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Westwind behindertDax taucht ab

24.11.2009, 17:38 Uhr

Nach den kräftigen Zugewinnen zu Wochenbeginn ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag in den roten Bereich gerutscht. Einmal mehr erfuhr er Gegenwind aus den Vereinigten Staaten.

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(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Enttäuscht reagierten die Anleger auf die revidierten Daten zur Entwicklung der US-Wirtschaft. Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal um lediglich 2,8 Prozent. In einer ersten Schätzung war die Regierung in Washington von 3,5 Prozent ausgegangen. Dagegen wirkte sich das gestiegene Vertrauen der US-Verbraucher positiv auf den Handel aus, so dass das Minus an der Frankfurter Börse moderat ausfiel.

Der Dax fiel um 0,6 Prozent und schloss bei 5769 Punkten. Der MDax verlor ebenfalls 0,6 Prozent auf 7324 Zähler. Der TecDax verzeichnete dagegen ein Plus von 0,2 Prozent und lag bei 781 Punkten.

Gestützt wurde der Aktienmarkt von einer deutlichen Verbesserung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im November auf den höchsten Wert seit August 2008 und erreichte das Niveau vor der Pleite der US-Bank Lehman Brothers. "Es steht kein Abbruch der Aufwärtsdynamik bevor", kommentierte UniCredit-Volkswirt Alexander Koch.

Im Fokus standen die Aktien des Lkw- und Maschinenbauers MAN, die 1,3 Prozent nachgaben. Die Gründe und Folgen des überraschenden Rücktritts von Chef Hakan Samuelsson beurteilten die Analysten unterschiedlich. Die Deutsche Bank sehe den Abschied Samuelssons negativ und begründe dies mit seiner "eindrucksvollen betrieblichen Bilanz" bei MAN, zitierte ein Händler aus der Kurzstudie. Signale für eine schnelle Fusion mit Scania seien nicht zu erkennen. Die Analysten der Bank of America/Merrill Lynch sehen die Ursachen für den Rücktritt eher in Spannungen mit MAN-Großaktionär VW. "Das ist ein Machtgerangel, das schadet der Aktie", sagte ein Händler. VW-Stammaktien waren das Dax-Schlusslicht und verbilligten sich um 5,6 Prozent.

Zu Verlierern im Dax zählten zudem die Finanzwerte, was Händler auf eine Studie der Ratingagentur Standard & Poor's zurückführten. Weltweit stünden die meisten Banken nach wie vor finanziell auf schwachen Beinen, stellen die Analysten fest. Deutsche Bank gaben 1,9 Prozent nach, Commerzbank 3,4 Prozent.

Metro-Aktien wurden Händlern zufolge von Aussagen zu den Gewinnzielen bei der Supermarkt-Kette Real belastet und gaben 1,4 Prozent nach.

Henkel stiegen um 0,5 Prozent, gaben aber einen Teil der Gewinne ab. "Henkel ist ein echter Substanzwert, und charttechnisch betrachtet ist der Aufwärtstrend noch immer in Takt", sagte ein Händler.

Im MDax sanken die Aktien von Pfleiderer nach der Vorlage des Zwischenberichts um 7,2 Prozent. Experten kritisierten die hohe Verschuldung des Holzverarbeiters.

Mit einem Plus von 6,2 Prozent reagierten die Aktien von Centrotherm auf eine Kaufempfehlung von Bank of America/Merrill Lynch. Die Analysten hoben vor allem eine starke Auftragsentwicklung bei dem für die Solarindustrie produzierenden Anlagenbauer hervor.

Im SDax verhalf ein positiver Analystenkommentar den Titeln von Air Berlin zu einem Plus von 3,0 Prozent.

Quelle: wne/rts