Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Sorge vor Fed verdirbt die Laune: Dow leicht im Minus

Wenig Lust zum Kaufen haben die Händler an der Wall Street. So paradox es klingt: Der Wirtschaft geht es derzeit zu gut, in den USA droht die Zinswende. Aufgrund dieser Aussichten ist die Stimmung an der Börse mau. Der Dow trat mehr oder weniger auf der Stelle.

Enttäuschende Arbeitsmarktdaten und die politische Großwetterlage haben die Kauflaune an der Wall Street gedämpft. Auch das Thema Zinswende hing wie eine dunkle Wolke über dem Markt. In der kommenden Woche trifft sich die US-Notenbank zu ihrer nächsten Sitzung, und viele Marktteilnehmer fürchten Aussagen in Richtung eines strafferen Kurses.

Die jüngsten Konjunkturdaten zeugten überwiegend von einer Belebung der US-Wirtschaft und liefern daher die Federal Reserve Spielraum für Zinserhöhungen. Dass in der vergangenen Woche mehr Amerikaner als erwartet erstmals Arbeitslosenhilfe beantragten, änderte nichts an dem übergeordneten positiven Bild.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 Prozent auf 17.049 Punkte. S&P-500 und Nasdaq-Composite gaben jeweils um 0,1 Prozent nach. Umgesetzt wurden 0,60 (Mittwoch: 0,61) Milliarden Aktien.

Vorsichtig agierten die Anleger auch wegen der Zuspitzung der Krise um den "Islamischen Staat" in Syrien und im Irak. US-Präsident Barack Obama hatte am Mittwoch einen Plan zur Bekämpfung der Dschihadisten präsentiert. Die neuen, schärferen Sanktionen der EU gegen Russland wegen des Konflikts in der Ostukraine hätten die Investoren ebenfalls etwas beunruhigt, hieß es. Beobachter bescheinigten dem Markt allerdings erstaunliche Widerstandskraft. Es sei schon verwunderlich, dass trotz all der Krisen auf der Welt die Volatilität so gering sei, merkte etwa Colleen Supran vom Vermögensverwalter Bingham, Osborn & Scarborough an.

Einige Marktteilnehmer sahen indessen auch einen Zusammenhang zwischen Kursverlusten am Aktienmarkt und den jüngst gestiegenen Anleiherenditen. Es gebe Befürchtungen, dass höhere Zinsen die Unternehmensgewinne schmälern und damit indirekt auch den Aktienmarkt belasten könnten, sagte David Bianco von der Deutschen Bank. Sein Haus sei aber überzeugt, dass höhere Zinsen keine Gefahr für die Ertragslage der Unternehmen darstellten, so lange sich der Anstieg im Rahmen halte.

Sportwarenanbieter überzeugte mit Geschäftsbericht

An der Börse schossen die Aktien von JDS Uniphase um 10,3 Prozent in die Höhe. Die Gesellschaft will sich in zwei Teile aufspalten. Das auf Glasfaserkommunikation spezialisierte Unternehmen will sein Geschäft mit optischen Komponenten von seinem Netzgeschäft trennen.

Gewinn und Umsatz des Sportbekleidungsexperten Lululemon Athletica lagen im zweiten Quartal über den Erwartungen, auch aufgrund von Verbesserungen im Direktkundengeschäft. Der Aktienkurs legte um 13,9 Prozent zu, die Aktie notiert aber nach wie vor deutlich unter dem Kursniveau zu Jahresbeginn. Lululemon bemüht sich um die Wiederherstellung des aufgrund einer Rückrufaktion für Yogahosen lädierten Rufes. Die Kosten hierfür beliefen sich auf mehrere 10 Millionen Dollar.

Die Aktie von Radioshack stieg um 9,6 Prozent. Vorstandschef Joe Magnacca hatte bestätigt, dass sein Unternehmen diverse Möglichkeiten erwägt, um die Bilanz wieder auf Vordermann zu bringen. Im zweiten Quartal war der flächenbereinigte Umsatz um 20 Prozent eingebrochen. An keiner Stelle im jüngsten Bericht beschäftigt sich das Unternehmen derweil mit einer möglichen Insolvenz.

Quelle: n-tv.de

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