensdaten wohl nicht kommen."

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Noch am Freitag trieben überraschend starke Wirtschaftsdaten aus den USA und Deutschland den Dax auf einen Rekordstand. Der Leitindex setzte kurz vor Handelsende eine neue Bestmarke bei 10.093 Punkten und schloss 2,4 Prozent höher bei 10.087 Zählern. Am Vortag schon hatten Spekulationen auf weitere EZB-Geldspritzen die Börse in Schwung gebracht.

Optimistisch für die kommenden Tage zeigt sich auch Jörg Rahn, Chefstratege bei Marcard, Stein & Co.: "Ich erwarte eine positive Woche, weil die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi letztlich zu negativ gesehen wurden." Jetzt dürfte sich am Markt die Einschätzung durchsetzen, dass der von Investoren heiß ersehnte Kauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) bereits im Januar anstehen könnte.

Auch IG-Markets-Analyst Gregor Kuhn setzt auf steigende Kurse: "Die Fantasie bleibt weiter am Köcheln, die Lockerungsmaßnahmen für die Euro-Zone sind nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben." Allerdings teilen nicht alle Börsianer diese Zuversicht. "Jenseits des Ölpreisrückgangs und der lockeren Geldpolitik sind global keine wirklichen Wachstumstreiber auszumachen", gibt Helaba-Experte Markus Reinwand zu bedenken. "Das fundamentale Kurspotenzial ist nach dem jüngsten deutlichen Anstieg der Notierungen ausgereizt."

Nur wenige Konjunktur- und Unternehmensdaten

In den USA rücken zunehmend negative Auswirkungen des niedrigen Ölpreises auf verschiedenste Unternehmen in den Blickpunkt. So werden die Anleger gespannt auf mehrere anstehende Informationstreffen für Analysten warten. Den Anfang macht am Montag die Dover Corp, die der Öl- und Gasindustrie zentrale Technologien zuliefert. Ihr Aktienkurs ist an den vergangenen acht Handelstagen um neun Prozent gefallen.

An Konjunktur- und Unternehmensdaten stehen nur wenige Highlights auf der Agenda: In Deutschland werden am Montag die Industrieproduktion für Oktober und am Donnerstag die Verbraucherpreise November erwartet. An diesem Tag steht zudem in den USA der Einzelhandelsumsatz im November an.

Vor allem der US-Online-Handel konnte nach Thanksgiving vom Start ins Weihnachtsgeschäft profitieren. Am Freitag schlossen der Dow-Jones-Index und der S&P 500 so hoch wie nie zuvor. Der Dow ging mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 17.958 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P kletterte ebenso um 0,2 Prozent auf 2075 Zähler wie der Index der Technologiebörse Nasdaq, der das Börsengeschäft auf 4780 Stellen beendete.

Quelle: n-tv.de

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