Wirtschaft
"Der Markt ist vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitagnachmittag nervös", sagt ein Händler.
"Der Markt ist vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Freitagnachmittag nervös", sagt ein Händler.(Foto: picture alliance / dpa)

Anleger feiern Merck-Pläne: Dax verkriecht sich

Die Anleger wagen sich nicht aus der Deckung. Wichtigstes Thema an den Finanzmärkten bleibt die Geldpolitik der Notenbanken. Die EZB sorgt hier für keine Überraschungen. Gefallen finden die Investoren dafür an den Übernahmeplänen von Merck.

Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach dem wie erwartet ausgefallenen EZB-Zinsentscheid leichter geschlossen. Gut ausgefallene US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sorgten nur kurz für Bewegung.

Der deutsche Leitindex Dax notierte zuletzt 0,6 Prozent leichter bei 9084 Punkten. Der MDax gab 0,6 Prozent ab auf 15.864 Punkte, der TecDax büßte 0,3 Prozent ein auf 1118 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 1,2 Prozent auf 2953 Zähler.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wartete mit keinen Überraschungen auf. Sie hält unvermindert an ihrer lockeren Geldpolitik zur Krisenbekämpfung fest und beließ den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent.

Mit Interesse verfolgten die vor allem die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zur Inflationsprognose. 2015 soll die Inflationsrate im Euroraum demnach bei 1,3 Prozent liegen - nach Draghis Worten sind die Teuerungsrisiken damit ausgewogen. Niedrige Teuerungsraten erhöhen den Spielraum für stützende Maßnahmen der Währungshüter. Vor vier Wochen hatten die Frankfurter Währungshüter wegen der niedrigen Inflation in der Euro-Zone die Zinsen überraschend auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt.

In den USA waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche zudem überraschend weiter gefallen. Das deute auf einen entsprechend deutlichen Aufbau neuer Stellen im offiziellen Arbeitsmarktbericht hin, sagte Helaba-Experte Johannes Jander. Dieser wird an diesem Freitag veröffentlicht. Auch die Konjunktur gewann in den USA überraschend stark an Dynamik. Das US-Handelsministerium revidierte die Schätzung für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal deutlich nach oben auf annualisiert 3,6 Prozent.

Merck macht die Kursrakete

Chart

Ein kräftiges Plus von 4,6 Prozent fuhren bei den Einzelwerten die Titel von Merck ein. Der Chemie- und Pharmakonzern will für 1,9 Milliarden Euro die britische AZ Electronic Materials übernehmen und damit sein Geschäft mit Produkten für die Elektroindustrie stärken. Dafür zahlen die Darmstädter einen Aufschlag von 41 Prozent auf den Durchschnittspreis der AZ-Electronic-Aktien in den vorangegangenen drei Monaten.

Aktien der Lufthansa lagen mit 0,3 Prozent im Minus. Die australische Fluggesellschaft Qantas hatte eine Gewinnwarnung wegen eines schwierigen Marktumfelds ausgesprochen. Ein Händler sagte, zwar sei die Warnung größtenteils auf den australischen Luftverkehrsmarkt bezogen, sie dürfte aber auch den Sektor belasten.

Auf den Verkaufszetteln der Anleger standen die Autowerte. Daimler fielen um 1,8 Prozent, BMW um 1,2 Prozent. Gewinnmitnahmen drückten auch die Post-Aktien um 1,5 Prozent ins Minus. 

TUI profitiert von Fusionsgesprächen

TUI reagierten mit einem kräftigen Aufschlag von 3,4 Prozent auf Fusionsgespräche der Beteiligung Hapag-Lloyd. Die Reederei lotet derzeit eine Kooperation mit dem chilenischen Konkurrenten CSAV aus. Die Linienreederei gehört TUI zu 22 Prozent, die Hannoveraner wollen sich jedoch seit langem von den Anteilen trennen. Ein Händler sagte, die Nachricht stütze die Aktien, auch wenn die Chilenen nach eigenen Angaben Gespräche mit mehreren Marktakteuren führten.

Im TecDax-Werte fielen die Aktien von SMA Solar um 10,1Prozent, nachdem die Analysten von HSBC die Aktien auf "underweight" von "neutral" herunter gestuft hatten.

Die Aktien von Carl Zeiss Meditec zogen nach der Veröffentlichung von Bilanzdaten um 1,4 Prozent an. Die Titel hatten schon am Vortag 3,4 Prozent zugelegt und damit die TecDax-Gewinnerliste angeführt.

Quelle: n-tv.de

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