Wirtschaft
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Sorgen um China belasten: Dax wird etwas leichter erwartet

Am deutschen Aktienmarkt wird heute Vorsicht herrschen. Das schwächer werdende chinesische Wachstum bereitet den Börsianern Kopfschmerzen. Mit Spannung wird der Ifo-Geschäftsklimaindex erwartet. Bei den Unternehmen könnten VW-Aktien unter die Räder geraten

Mit einer schwächeren Handelseröffnung am deutschen Aktienmarkt rechnen Aktienhändler am Morgen. "Die Sorgen wachsen, dass das Wachstum in China weiter schwindet", so ein Händler. Bereits der vorläufige Einkaufsmanager-Index der Großbank HSBC deutete am vergangenen Donnerstag ein Schrumpfen der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt an.

Nun zeichnet sich ab, dass chinesische Banken die Ausleihungen für Immobilienkredite einschränken und damit die Preise am Wohnungsmarkt fallen könnten. An der Börse in China gehörten in Folge die Immobilienaktien wie auch die Zementhersteller zu den größten Verlierern.

In dieser Woche wird nun der offizielle Einkaufsmanager der verarbeitenden Gewerbes veröffentlich. Sollte er ein Schrumpfen der chinesischen Wirtschaft belegen, könnte die Stimmung an den Börsen weiter leiden. Heute wird der Dax bei der Eröffnung zunächst bei 9623 Punkten gesehen, nach einem Schluss am Freitag bei 9657 Punkten.

Ifo-Geschäftsklimaindex im Fokus

Das G20-Treffen in Sydney am Wochenende stuft Volkswirt Mitul Kotecha von der Credit Agricole als "Non-Event ohne kurzfristigen Marktimpuls" ein. Das längerfristige Ziel, dass das weltweite Wirtschaftswachstum um zwei Prozent wachsen soll, bezeichnet Kotecha als ambitioniert.

Am Vormittag wird an der Börse auf den Ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland geschaut. Volkswirte erwarten, dass der ifo-Index im Februar mehr oder weniger bei 110,5 stagniert. Die Ausgangslage ist etwas schwierig, denn bereits veröffentlichte Indikatoren zeichnen ein etwas widersprüchliches Bild: Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes ist gesunken - allerdings sehen sich die Einkaufsmanager bei dieser Umfrage einer anderen Fragestellung als bei der Ifo-Umfrage gegenüber.

Bereits am Freitagabend hatte die Ratingagentur Moody's die Bonitätsnote für Spanien um eine Stufe auf Baa2 von zuvor Baa3 angehoben. Der Ausblick wurde auf "positiv" gesetzt. In der Begründung der Rating-Analysten hieß es, dass sich die spanische Konjunktur in einer nachhaltigeren Erholung befinde, was zusätzlich durch die eingeleiteten Strukturreformen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit unterstützt werde. Größere Auswirkungen am Markt für spanische Staatsanleihen werden nicht erwartet.

VW-Aktie im Spannungsfeld

Bei den Unternehmen zeichnen sich kräftige Kursgewinne bei Scania und Verluste bei VW ab, nachdem VW am Freitag seine Pläne zur Komplettübernahme der Lkw-Tochter Scania vorgestellt hat. "VW-Aktien dürften sich heute den ganzen Tag schwer tun", sagt ein Händler. Das aber nicht nur wegen eines möglicherweise zu teuren Übernahmeangebots für Scania und der damit verbundenen Kapitalerhöhung, sondern auch wegen des anstehenden Ausblicks auf das laufende Jahr. Dieser impliziere einen Umsatz von 191 bis 203 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 10,5 bis 13,2 Milliarden Euro. "Das ist deutlich unter den Konsensschätzungen". Auch die Stagnation beim Netto-Cash-flow und bei der Netto-Liquidität auf dem Stand der Neunmonatszahlen sei "enttäuschend".

Quelle: n-tv.de

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