Wirtschaft
Montag, 23. April 2001

Gewinnmitnahmen belasten: Dax verliert in lustlosem Handel

Schwache US-Vorgaben und technische Reaktionen - die Abschläge im Deutschen Aktienindex haben zum Wochenauftakt niemanden überrascht. Händler sprachen von einer "Verschnaufpause", die nur gesund sei. Zu den Verlierern gehören neben den Technologiewerten auch Finanztitel.

Am kräftigsten "verschnauften" Infineon und Epcos, die besonders unter der Konsolidierung der überseeischen High-Tech-Titel litten. Bei Infineon belasten zusätzlich die etwas gedämpften Erwartungen der Analysten für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Gewissheit werde man aber erst am Dienstag nach der Veröffentlichung der Zahlen haben, hieß es weiter.

Ähnlich stellt sich die Situation bei der Deutschen Telekom dar. Die Kursabschläge seien zum Teil auf Verkäufe im Vorfeld der Veröffentlichung des Geschäftsberichtes 2000 zurückzuführen, hieß es von Marktteilnehmern. Auch die Meldung vom Wochenende, World Access habe Klage gegen die Deutsche Telekom eingereicht sorge nicht für Begeisterung bei den Investoren. World Access ist die Muttergesellschaft der von der Insolvenz bedrohten TelDaFax. Die Entscheidung der Telekom den Netzzugang von TelDaFax zu kappen, verstoße gegen das deutsche Wettbewerbsrecht, so ein Sprecher des US-Unternehmens. Weiterer Druck wird von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) aufgebaut. Die DSW will auf der Hauptversammlung eine Sonderprüfung der Immobilienbewertung des Konzernes beantragen und den Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigern.

Unter den Finanzwerten warten Deutsche Bank und die HypoVereinsbank mit moderaten Verlusten auf. Die Kursziele für die Papiere der beiden Unternehmen wurden von der US-Investmentbank Lehman Brothers heruntergesetzt. Aufgrund der reduzierten Gewinnprognosen für die Geschäftsjahre 2001 bis 2003 sehe man die faire Bewertung für die Deutsche Bank Aktie bei 92 Euro und für die HypoVereinsbank bei 59 Euro, so die Analysten.

Am Nachmittag wurde bekannt, dass SAP die Vertriebsallianz mit der Nortel Network-Tochter Clarify beendet hat. SAP hatte Call Center Software von Clarify über die Plattform mySAP.com vertrieben. Die Partnerschaft sei nach einem Wechsel im Management von Clarify zerbrochen, teilte stellvertretende SAP-Vorstandsvorsitzende Kagermann mit.

Auf der Gewinnerseite fanden sich die defensiven Titel RWE und Metro als Favoriten wieder, ohne dass es hier ausgesprochen gute Unternehmensmeldungen gegeben hätte. Bei ThyssenKrupp wirkte die Meldung kursstützend, dass der Stahlbereich durch Kooperationen in Japan und den USA verstärkt werden soll.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen