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Stabilisierung nach Verlust-Tag: Dax verspielt Gewinn in letzter Sekunde

Mühsam ernährt sich nicht nur das Eichhörnchen: Auch der Dax braucht einen ganzen Tag, um aus dem Minus in die Gewinnzone zu krabbeln. Allerdings ist nach der Schlussaktion alles wieder fort - Wirtschaftsdaten aus der Eurozone können nicht überzeugen.

Mit minimalen Kursverlusten nach dem Abverkauf zu Wochenbeginn sind deutsche Aktien aus dem Handel gegangen. Händler sprachen von gewissen Stabilisierungsansätzen ohne große Überzeugung. Der europäische Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe fiel im Dezember in der Zweitlesung zwar schwächer als erwartet aus. Die schwächeren Daten werden aber als weiteres Indiz dafür gewertet, dass die EZB auf ihrer Sitzung am 22. Januar ein Wertpapierkaufprogramm bekannt geben wird.

Am Ende schloss der Dax nahezu unverändert bei 9470 Punkten. Der Index der Nebenwerte, MDax, sank um 0,1 Prozent auf genau 16.700 Zähler, der TecDax büßte 0,8 Prozent ein auf 1361 Punkte. Der Eurostoxx 50 verlor 0,5 Prozent auf 3008 Zähler.

Händler stellen sich auf ein weiter stark schwankungsanfälliges Geschäft in den kommenden Tagen ein. Im Blick stand der anhaltende Verfall des Ölpreises. Nach dem Einbruch zu Wochenbeginn setzten am Dienstag sowohl die Sorte WTI als auch Brent die Preiskorrektur fort. Das sorgte übergeordnet weiter für Unsicherheit und Zurückhaltung an den Finanzmärkten.

Autosektor kann sich in einer Gegenbewegung erholen

Größte Gewinner im Dax waren am Ende des Tages die Aktien von K+S, die um satte 2,1 Prozent zulegten. ThyssenKrupp machten ebenfalls Gewinne in Höhe von 1,6 Prozent, Henkel konnten 1,3 Prozent zulegen. Bayer dominierten lange das Geschehen, landeten schließlich mit einem Zuwachs von nur noch 1,1 Prozent auf Platz vier.

Nach Verlusten vom Vortag konnte sich der Autosektor in einer Gegenbewegung erholen. BMW-Aktien legten 0,9 Prozent zu, Daimler 0,7 Prozent und VW gewannen 0,6 Prozent. Relativ schwache Absatzzahlen in den USA spielten keine Rolle.

Auf der Verliererseite fanden sich zum Handelsschluss eine ganze Reihe Unternehmen wieder: Ganz hinten die Titel von Infineon, die 2,5 Prozent nachgaben. Nicht wesentlich besser waren SAP mit einem Minus von 2,3 Prozent. Auch Lanxess büßten erneut ein und verloren 0,6 Prozent, nachdem Goldman Sachs laut Händlern den Titel auf "Neutral" von "Kaufen" abgestuft hatte.

Im MDax landeten Aurubis ganz weit oben mit einem Plus von 2,0 Prozent. Noch besser waren jedoch Salzgitter mit einem Zuwachs von 2,1 Prozent: Die Aussetzung der Lieferungsvereinbarung von Großrohren für das South-Stream-Projekt wird nach Ansicht von JP Morgan zwar den konsolidierten Gewinn der Salzgitter-Gruppe um rund 16 Millionen Euro verringern. Für das Unternehmen dürfte sich die Aufwertung des Dollar zum Euro jedoch positiv in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen.

Südzucker landen am MDax-Ende

Nach einer Herunterstufung rutschten Kuka im MDax ab. Die Aktien verloren in der Spitze 2,4 Prozent, am Ende war es noch ein Minus von 2,0 Prozent. Equinet-Analyst Holger Schmidt setzt die Titel auf "Reduce" von "Accumulate" und begründete diesen Schritt mit der zuletzt starken Entwicklung der Aktien. Größte Verlierer im MDax waren Südzucker mit einem Minus von 5,1 Prozent.

Das schwache Geschäft mit Osteuropa verhagelte Eckert & Ziegler den 2014er Gewinn. Während das im CDax gelistete Unternehmen bisher von einem Gewinn von 2 Euro je Aktie ausgegangen war, hat es das Ziel nun auf 1,25 Euro eingedampft. "Damit liegt die Prognose deutlich unter dem Analystenkonsens von 1,75 Euro je Aktie", so ein Händler. An der Börse verlieren Eckert & Ziegler fast 3,1 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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