Wirtschaft
Die Anleger haben wieder Lust auf Abenteuer und Höhenluft.
Die Anleger haben wieder Lust auf Abenteuer und Höhenluft.(Foto: picture alliance / dpa)

Raus aus dem Tal: Dax wagt ein Plus

Ohne besonderen Grund dreht der Dax im Verlauf ins Plus und bleibt da. Besonders das Ausbleiben neuer, schlechter Nachrichten aus der Ukraine beruhigt die Anleger.

Der Dax hat sich bis zum Xetra-Schluss von seinen morgendlichen Verlusten vollständig erholt und ist ins Plus gedreht. Der Auslöser waren laut Börsianern Medienberichte, die Hoffnungen auf eine politische Lösung des Ukraine-Konflikts schürten. Der deutsche Leitindex schloss 0,6 Prozent fester bei 9521 Punkte. Der MDax legte um 0,3 Prozent auf 16.041 Punkte zu, während der TecDax mit minus 0,5 Prozent auf 1226 Punkten im Minus klebte. Der EuroStoxx 50 stieg um 0,3 Prozent.

Am Donnerstag soll laut Medienberichten in Moskau ein informelles Treffen zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und Führungspersönlichkeiten mehrerer anderer ehemaliger Sowjetrepubliken zur Lage in der Ukraine stattfinden. Das, so sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black, zwinge nun so manche Anleger, die auf weiter fallende Kurse gesetzt hätten, ihre Verluste rasch zu begrenzen und sich mit leer verkauften Papieren wieder einzudecken. "Daher steigt der Dax."

Am Morgen hatten - abgesehen vom Konflikt in der Ukraine - sehr schwache Auftragseingänge aus der deutschen Industrie zunächst belastet. Die Berichtssaison setzte sich derweil mit den Quartalsbilanzen von fünf weiteren Dax-Konzernen sowie zahlreiche Unternehmen aus der zweiten Reihe nahezu ungebremst fort.

Während die Aktien von Siemens und Henkel nach vorgelegten Zahlen an die Dax-Spitze kletterten, zählten die der Commerzbank und von HeidelbergCement zu den Schlusslichtern. Der Industriekonzern Siemens wurde in seinem zweiten Geschäftsquartal zwar von hohen Projektkosten ausgebremst, doch der auf den Weg gebrachte Konzernumbau scheint zu überzeugen: Das Papier gewann zwei Prozent. Die Henkel-Aktien stiegen um 5,4 Prozent und damit an die Dax-Spitze, nachdem der Konsumgüterhersteller mit seiner Quartalsbilanz die Erwartungen übertroffen hatte.

Die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Commerzbank setzte zu Jahresbeginn zwar ihren Aufwärtstrend fort, doch Analysten hatten sich mehr von den vorgelegten Zahlen erhofft. Die Aktie büßte 3,7 Prozent ein.

Bei HeidelbergCement gab es unterschiedliche Einschätzungen zur Bilanz, die Papiere verloren 1,7 Prozent. Marktkonform dagegen zeigten sich die Anteilsscheine der Allianz mit einem Plus von 1,3 Prozent. Europas größter Versicherer büßte zum Jahresstart weniger Gewinn ein als befürchtet.

Der starke Auftragseingang katapultiert Kuka mit einem Plus von 8,9 Prozent an die MDax-Spitze. "Das ist deutlich mehr als wir erwartet hatten", sagt ein Händler: "Schon der Kurssprung gestern bei DMG Mori Seiki hat gezeigt, dass der Markt hier zu konjunkturskeptisch und entsprechend untergewichtet war".

Gefolgt werden Kuka von Sky Deutschland mit einem Plus von 2,6 Prozent. Die Zahl der Kunden, die ihre Verträge direkt mit Sky abgeschlossen haben, stieg im Quartalsverlauf um 64.000 auf 3,7 Millionen. Sky habe ermutigende Zahlen veröffentlicht, die im Rahmen der Erwartungen lägen, schrieb DZ-Bank-Analyst Harald Heider in einem Kommentar. Die Wettbewerbsposition in Deutschland habe sich deutlich verbessert.

Im TecDax ragten Dialog Semiconductor heraus, nachdem der Chipentwickler im ersten Quartal einen überraschend hohen Gewinn verbucht hatte. Der Überschuss legte im ersten Quartal um 43 Prozent auf 14 Millionen Dollar zu, Branchenexperten hatten mit einem Rückgang auf acht Millionen Dollar gerechnet. Die Aktien rückten um 5,6 Prozent auf 19,36 Euro vor.

Moskauer Börse auf Erholungskurs

Die Moskauer Börse, die in den vergangenen Monaten ordentlich Federn lassen musste, machte Boden gut. Die Leitindizes des Aktienmarktes gewannen wegen nachlassender Spekulationen auf einen russischen Einmarsch in die Ukraine jeweils rund 1,8 Prozent. Russische Staatsanleihen waren ebenfalls gefragt.

Quelle: n-tv.de

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