Wirtschaft
Die Wirtschaftserholung in Europa könnte auch den Börsen bald noch mehr Schub geben.
Die Wirtschaftserholung in Europa könnte auch den Börsen bald noch mehr Schub geben.(Foto: picture alliance / dpa)

Analystenkommentare: Dax traut sich nicht aus der Deckung

Rekordgewinnen am deutschen Aktienmarkt steht nur eines entgegen: Die magische Kursgrenze von 10.000 Punkten. Gute Konjukturdaten könnten dem Leitindex helfen, die Schallmauer zu durchbrechen. Doch die Anleger sind unentschlossen - und es hagelt Negativeinschätzungen von Analysten.

Trotz der Hoffnung auf eine weitere Erholung der Konjunktur bleiben die Anleger am deutschen Aktienmarkt verhalten. Der Dax suchte im Handelsverlauf mehrmals nach Richtung: Nach einem positiven Start drehte der Leitindex ins Minus, machte die Verluste dann aber wieder wett und schloss am Ende doch mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 9720 Zählern. Der MDax wechselte ebenfalls mehrfach die Richtung und ging mit einem Tagesverlust von 0,1 Prozent bei 16.874 Punkten aus dem Handel. Der TecDax gewann dagegen satte 0,9 Prozent auf 1.264 Zähler.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten konjunkturabhängige Werte. ThyssenKrupp gewannen 1,5 Prozent. HeidelbergCement waren mit einem Kursgewinn von 3,4 Prozent sogar Spitzenreiter im Dax. Auch RWE machte Boden gut: Die Aktien des Versorgers reagierten mit einem Aufschlag von 2,7 Prozent auf die Meldung, dass das höchste Gebot für die Tochter Dea bis zu 5 Milliarden Euro betragen könnte. "Vor ein paar Tagen ging noch durch die Presse, dass die Angebote sich auf maximal 4 Milliarden Euro belaufen", sagte ein Händler. Dem entsprechend groß sei im Handel die spekulationsgetriebene Euphorie gewesen.

Analysten ziehen Lanxess herunter

Bei dünner Nachrichtenlage sorgten auch einige Analystenstudien für Bewegung. Schlusslicht im Dax waren Lanxess mit einem Kursminus von rund 5,0 Prozent. Die Analysten von JPMorgan hatten ihr Kursziel für die Titel des Chemiekonzerns auf 28 von 37 Euro gesenkt. Neue Marktteilnehmer dürften die Preismacht und den Marktanteil von Lanxess weiter zurückgehen lassen, urteilte die Bank. Für das Geschäftsjahr 2014 senkte die Investmentbank ihre bisherige Gewinnprognose um 21 Prozent und für 2015 sogar um 50 Prozent.

Auch Henkel-Papiere verloren nach einer Abstufung 0,9 Prozent. Conti-Aktien verteuerten sich nach einer Kurszielerhöhung durch Barclays um rund 0,7 Prozent. Die Papiere von Siemens können dagegen die schwachen Zahlen der Schweizer ABB und der französischen Altstom nicht abschütteln. Sie drehten mit 1,5 Prozent ins Minus.

Auch die Rückversicherer gerieten unter Verkaufsdruck. Nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) muss die Branche wegen eines härteren Wettbewerbs damit rechnen, dass die Gewinne niedriger als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre ausfallen werden. Zudem kassierten die Analysten von JP Morgan ihre Kaufempfehlung für die Munich Re, deren Aktien um 1,4 Prozent fielen.

Allianz-leidet unter Pimco-Schock

Allianz-Titel wurden vom überraschenden Abgang des Chefs der Fondstochter Pimco, Mohamed El-Erian, belastet. Die Aktien des Versicherers verbilligten sich um 1,2 Prozent. "Der überraschende Wechsel wirft Fragen auf und führt zu Unsicherheiten auch mit Blick auf die Muttergesellschaft", sagte ein Händler. El-Erian führte bislang gemeinsam mit der Investment-Legende Bill Gross das Aushängeschild von Pimco, den weltgrößten Anleihefonds Pimco Total Return. Dieser hat das schlechteste Jahr der vergangenen zwei Jahrzehnte hinter sich. Die Allianz-Tochter verwaltete zuletzt fast zwei Billionen Dollar, davon 1,6 Billionen für Kunden außerhalb des Konzerns.

Positiv aufgenommene Quartalszahlen des US-Konkurrenten Cree bescherten Aixtron dagegen Kursgewinne. Die Titel des Chipanlagenbauers rückten im TecDax um 4,2 Prozent vor. Gewinn und Umsatz lagen bei Cree im zweiten Quartal über den Schätzungen der Analysten. Das helle die Stimmung für die Branche auf, sagte ein Händler. Cree kletterten im nachbörslichen US-Handel am Dienstag um fünf Prozent.

Quelle: n-tv.de

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