Wirtschaft
(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Terroranschlag verunsichert: Dow geht am Ende die Luft aus

Hin und hergerissen sind die Händler an diesem Wall-Street-Tag: Auf der einen Seite bringt die Berichtssaison solide Ergebnisse hervor. Auf der anderen Seite sorgen der Anschlag in Ottawa und sinkende Ölpreise für Unmut. Am Ende sinkt der Dow.

Gewinnmitnahmen haben der Erholung an der Wall Street zur Wochenmitte ein vorläufiges Ende gesetzt. Die Anleger brachten ihr Geld in Sicherheit, nachdem sich die Nachricht von einer Schießerei im Parlamentsgebäude der kanadischen Hauptstadt Ottawa verbreitet hatte. Dabei waren die Voraussetzungen für neuerliche Aktienkäufe bestens: Die jüngsten Quartalsausweise der US-Unternehmen zeugten überwiegend von einer soliden Ertragsentwicklung, während die Daten zu den Verbraucherpreisen Hoffnungen weckten, die Federal Reserve könnte sich mit der ersten Zinserhöhung noch etwas länger Zeit lassen.

Theoretisch war also alles gut. Wenn da nicht die Probleme in anderen Teilen der Welt wären. So halten sich hartnäckig Befürchtungen, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Europas könnten auch die USA nicht ungeschoren lassen. Diese Überlegungen hinderten die Anleger ebenfalls daran, am Aktienmarkt zuzugreifen. Gesucht waren nur defensive Aktien.

Ein neuerlicher, drastischer Rückgang des Ölpreises wegen des bestehenden Überangebots drückte dagegen die Aktienkurse der Sektoren Energie und Industrie.  Ein bewaffneter Angriff auf das kanadische Parlament schürte unterdessen die Angst vor Terroranschlägen. Der Gouverneur der Bank of Canada sagte die geplante vierteljährliche Pressekonferenz zur Geldpolitik der Notenbank wegen des Anschlags ab.

Der Dow-Jones-Index sank um 0,9 Prozent auf 16.461 Punkte. Der S&P-500 und der Nasdaq-Composite verloren 0,7 und 0,8 Prozent.

Die Verbraucherpreise waren im September auf Monatssicht sowohl insgesamt als auch in der Kernrate um 0,1 Prozent gestiegen. Dies deckte sich mit den Erwartungen der Volkswirte. Auf Jahressicht ergab sich ein Plus von 1,7 Prozent, das unter den von der US-Notenbank angestrebten 2,0 Prozent liegt. Der Anstieg der Verbraucherpreise genüge aber, um Deflationsängste zu lindern, merkte Alan Ruskin von der Deutschen Bank an. Nach Meinung von Camilla Sutton von der Scotiabank dürften die Daten dazu führen, dass der Markt eine erste Fed-Zinserhöhung nun wieder frühestens Mitte des kommenden Jahres erwarte.

Yahoo kann Anleger begeistern

Die Quartalszahlen von Yahoo kamen an der Börse gut an. Die Aktie legte um 4,5 Prozent zu. Das Internetunternehmen hat mit seinem Gewinn die Erwartungen klar übertroffen, und auch der Umsatz fiel höher aus als gedacht. Nachdem Boeing bereits mit den Zweitquartalszahlen die Vorhersagen des Marktes klar geschlagen hatte, wiederholte sich dies nun mit den Daten für das dritte Quartal. Die Titel des Flugzeugbauers verloren dennoch 4,5 Prozent und waren maßgeblich verantwortlich für das Minus im Dow. Der Kurs von Abbott Labs fiel um 1,9 Prozent, obwohl der Konzern nach gutem Quartal die Prognose erhöht hatte.

Tesla Motors verloren 1,8 Prozent; der deutsche Automobilkonzern Daimler hatte seine verbliebenen Anteile an dem Elektroautobauer verkauft. Johnson & Johnson kletterten um 0,9 Prozent. Der Konsumgüter- und Pharmakonzern will mit den Tests für eine Ebola-Impfung im Januar beginnen und könnte nach eigenen Angaben bis zum Mai rund 250.000 Impfdosen parat haben. Mit der Cree-Aktie ging es dagegen um fast 18 Prozent gen Süden. Der Hersteller von Maschinen zur LED-Produktion hatte einen schwachen Ausblick abgegeben.

Im Rüstungs- und Wehrtechniksektor läuft die US-Berichtssaison bislang wie geschmiert. Sowohl Northrop Grumman als auch General Dynamics überboten mit ihren Gewinnkennziffern die Markterwartungen, Northrop erhöhte zudem erneut die Gewinnprognose für das laufende Jahr. Northrop Grumman verloren nach anfänglichen Gewinnen 0,8 Prozent, während General Dynamics um 2,0 Prozent stiegen.

Quelle: n-tv.de

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