Wirtschaft
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Im Schlepptau der US-Börsen: Dax verbucht leichte Gewinne

Am Markt warten Händler auf den Beginn der Jahresend-Rally. Als Argument dient immer wieder die reichlich vorhandene Liquidität. Doch niemand will der Erste sein. Und so gehen die Blicke einmal mehr nach New York.

Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach volatilem Handel ins Plus gerettet. Unter Druck kamen die Kurse am Nachmittag durch die maue Stimmung an der US-Wall Street. Dort dominierten zu diesem Zeitpunkt die roten Vorzeichen. Zuvor hatten Käufer versuchten, auf den fahrenden Zug noch aufzuspringen, um die sich immer deutlicher abzeichnende Rally nicht gänzlich zu verpassen, wie ein Händler sagte.

Letztlich schloss der Dax bei 9473 Punkten und damit 0,2 Prozent fester. Der MDax gewann 0,4 Prozent auf 16.519 Zähler. Der TecDax stieg um 0,2 Prozent auf 1308 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Eurostoxx 50 ging beinahe unverändert mit 3120 Stellen aus dem handel. "Wir folgen den Vorgaben von Wall Street", sagte ein Händler. Anleger hielten sich vor Bekanntgabe des Fed-Protokolls am Abend zurück. Und das, obwohl die meisten Anleger dessen Überraschungspotenzial als gering einschätzten.

Wie die jüngste Umfrage der Bank of America-Merrill Lynch ergeben hat, schätzen institutionelle Anleger die Aussichten für europäische Aktien wieder positiver ein. Weltweit agierende Fondsmanager sind in europäischen Aktien unter dem Strich um acht Prozent übergewichtet nach vier Prozent im Oktober. Allerdings halten einige Experten das Potenzial für begrenzt: So sieht die DZ-Bank den Dax am Jahresende nur bei 9500 Punkten.

Warten auf Fed-Protokoll

Freundliche Signale sendeten am Vormittag sowohl der Einzelhandel als auch die deutschen Exporteure: Beide rechnen für das kommende Jahr mit anziehenden Geschäften. Wichtigster Termin indes ist die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung des Offenmarkt-Ausschusses der US-Notenbank. Die Frage ist, ob sich die Fed-Vertreter zu einer klareren Linie hinsichtlich möglicher Leitzinserhöhungen geäußert haben. Die Zinsstrategen der DZ Bank gehen davon aus, dass sich die Diskussion der Notenbanker, wie schon bei der Sitzung davor, um die Gefahren für die US-Wirtschaft durch einen möglichen globalen Wachstumsdämpfer gedreht hat.

Im Dax verteuerten sich K+S um 2,5 Prozent. Der Kurs profitierte weiter von Produktionsproblemen beim russischen Konkurrenten Uralkali. Dies hatte am Markt Spekulationen ausgelöst, dass K+S in die dadurch möglicherweise entstehende "Produktionslücke stoßen" und die Kalipreise steigen könnten. Infineon erhöhten sich um 1,7 Prozent. Adidas zogen 1,1 Prozent an.

Unter Druck standen am anderen Ende Merck, die im Zuge von Gewinnmitnahmen 1,0 Prozent nachgaben. ThyssenKrupp büßten wenige Tage vor ihrer Zahlen-Präsentation 0,8 Prozent ein. RWE büßten 0,3 Prozent ein. Anleger befürchteten, dass die derzeitige Dividende in der Zukunft nicht zu halten sein wird.

In der zweiten Reihe waren vor allem Gerry Weber gesucht, die sich um 3,5 Prozent verteuerten. Kuka stiegen 2,5 Prozent. Norma kletterten 2,0 Prozent.

Im TecDax legten SMA Solar 3,6 Prozent zu. Die charttechnische Situation der Aktie hat sich mit dem Anstieg über die 20 Euro-Marke verbessert. Bei einem erfolgreichen Ausbruch würde das Papier in die Handelsspanne zwischen 20 und 25 Euro zurückkehren.

Quelle: n-tv.de

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