Wirtschaft
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"Weihnachtsrally" geht weiter: Dow Jones hat 18.000 im Blick

Die Fed macht's möglich: Ihre Geduld bei der Zinswende beflügelt weiter den Handel an der Wall Street. In New York erringen der Dow Jones und der S&P-500 neue Allzeithochs zum Handelsschluss.

Nach einem verhaltenen Start kam am Montag noch Schwung an die Wall Street. Der Dow-Jones-Index und der S&P-500 stiegen auf neue Allzeit-Schlusshochs. Damit haben die Leitindizes den vierten Handelstag in Folge mit Gewinnen beendet. Die "Weihnachtsrally" war durch Aussagen der US-Notenbank vergangene Woche ausgelöst worden, die sich Geduld bei der Zinswende auf die Fahnen geschrieben hatte. Das Volumen vor den Feiertagen blieb indes gering. Am Mittwoch findet nur ein verkürzter, am Donnerstag gar kein Handel statt.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,9 Prozent auf 17.959,44 Punkte. Der S&P-500 gewann 0,4 Prozent auf 2078,54 Punkte und der Nasdaq-Composite 0,3 Prozent auf 4781 Zähler.

Am Markt wurde noch immer an die marktfreundliche Rhetorik der US-Notenbank vom vergangenen Mittwoch erinnert. "Die Fed hat klargemacht, dass sie länger 'locker' bleibt, sollte etwas beim US-Wachstum schieflaufen", sagte Wayne Lin, Portfoliomanager bei QS Investors. Das habe zu der Rally vergangene Woche geführt und stütze noch immer. Derweil sagte der ehemalige stellvertretende Notenbankchef Donald Kohn am Montag, die schwächeren Wachstumsaussichten in Übersee könnten die Fed zwingen, die erste Zinserhöhung ins Jahr 2016 zu verschieben.

"Wir haben wahrscheinlich nach unten übertrieben", sagte Bill Stone von PNC Wealth Management mit Blick auf die kräftigen Kursverluste in der ersten Dezemberhälfte. Die jüngsten Aussagen der US-Notenbank hätten die Anleger daran erinnert, dass der fallende Ölpreis für Amerika und für die meisten Industrieländer insgesamt von Vorteil ist.

Unter den Konjunkturdaten des Tages verfehlten die Verkäufe bestehender Häuser im November mit einem überraschend deutlichen Rückgang um 6,1 Prozent die Erwartungen. Der vorbörslich veröffentlichte Chicago Fed National Activity Index erreichte im Dezember mit einem Wert von plus 0,73 den höchsten Stand seit Mai 2010.

Der Ölpreis nahm nach seiner Erholung am Freitag und am frühen Montag wieder Fahrt nach unten auf. Der Preis für das Barrel der US-Sorte fiel um 3,3 Prozent auf 55,26 Dollar. Der saudische Energieminister Ali al-Naimi sagte, sein Land werde die Ölproduktion aufrechterhalten und sogar steigern falls neue Kunden kämen. Am Wochenende hatten Vertreter der Golfstaaten die Entscheidung der Opec verteidigt, die Ölproduktionsziele unverändert zu lassen.

Am Aktienmarkt gehörten Aktien der vom Ölpreis abhängigen Unternehmen zu den Verlierern. Die Energiewerte Chevron und Exxon fielen um 0,8 bzw. 0,3 Prozent. Noch stärker traf es die Ölfeld-Dienstleister wie Halliburton oder Baker Hughes, die sich um jeweils rund 2 Prozent verbilligten. Die Aktie des Rohstoff-Bohrspezialisten Tesco Corp verlor gut 5 Prozent. Der Konzern hat seinen Ausblick für das laufende Quartal gesenkt, da der rapide Fall der Energierpreise die Nachfrage nach den Bohrausrüstungen dämpft.

Express Scripts Holding, ein Pharmahändler, der im Auftrag von Krankenkassen für die Arzneimittelversorgung verantwortlich ist, wird Patienten mit der am weitesten verbreiteten Form von Hepatitis C künftig ausschließlich das entsprechende Medikament von AbbVie anbieten. AbbVie-Konkurrent Gilead Science verliert damit Marktanteile. Die AbbVie-Aktie drehte dennoch ins Minus und verlor 1,1 Prozent. Der Kurs von Gilead brach um 14 Prozent ein.
American Apparel kletterten um 3,7 Prozent auf 1,11 Dollar. Das Textilunternehmen erhielt Hinweise auf ein mögliches Übernahmeinteresse für 1,30 bis 1,40 Dollar je Aktie.

Aktien von Luftfahrtgesellschaften profitierten vom wieder sinkenden Ölpreis. So stiegen Southwest Airlines und Delta Air Lines jeweils um über 2 Prozent.

Der Euro gab seine Tagesgewinne wieder vollständig ab und fiel auf 1,2223 Dollar zurück. Vor einer Woche notierte er noch über 1,25 Dollar. Hauptgrund für die übergeordnete Euroschwäche ist die gegenläufige Geldpolitik von EZB und US-Notenbank.

Am Anleihenmarkt blieben Papiere mit längerer Laufzeit gefragt. Damit setzte sich die Stärke vom Freitag fort, als Investoren in die gesunkenen Notierungen hinein kauften. Die Rendite zehnjähriger Treasurys fiel um einen Basispunkt auf 2,16 Prozent.

Gold war nicht gefragt. Die Feinunze fiel auf 1180 Dollar, das war das niedrigste Settlement seit Ende November. Der im Verlauf erstarkende Dollar drückte auf den Goldpreis. Unterdessen sagten die Experten von Credit Suisse, dass Gold 2015 fallen werde, belastet vor allem von den steigenden Zinsen in den USA.

Quelle: n-tv.de

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