Wirtschaft
Die Frankfurter Börse reagierte leicht negativ auf das unter den Erwartungen ausgefallene Verbrauchervertrauen aus den USA.
Die Frankfurter Börse reagierte leicht negativ auf das unter den Erwartungen ausgefallene Verbrauchervertrauen aus den USA.(Foto: REUTERS)

US-Daten verderben Hochstimmung : Dax steigt neunten Tag in Folge

Über die 9900 Punkte steigt der Dax zwischenzeitlich - der Schwung der Jahresendrally beflügelt, am Nachmittag gibt ein überraschend starkes US-BIP zusätzliche Unterstützung. Später folgende Wirtschaftsdaten aus Übersee hingegen trüben die Stimmung etwas.

Die weltweite Hochstimmung an den Börsen zieht den Dax nach oben. Der deutsche Leitindex stieg den neunten Tag in Folge und legte seine bisher längste ununterbrochene Gewinnstrecke in diesem Jahr zurück. Bei 9921 Punkten erreichte das Börsenbarometer den besten Stand seit dem 7. Juli - und blieb kaum mehr als ein Prozent unter dem Rekordhoch bei 10.050 Punkten.

Die Frankfurter Börse reagierte jedoch leicht negativ auf das unter den Erwartungen ausgefallene Verbrauchervertrauen aus den USA. Dieses ist im November auf 88,7 von 94,1 im Vormonat gefallen. Erwartet wurde ein Anstieg auf 96,5. Auch wenn das Vertrauen leicht zurückgekommen ist, so liegt es dennoch weiter auf hohem Niveau. Nach Einschätzung der Helaba ist trotz der schwächeren Daten eine wirtschaftliche Expansion deutlich über dem Potenzialwachstum unverändert wahrscheinlich.

Der Dax schloss nach einer starken Performance am Ende nur noch 0,8 Prozent im Plus bei 9861 Punkten. Der MDax gewann 0,3 Prozent auf 17.044 Zähler, der TecDax fiel leicht auf 1340 Punkte.

Die Zeichen vor Beginn bereits auf einen kräftigen Schlussspurt des deutschen Aktienmarktes zum Jahresende: Die US-Wirtschaft scheint unerschütterlich und legte im dritten Quartal stärker zu als erwartet - Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Juli bis September mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,9 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Eine erste Schätzung hatte nur ein Plus von 3,5 Prozent ergeben.

Auch deutsche Unternehmer sind zuversichtlicher als gedacht - und die Notenbanken der wichtigsten Industrienationen tun ein Übriges: Zuletzt greift Chinas Zentralbank unterstützend ins Wirtschaftsgeschehen ein.

Das detaillierte Ergebnis zum Wachstum der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal birgt an diesem Tag keine Überraschung - es bleibt bei den bereits zuvor veröffentlichten 0,1 Prozent. Gute Nachrichten gab es aus Asien. So wurde das BIP zum dritten Quartal in Singapur drastisch nach oben revidiert. Anstelle der ersten Schätzung von plus 1,2 Prozent stieg es nun um 3,1 Prozent.

Energie-Konzerne drängen an die Spitze

Die Aktien der Deutschen Bank setzten sich auch in der Dax-Spitze fest. "Angesichts der laufenden Jahresendrally werden alle Titel gekauft, die bisher noch nicht gelaufen sind - und hier ist die Deutsche Bank ganz vorn", sagt ein Händler. Rund 22 Prozent hinke ihre Performance dem Bankensektor hinterher. Daher sei sie erste Wahl unter den liquiden Blue Chips bei der Aufholjagd. Ihre Aktien stieg um 1,8 Prozent. Für die Commerzbank ging es sogar um 2,0 Prozent nach oben.

Absolute Spitzenreiter im Dax waren die Anteilsscheine der Energie-Unternehmen RWE und Eon. Beide gehörten im Jahresverlauf zu den schwächsten Titeln in Europa. Daher ging es bei beiden Titeln 3,1 Prozent nach oben. "Eigentlich ist es nicht viel anderes als Käufe von Nachläufern zum Jahresende", sagt ein Händler. Nachrichtlich habe bei Eon das Interesse an ihren Italien-Assets gestützt. Bei RWE sei hingegen der Investors Day gut gelaufen. "Beides aber keine so starken Nachrichten, um alleine einen Kursanstieg von über 3 Prozent zu begründen", so der Händler.

Merck sind Schlusslicht

Bayer nimmt Insidern zufolge einen neuen Anlauf zum Verkauf seines Geschäfts mit Blutzucker-Messgeräten. Die Titel stiegen schwächer als der allgemeine Trend 0,3 Prozent.

Auf der Verliererseite gaben Infineon 0,4 Prozent nach. Händler führten die Kursverluste auf einen negativ aufgenommenen Analystenkommentar der Deutsche Bank zurück. Die Experten hatten das Kursziel für die Titel auf 8 von 8,70 Euro heruntergenommen. Ganz am Ende der Dax-Rangliste landeten Merck-Aktien, die 1,1 Prozent verloren.

Im TecDax rutschten Drillisch 2,1 Prozent ab. Der Mobilfunkanbieter hatte eigene Aktien verkauft und dabei brutto 142,7 Millionen Euro erlöst.

Quelle: n-tv.de

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