Wirtschaft
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Gewinnmitnahmen dominieren: Dow Jones schließt im Minus

An der Wall Street machen viele Anleger nach Wochen steigender Kurse ihre Aktien zu Geld. Der Dow Jones sinkt in der Folge. Zugleich fehlen die richtigen Impulse: Chinas Importdaten sind zu niedrig, auch Europa liefert keinen Schub.

Gewinnmitnahmen haben an den US-Börsen den Start in die neue Woche geprägt. Der Technologiesektor hielt sich dank einer positiven Nachrichtenlage besser als die Standardwerte. Überrascht haben dürften die Verluste an der Wall Street kaum jemanden: Nachdem die Indizes in der Vorwoche neue Rekordstände erklommen hatten, wird die Luft nun sehr dünn. Es war zudem die fünfte Woche in Folge, in der es aufwärts gegangen war.

Chinesische Importdaten animierten auch nicht zu Aktienkäufen, waren sie doch niedriger ausgefallen als erwartet. An den europäischen Märkten, voran in London, drückte zudem noch das Gespenst der schottischen Unabhängigkeit. Denn am Wochenende hat erstmals eine Umfrage eine Mehrheit für den künftigen Alleingang des Landes ergeben. Die Deutsche Bank traut den US-Börsen gleichwohl noch Potenzial zu. Ein moderates, aber stetiges Wirtschaftswachstum und niedrige Zinsen bilden nach Meinung der Bank ideale Voraussetzungen für weitere Kursgewinne.

Der S&P-500 fiel um 0,3 Prozent auf 2002 Punkte zurück. Für den Dow-Jones-Index ging es um 0,2 Prozent auf 17.111 Punkte nach unten. Der Nasdaq-Composite legte dagegen um 0,2 Prozent ein.

Im Übrigen machten Unternehmensmeldungen die Kurse. Im Blickpunkt stand die Yahoo-Aktie, die deutlich um 5,6 Prozent zulegte. Hier half der bevorstehende Alibaba-Börsengang in den USA, denn Yahoo hält an dem chinesischen Pendant zu Amazon.com über 20 Prozent. Am späten Freitag hatte Alibaba die Konditionen für den größten Börsengang aller Zeiten präzisiert. Demzufolge liegt die Spanne für den Emissionspreis bei 60 bis 66 Dollar.

E-Handel-Vorstoß lässt Twitter-Aktie steigen

Der Einstieg ins Verkaufsgeschäft ließ die Twitter-Aktie um 2,6 Prozent steigen. Nutzer des Kurzmitteilungsdienstes sollen künftig Einkäufe über Twitter erledigen können. Erste Tests laufen laut Unternehmensangaben schon und sollen nach und nach auf einen größeren Nutzerkreis ausgedehnt werden.

Aktien von General Electric (GE) gaben um 0,1 Prozent nach. Der Mischkonzern verkauft seine Haushaltsgerätesparte an die schwedische Electrolux. Dafür bekommen die Amerikaner 3,3 Milliarden US-Dollar in bar. Für GE bedeutet der Verkauf den Abschied von seiner nach Umsatz drittkleinsten Industriesparte. Das Unternehmen stößt gegenwärtig Geschäftsbereiche mit niedrigen Margen ab.

Verluste verbuchte auch die Aktie von Apple, die um 0,6 Prozent nachgab. Hier warteten der Markt wie die Kunden auf die Präsentation des neuen iPhone. Das neue Gerät dürfte ein größeres Display haben und in dieser Hinsicht mit Konkurrenten gleichziehen.
Auch Analystenkommentare bewegten Einzelwerte. Tesla-Aktien gewannen 1,7 Prozent, nachdem FBN Securities die Beobachtung der Titel mit "Overweight" aufgenommen hatte. Auch Gopro und Sandisk wurden von FBN mit "Overweight" eingestuft, was die Kurse um 8,1 Prozent und 1,1 Prozent nach oben trieb.

Der Kurs des Autoherstellers Ford fiel dagegen um 2,0 Prozent zurück. Morgan Stanley hatte die Aktien mit der Abstufung von "Overweight" nach "Underweight" gleichsam vom Himmel in die Hölle befördert. Titel von Multimedia Games schossen 30 Prozent in die Höhe. Der Hersteller von elektronischen Spielen soll von Global Cash Access Holdings für 1,2 Milliarden Dollar übernommen werden. Deren Aktie sank um 0,4 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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