Wirtschaft
Vorweihnachtshandel an der Wall Street: Dow und S&P markieren neue Allzeithochs.
Vorweihnachtshandel an der Wall Street: Dow und S&P markieren neue Allzeithochs.(Foto: REUTERS)

Auftrieb kurz vor Weihnachten: Dow knackt die 18.000er-Marke

Im New Yorker Aktienhandel ziehen die Kurse weiter an. Zwei der drei großen Börsenbarometer beenden den letzten vollen Handelstag vor den Feiertagen mit neuen Rekordständen. Schub liefern starke Daten aus den USA.

Der Auftrieb vor Weihnachten hat die Wall Street in neue Höhen getragen: Erstmals in seiner Geschichte ging der Dow-Jones-Index jenseits der Marke von 18.000 Punkten aus dem Handel. Auch der S&P-500 kletterte auf ein neues Allzeithoch.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,4 Prozent auf 18.024 Punkte. Der S&P-500 gewann 0,2 Prozent auf 2082 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite-Index 0,3 Prozent. Konjunkturdaten fielen uneinheitlich aus, doch die Börsianer sahen vor allem das Positive. Insbesondere extrem gute BIP-Daten machten den Börsianern Kauflaune. An Heiligabend findet nur ein verkürzter Handel statt, nächster Handelstag danach ist der Freitag.

Bei den Handelsumsätzen sank das Volumen am letzten vollen Handelstag vor Weihnachten auf 0,69 (Montag: 0,79) Milliarden Aktien. Auf 2041 (1.839) Kursgewinner kamen 1155 (1.351) Kursverlierer, während 69 (79) Titel unverändert schlossen.

Es war der fünfte Handelstag in Folge mit Gewinnen. Händler erklärten die ungebrochen positive Stimmung auch mit den Aussagen der US-Notenbank vom Mittwoch vergangener Woche. Die Federal Reserve hatte zwar signalisiert, dass sie die Zinsen im kommenden Jahr erhöhen wird, dabei will sie aber nichts überstürzen.

Wegen der weihnachtsbedingt verkürzten Handelswoche konzentrierte sich eine Fülle von Konjunkturdaten auf den Dienstag. Das BIP-Wachstum wurde auf 5,0 Prozent nach oben revidiert. So stark war die US-Wirtschaft seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gewachsen. Ökonomen hatten hier einen Anstieg um 4,3 Prozent zum Vorquartal erwartet, nachdem vorläufig ein Wert von plus 3,9 Prozent ermittelt worden war.

Die Auftragseingänge und die Neubauverkäufe fielen schwach aus, was den Markt aber kaum belastete. Die von der Uni Michigan ermittelte Stimmung unter den US-Verbrauchern (Michigan-Index) hat sich im Dezember verglichen mit dem Vormonat aufgehellt, wenn auch nicht ganz so stark wie erwartet.

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Die Nasdaq hinkte den übrigen Indizes hinterher. Grund war die starke Gewichtung der Biotechnologiewerte, die gemeinsam mit dem gesamten Pharmasektor unter Duck standen. Auch im Dow waren Merck, Pfizer sowie Johnson & Johnson mit einem Minus zwischen 2 und 3 Prozent die stärksten Verlierer.

In der Branche geht die Sorge vor einem verschärften Preiskampf um. Am Vortag hatte der Pharma-Großhändler Express Scripts gegen die Zusicherung der Exklusivität von Abbvie Preisnachlässe für deren Hepatitis-C-Medikament erhalten.

Die Aktien von Walgreen waren gesucht. Die Drogeriekette hat in ihrem ersten Geschäftsquartal mehr verdient, als Analysten erwartet hatten. Das verhalf der Aktie zu einem Plus von 3 Prozent.

Die Aktien des Kaffeekonzerns Keurig Green Mountain fielen um 2,3 Prozent. Das Unternehmen muss etwa 7,2 Millionen Kaffeemaschinen zurückrufen. Aus dem Brühsystem der betroffenen Maschinen kann heißes Wasser austreten. Bislang wurden etwa 200 Fälle gemeldet; davon kam es in 90 Fällen zu Verbrühungen.

Comcast legten um 1,1 Prozent zu. Dass sich die angestrebte, 45 Milliarden US-Dollar schwere Fusion mit Time Warner Cable erneut verzögert, schien die Anleger nicht zu interessieren. Time Warner hat der US-Kartellbehörde wichtige Dokumente nicht rechtzeitig vorgelegt.

Barnes & Noble drehten nach kräftigen Gewinnen 0,2 Prozent ins Minus. Die Buchhandelskette hat von Pearson den Anteil an ihrer Ebook-Tochter Nook zurückgekauft und kann nun die geplante Aufspaltung des Konzerns angehen.

Staatsanleihen waren nach den guten BIP-Daten nicht gefragt. Die Rendite zehnjähriger Treasurys stieg um 7 Basispunkte auf 2,25 Prozent. Zudem wurden Mittel durch Auktionen absorbiert, neu an den Markt kamen zweijährige variabel verzinsliche Anleihen für 13 Milliarden Dollar und fünfjährige Anleihen im Volumen von 35 Milliarden Dollar.

Der Euro setzte die Talfahrt der vergangenen Tage fort und rutschte nach den überraschend starken BIP-Daten unter die Marke von 1,22 Dollar. Mit aktuell 1,2172 Dollar markiert die Gemeinschaftswährung ein neues Zwei-Jahres-Tief. Die Daten haben die Erwartung untermauert, dass EZB und US-Notenbank eine gegenläufige Zinspolitik verfolgen werden. Daneben belastete die unsichere politische Lage in Griechenland, wo auch die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen gescheitert ist.

Gold konnte sich von den hohen Verlusten am Montag nicht erholen. Der festere Dollar drückt den Preis. Das Edelmetall wird in Dollar bezahlt und verteuert sich für Käufer aus anderen Währungsgebieten, wenn der Greenback aufwertet. Die Feinunze Gold fiel um weitere 2 Dollar auf 1178 Dollar.

Auch Öl wird in Dollar bezahlt, machte aber trotz der festeren US-Währung Boden gut. Hier wurden die jüngsten Verluste zum Kauf genutzt, berichteten Händler. Das Barrel WTI kostete mit 57,12 Dollar 3,4 Prozent mehr als am Montagabend. Im Dow erholten sich die Energiewerte Chevron und Exxon, die um 1,7 beziehungsweise 1,4 Prozent zulegten.

Quelle: n-tv.de

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