Wirtschaft
Die chinesische Zentralbank schickt das Gespenst einer neuen Finanzkrise nach Hause
Die chinesische Zentralbank schickt das Gespenst einer neuen Finanzkrise nach Hause(Foto: picture alliance / dpa)

Peking lässt Anleger durchschnaufen: Dax überwindet China-Angst

Einmal mehr richten sich die Blicke der Händler nach Fernost. Doch anders als zuletzt kommen von dort beruhigende Signale. Weltweit stoppen die Börsen die Talfahrt. Obendrein nehmen US-Konjunkturdaten die Angst vor einem frühen Ende des billigen Geldes.

Der deutsche Aktienmarkt hat nach vier verlustreichen Tagen wieder mit Gewinnen geschlossen. Grund für Trendwende waren beruhigende Äußerungen der chinesischen Zentralbank. Zuvor hatte die Sorge um eine Finanzkrise in Fernost die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Doch nun löste sich die Anspannung. Auch die Angst vor einem baldigen Ende der ultralockeren US-Geldpolitik trat in den Hintergrund. "Anleger nutzen die leichte Entspannung, um wieder in den Markt einzusteigen", sagte ein Händler.

Letztlich ging der Dax mit einem Plus von 1,54 Prozent auf 7811 Punkten aus dem Handel. Der MDax legte 1,7 Prozent auf 13.489 Zähler zu. Der TecDax kletterte um 1,3 Prozent auf 910 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx50 stieg 1,2 Prozent auf 2541 Zähler.

Für Auftrieb sorgen zudem Konjunkturdaten aus den USA. Die Erholung am US-Immobilienmarkt verfestigt sich. "Die Angst vor starken Daten und steigenden Zinsen ist erst einmal weg", sagte ein Händler. "Allerdings kann sich die Stimmung jederzeit wieder eintrüben." Mehr als eine Eindeckungsrally von Leerpositionen sei die Erholung nicht. Technische Analysten meinen, die stark überverkaufte Situation sei der Nährboden für die dynamische Erholung. Sie warnen aber ebenfalls vor zu hohen Erwartungen, da die Abwärtstrends nach wie vor intakt seien.

Zuvor hatte die People's Bank of China (PBoC) in einer Mitteilung Markteingriffe angekündigt, um die Zinsen - so wörtlich - auf "ein vernünftiges Maß" zu führen. "Die Anleger interpretierten diese Aussagen als Bereitschaft der Zentralbank, im Notfall doch wieder einzugreifen und es nicht zu einer Kreditklemme kommen zu lassen", sagte ein Börsianer. Wegen der Abhängigkeit von kreditfinanzierten Investitionen fürchteten Anleger, dass die Spannungen im Bankensystem das Wachstum der Volksrepublik zusätzlich schwächen könnten.

Kurse erholen sich auf breiter Front

Im Dax standen vor allem Autotitel auf den Kauflisten. Ein positiver Analystenkommentar stützte die Erholung der konjunktursensiblen Titel. Daimler legten 4,9 Prozent auf 45,62 Euro zu. Adidas gewannen 4,0 Prozent auf 80,24 Euro. Lanxess kletterten um 3,6 Prozent auf 49,93 Euro. Zudem verteuerten sich Volkswagen und BMW.

Mit Abschlägen gingen indes Commerzbank aus dem Handel, die 1,1 Prozent auf 7,05 Euro nachgaben. Eon verloren 1,1 Prozent auf 12,05 Euro.

Auch in der zweiten Reihe schlossen die Werte mehrheitlich im Plus. Nach einer Kursziel-Anhebung ziehen Leoni um 7,5 Prozent auf 37,64 Euro an. Mit Dürr legte einer der großen Vortagesverlierer zu: Am Ende steht ein Plus von 5,0 Prozent auf 45,25 Euro. Das größte Minus verbuchten indes Südzucker. Die Papiere ermäßigten sich um 1,4 Prozent auf 24,53 Euro. SGL Carbon fielen um 1,3 Prozent auf 26,36 Euro.

Auch im TecDax erholen sich die Werte auf breiter Front.  Dialog Semiconductor verteuerten sich um 6,9 Prozent auf 10,16 Euro. Jenoptik kletterten um 5,0 Prozent auf 9,26 Euro. Evotec stiegen um 4,5 Prozent auf 2,59 Euro. Gegen den Trend verloren Telefonica, die 3,8 Prozent auf 5,32 Euro nachgaben. Nordex verbilligten sich um 2,3 Prozent auf 4,51 Euro.

"Die meisten Titel machen schlicht und einfach ihre Vortagesverluste wett", sagte ein Händler.

Quelle: n-tv.de

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