Wirtschaft
Der Euro hält sich über der Marke von 1,35 Dollar.
Der Euro hält sich über der Marke von 1,35 Dollar.(Foto: AP)

Annäherung im Schuldenstreit: Dollar präsentiert sich robuster

Der Dollar hält sich zum Euro recht stabil und gewinnt zum Yen etwas an Wert. Händler führen das auf die Gespräche zwischen Weißem Haus und Republikaner zurück. Denn die Hoffnung wird größer, dass eine Zahlungsunfähigkeit der USA abgewendet werden kann.

Der Euro hat sich über der Marke von 1,35 Dollar gehalten und Gewann gegenüber dem Dollar etwas an Wert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3566 (Donnerstag: 1,3532) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7371 (0,7390) Euro. Am frühen Nachmittag lag der Euro bei 1,3564 Dollar.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84900 (0,84810) britische Pfund, 133,38 (132,37) japanische Yen und 1,2314 (1,2311) Schweizer Franken fest.

Zum Yen zeigte sich der Greenback fester und stieg im Verlauf auf 98,24 Yen. Er gewann damit weiteren Abstand zum Zweimonatstief bei 96,55 Yen vom Dienstag. Händler führten das auf die Hoffnung zurück, dass in Washington im Streit um die Schuldengrenze eine Einigung erzielt wird.

Im Gegensatz zum Euro war der Yen in den vergangenen Tagen von einigen Investoren als Fluchtwährung genutzt worden. Obwohl noch unklar sei, ob es zu einer Einigung zwischen US-Regierung und den Republikanern kommen werde, hätten die positiven Anzeichen bereits spürbar positive Wirkung auf die Marktstimmung gehabt, sagten Händler.

Für die Commerzbank zeigt die Aufwärtsentwicklung des US-Dollar zum japanischen Yen in den letzten Tagen, dass der Devisenmarkt immer weniger auf ein Abrutschen der USA über die Fiskalklippe setzt. Lediglich bei einer Zahlungsunfähigkeit der USA wäre mit erheblichen Gewinnen des Yen aufgrund seiner Funktion als "sicherer Hafen" zu rechnen. Eine anhaltende Lähmung der US-Administration durch den Regierungsstillstand reiche dazu jedoch alleine nicht aus, zumindest solange die USA nicht in eine Rezession stürze. Derzeit sei ein solches Szenario jedoch nicht absehbar. Für den Dollar könne es weiter aufwärts gehen und die Marke von 100 Yen langsam wieder ins Blickfeld geraten. Die zuletzt guten japanischen Makrodaten dürften die positive Entwicklung jedenfalls nicht verhindern.

Es wird wieder verhandelt

Die Republikaner hatten sich bereit gezeigt, einer kurzzeitigen Erhöhung der Schuldenobergrenze zuzustimmen, soweit die Regierung in anderen Fragen verhandlungsbereit sei. Im Gespräch ist eine zeitlich befristete Anhebung um etwa sechs Wochen. Sollte eine Einigung gelingen, würde die Mitte Oktober drohende Zahlungsunfähigkeit der USA zwar nicht abgewendet, aber immerhin hinausgezögert.

Händler sagten, Anleger wollten sich vor dem Wochenende sicher positionieren, um von potenziellen Nachrichten aus Washington nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Insgesamt hielten sich die Bewegungen in recht engen Grenzen.

Die Gefahr, dass die USA nächste Woche zahlungsunfähig werden, ist nach Ansicht von Analysten gesunken. Das Angebot der Republikaner zeige, dass auch sie den Ernst der Lage verstanden hätten, sagte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. "Auch wenn der Präsident das Angebot derzeit noch nicht annehmen mochte, dürfte er im Notfall darauf zurückkommen." Am Donnerstag hatten Daten zum Arbeitsmarkt belegt, dass der Stillstand in Washington die US-Wirtschaft bereits belastet. "Zweifelsohne wird dieser Effekt zunehmen, je länger der Stillstand dauert", so Karpowitz.

Quelle: n-tv.de

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