Quartalszahlen treiben anDow auf Rekordhoch
Überwiegend positiv aufgenommene Unternehmenszahlen sorgen an den US-Börsen für Aufwind. Der Dow Jones schließt bei 12.595 Punkten. Damit geht der US-Leitindex so hoch aus dem Handel wie seit Juni 2008 nicht mehr.
Unerwartet starke Quartalszahlen von Börsen-Schwergewichten
wie Ford haben die Wall Street angetrieben. Neben dem Autobauer überzeugten
auch der weltgrößte Paketzusteller UPS und der Mischkonzern 3M die Investoren.
Dennoch hielten sich Anleger vor dem US-Zinsentscheid am Mittwochabend zurück.
Sie warten auf Hinweise, in welche Richtung sich die US-Zinspolitik nach dem
für Ende Juni erwarteten Auslaufen des Anleihen-Aufkaufs entwickeln wird.
Finanzminister Timothy Geithner warnte vor überzogenem
Konjunkturoptimismus. Die US-Wirtschaft sei noch nicht genesen und spüre zudem
neuen Gegenwind, etwa durch die hohen Ölpreise. Angemessen seien aber
Vorhersagen für ein US-Wirtschaftswachstum zwischen drei und vier Prozent. Das
Verbrauchervertrauen stieg im April unerwartet stark. Die US-Bürger schätzen
vor allem die Aussichten für den Arbeitsmarkt günstiger ein.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 0,9 Prozent
im Plus bei 12.595 Punkten. Im Laufe des Tages bewegte sich der Index zwischen
den Marken von 12.478 und 12.613 Punkten. Auch der breiter gefasste S&P
kletterte um 0,9 Prozent auf 1347 Stellen. Der Index der Technologiebörse
Nasdaq legte 0,8 Prozent auf 2847 Zähler zu. In Frankfurt schloss der Dax 0,8
Prozent fester mit 7356 Punkten.
Vor allem Ford erfreute die Anleger. Die Aktie stieg um 0,8
Prozent. Eine unerwartet starke Nachfrage nach sparsameren Modellen wie dem Fiesta
bescherte dem Autobauer den höchsten Quartalsgewinn seit mehr als einem
Jahrzehnt. Im Schlussquartal 2010 hatte Ford die Prognosen noch klar verfehlt.
Das Unternehmen hielt zudem trotz der Auswirkungen des Japan-Bebens auf die
weltweite Auto-Produktion an seinen Vorhersagen für den US-Absatz der Branche
fest.
Der Getränkekonzern Coca-Cola verfehlte dagegen wegen des
Bebens die Gewinnerwartungen leicht. Der Netto-Ertrag stieg zwar im ersten
Quartal um 18 Prozent auf 1,9 Mrd. Dollar. Mit 82 Cent je Aktie blieb er aber
einen Cent hinter den Erwartungen zurück. Coca-Cola-Aktien fielen um 1,2
Prozent.
Die Aktien von UPS legten 0,9 Prozent zu. Der weltgrößte
Paketzusteller und Rivale der Deutschen Post startete mit Schwung ins neue Jahr
und hob seine Prognose für das Gesamtjahr an.
3M-Papiere stiegen um 1,9 Prozent. Den Hersteller von
Büroartikeln, Industrieklebern und Autozubehör stimmen glänzende Geschäfte in
großen Schwellenländern optimistisch. Der Konzern erhöhte trotz möglicher Belastungen
im Zuge der Katastrophe in Japan seine die Prognose für das Gesamtjahr.
Einen Kurseinbruch von über 14 Prozent gab es indes bei
Lexmark. Der Druckerhersteller startete mit einem Gewinnrückgang ins Jahr und
erwartet auch im zweiten Vierteljahr schwache Geschäfte. Enttäuscht reagierten
Anleger zunächst auch auf die Zahlen des Internethändlers Amazon.com, die
dieser nach Börsenschluss vorlegte. Der Konzern setzte im ersten Quartal zwar
deutlich mehr um, der Gewinn brach aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um
ein Drittel ein. Amazon-Aktien gaben nachbörslich 3,5 Prozent auf 176 Dollar
nach.
An der New York Stock Exchange wechselten rund 910 Millionen
Aktien den Besitzer. 2188 Werte legten zu, 837 gaben nach, und 95 blieben
unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von gut zwei Milliarden
Aktien 1648 im Plus, 941 im Minus und 106 unverändert.