Wirtschaft
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US-Börsen schließen im Plus: Dax stimmt Anleger wieder versöhnlich

Annähernd vergessen machen kann der Dax den verlustreichen Freitag - zum Wochenstart legt der Index kräftig zu und steigt wieder in Richtung 12.000 Punkte. Für gute Stimmung sorgt ein schwächelnder Euro. Dennoch bleibt ein Unsicherheitsfaktor.

Der Dax hat heute mit einem satten Plus seine Verluste vom vergangenen Freitag fast wieder komplett wettgemacht. "Nach den schweren Kurseinbrüchen vom Freitag sind die Märkte angezählt, aber nicht k.o.", sagte ein Händler. Neben einer allgemeinen Erholung nach dem Abverkauf in der vergangenen Woche verwiesen Händler auf den nachgebenden Euro als Stützfaktor. Die Einheitswährung hatte seit dem Morgen rund einen halben Cent nachgegeben und notierte am Nachmittag bei rund 1,0756 Dollar. Positive Signale kamen auch aus China, dort werden der Wirtschaft weitere Wachstumsanreize verabreicht.

Das Drama um Griechenland setzte sich derweil fort. Ein Ausstieg des Landes aus der Eurozone ist zwar keine ausgemachte Sache. Doch für viele Euro-Politiker ist ein Verbleib der Griechen im gemeinsamen Währungsraum längst nicht mehr das Basisszenario. Viele von ihnen fürchten allerdings: Es muss erst noch viel schlimmer werden, bevor es sich langsam wieder aufhellt. Niemand erwartet, dass die Eurogruppe auf ihrem Treffen in Riga nunmehr die von Athen dringend ersehnten Rettungsgelder fließen lässt. Die neue endgültige Frist läuft jetzt auf dem Gipfeltreffen am 11. Mai aus. Am Anleihemarkt erleiden die griechischen Staatsanleihen neuerliche Verluste, die Börse in Athen handelt knapp im Minus.

Deutschland: BVB-Aktie wieder im Aufwind

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Der Dax schloss am Ende 1,7 Prozent höher auf 11.892 Punkten - sein Tageshoch hatte er bei 11.904 Punkten markiert. Etwas weniger stark stieg der MDax und zwar um 1,1 Prozent auf 21.141 Zähler. Der TecDax zeigte sich deutlich um 1,9 Prozent verbessert bei 1649 Punkten. Nach oben ging es auch mit dem Euro-Stoxx-50, der 1,1 Prozent auf 3715 Punkte zulegt.

Stärkste Titel im Dax sind waren Commerzbank, Deutsche Telekom und BASF, die zwischen 2,6 und 3,2 Prozent zulegten. Die Analysten von Barclays hatten das Kursziel für die BASF-Aktie auf 101 Euro erhöht. Am Dax-Ende landeten als einzige Verlierer Volkswagen mit einem Abschlag von 1,8 Prozent.

Gewinner in der zweiten Reihe waren Wacker mit einem Plus von 4,9 Prozent und Osram, die mit einer Empfehlung des US-Wertpapierhandelshauses Jefferies um 3,4 Prozent stiegen.

Zulegen konnten auch die Aktien des Borussia Dortmund (BVB). Sie gewannen nach der Verpflichtung von Thomas Tuchel als Nachfolger für Trainer Jürgen Klopp 1,1 Prozent.

USA: Erholung nach heftigen Freitags-Verlusten

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Weitere geldpolitische Lockerungsschritte in China haben die US-Aktienmärkte am ersten Handelstag der Woche beflügelt und den Leitindex Dow Jones Industrial Average wieder über die Marke von 18.000 Punkten geschoben. Zudem legten mehrere US-Konzerne erfreuliche Quartalsberichten vor, unter ihnen auch die Großbank Morgan Stanley. Der Dow-Jones-Index beendete den Handel mit einem Aufschlag von 1,17 Prozent auf 18.034,93 Punkte und machte damit einen Großteil der Verluste aus der vergangenen Woche wieder wett. Der den breiten Markt widerspiegelnde S&P-500-Index stieg um 0,92 Prozent auf 2100,40 Punkte. Der Nasdaq-100-Index rückte um 1,51 Prozent auf 4417,40 Zähler vor.

