Wirtschaft
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Verkürzte Handelswoche: Dow Jones legt nochmals zu

Kleine Gewinne schieben die Indizes an der Wall Street auf neue Höhen. Schwache Konjunktursignale könnten eigentlich der Auslöser für Verkäufe sein - sind sie aber nicht. Nun Richten sich die Blicke auf das am Freitag offiziell beginnende Weihnachtsgeschäft.

Nach einem zögerlichen Geschäft haben an der Wall Street am Ende die Käufer die Oberhand behalten. Die Indizes erreichten neue Höchststände. Eine Reihe enttäuschender Konjunktursignale konnte die Anleger kaum beirren. Von sechs Daten fielen fünf schwächer als erwartet aus. Einen Ausreißer nach oben lieferten lediglich die Auftragseingänge langlebiger Güter. Die Einkaufsmanager aus Chicago und das von der Uni Michigan erhobene Verbrauchervertrauen sorgten für lange Gesichter. Auch Daten vom Immobilienmarkt warfen weiter Fragen nach der Erholung des Sektors auf.

Dennoch gingen die Börsianer nicht zu aggressiven Verkäufen über. In der Schlussauktion ging es dann deutlich nach oben. "Die Daten stehen derzeit einfach nicht im Zentrum", meinte ein Händler. Er sieht stattdessen die Geldpolitik der Notenbanken als entscheidenden Faktor für die aktuelle Marktstimmung. Außerdem habe der unerwartet schwache Einkaufsmanager-Index immer noch deutlich über der Expansionsschwelle notiert.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,1 Prozent auf 17.828 Punkte. Der S&P-500 kletterte 0,3 Prozent. Beide Indizes erreichten den höchsten Schlusskurs überhaupt. Der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 0,6 Prozent und stieg auf ein Jahreshoch. Wegen der verkürzten Handelswoche blieb das Volumen erneut niedrig.

Was bringt der "Black Friday"?

Teilnehmer erinnerten zur Relativierung der neuen Daten auch daran, dass in den vergangenen Monaten die US-Ökonomie Stärke gezeigt habe. "Die USA sind der Star in der konjunkturellen Erholung", sagte Chris Gaffney, Marktstratege bei EverBank Wealth Management. Dies in Verbindung mit dem niedrigem Ölpreis dürfte letztlich auch die Kauflaune der Verbraucher heben, was wiederum Unternehmen und deren Aktien zugute kommen werde. "Insgesamt bestätigen die heutigen Zahlen das Szenario einer gewissen Entschleunigung der US-Konjunktur", urteilten die Analysten der NordLB.

Erste Hinweise hierzu wird es am "Black Friday" in dieser Woche geben. Denn mit ihm beginnt in Amerika traditionell das Weihnachtsgeschäft. Wie der Einkaufstag der Amerikaner verläuft, könnte am kommenden Montag die Aktienkurse stark beeinflussen. Einstweilen aber hielten die Marktteilnehmer in der verkürzten Handelswoche Abstand von großen Transaktionen. Am Donnerstag findet wegen "Thanksgiving" kein Aktienhandel statt, zum Wochenausklang gibt es nur eine verkürzte Sitzung.

HP steigen kräftig

Bei den Einzelwerten standen Hewlett-Packard mit plus 4,1 Prozent im Fokus. Der Konzern hatte am Vortag nach der Schlussglocke für das vierte Quartal einen um 5,9 Prozent gesunkenen Nettogewinn von 1,33 Milliarden Dollar oder 70 Cent je Aktie berichtet. Auf bereinigter Basis verdiente das Unternehmen 1,06 Dollar und erfüllte damit sowohl die Erwartung der Analysten als auch die eigene Vorgabe. Beim Umsatz wurden allerdings die Analystenschätzungen verfehlt.

Aufwärts ging es auch für die Apple-Aktie. Am Vortag hatte das Papier bei 119,75 zwar ein neues Allzeithoch markiert, war später aber wieder leicht zurückgekommen. Die Marktkapitalisierung des wertvollsten Unternehmens der Welt überstieg dabei zum ersten Mal die Marke von 700 Milliarden Dollar. Am Mittwoch gewann die Aktie 1,2 Prozent.

Die GoPro-Aktie stieg um 5,6 Prozent. Der Hersteller von Sportkameras will in das Geschäft mit Drohnen für Endverbraucher einsteigen. Das Unternehme will Ende kommenden Jahres mit dem Verkauf von Multirotor-Helikoptern beginnen, die mit hochauflösenden Kameras ausgestattet sind.

Deere verloren 0,9 Prozent. Der Landtechnk-Experte sieht im soeben begonnenen Geschäftsjahr einen Rückgang beim Umsatz mit Agrar-Ausstattung von 20 Prozent. Druck komme von den sinkenden Rohstoffpreisen und den fallenden Einkommen der Farmer.

Quelle: n-tv.de

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