Wegen des sich abkühlenden Wirtschaftswachstums hatte die chinesische Notenbank People's Bank of China (PBoC) angekündigt, den Mindestreservesatz zu senken. Die Reduzierung ermöglicht es den Banken in China, einen größeren Anteil ihrer liquiden Mittel für die Kreditvergabe zu verwenden, anstatt das Geld bei der Notenbank parken zu müssen.

Rohstoffe: Saudi-Arabien lässt Öl-Hahn offen

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Der Ölpreis litt zunächst auch unter dem festeren Dollar, legte im Verlauf aber deutlicher zu. Marktteilnehmer verwiesen dabei auf die neuen konjunkturellen Stimulierungsmaßnahmen aus China. Das Land ist weltweit der zweitgrößte Öl-Konsument. Das Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI kostete zum US-Settlement 56,38 Dollar, ein Aufschlag von 1,2 Prozent. Für ein Fass der Sorte Brent mussten wie zum Wochenausklang 63,45 Dollar bezahlt werden.

Für Druck auf die Preise hat die Meldung gesorgt, dass Saudi-Arabien den Öl-Hahn weiter offen lässt: Im April produziert das Königreich "etwa zehn Millionen" Barrel pro Tag (bpd), sagte Öl-Minister Ali al-Naimi am Montag in Seoul der Nachrichtenagentur Reuters. Das Volumen liegt damit im Bereich des im März aufgestellten Rekords von 10,3 Millionen bpd.

In der ersten Tageshälfte hatten noch alle Zeichen auf einen weiteren Anstieg der Ölpreise gestanden: Die Zahl der Bohrungen in den USA fiel die 19. Woche in Folge auf den tiefsten Stand seit 2010, wie der Ölindustrie-Dienstleister Baker Hughes am Freitag bekanntgab. Angesichts dieser Daten ging Ric Spooner, Analyst bei CMC Markets, von weiter steigenden Ölpreisen aus. Da aber der Markt auch dann ausreichend mit Öl versorgt sei, wenn die USA ihre Produktion senkten, dürfte für Brent bei Preisen um 70 Dollar das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

Devisen: Euro wieder schwächer

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Der US-Dollar neigte zu Wochenbeginn wieder zur Stärke. Im Gegenzug fiel der Euro bis auf 1,0712 Dollar zurück, nachdem es im Tageshoch noch 1,0819 Dollar waren. Im späten US-Handel mussten für die Gemeinschaftswährung 1,0736 Dollar bezahlt werden. Die US-Währung profitierte von der Ungewissheit um die Entwicklung in Griechenland, die wiederum den Euro schwächte, hieß es aus dem Handel.

Eine Lösung des Griechenlandproblems ist nicht in Sicht. "Das Eurogruppen-Treffen Ende der Woche wird in Bezug auf Griechenland wohl ohne Beschluss bleiben, denn die Verhandlungen scheinen zu stocken", schreibt die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) in einem Kommentar.

Asien: Börsen drehen nach verheißungsvollem Start ins Minus

Die asiatischen Börsen sind nach einem kurzen Aufbäumen zum Handelsbeginn fast durchweg in den negativen Bereich gefallen. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab um 0,8 Prozent nach. In Tokio beendete der 225 Werte umfassende Nikkei-Index den Handel 0,1 Prozent im Minus bei 19.634 Zählern. Der breiter gefasste Topix verlor fast 0,4 Prozent auf 1582 Punkte.

Zuvor hatten offenbar die neuen konjunkturstützenden Maßnahmen der chinesischen Zentralbank für einen positiven Auftakt gesorgt. Die Banken in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft erhalten ab sofort noch mehr Spielraum bei der Kreditvergabe. Sie müssen dann weniger Kapital als Mindestreserve bereithalten und haben dadurch mehr Mittel für die Vergabe von Darlehen zur Verfügung. Dies wiederum soll die Liquiditätsversorgung der schwächelnden Wirtschaft verbessern.

Quelle: n-tv.de

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