Wirtschaft
So was zieht bei den europäischen Verbrauchern nicht.
So was zieht bei den europäischen Verbrauchern nicht.(Foto: picture alliance / dpa)

US-Verbraucher beflügeln: Dow schafft Mini-Plus

Die Sorgen bleiben in den USA. Präsident Obama versucht, eine Haushaltskrise zu verhindern. Ein gestiegenes Verbrauchervertrauen sorgt an der Wall Street für leichten Rückenwind.

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Ein überraschend gestiegenes US-Verbrauchervertrauenhat zum Wochenausklang an der Wall Street für eine leichte Erholung gesorgt. Dochdie Sorgen vor den am 1. Januar 2013 automatisch in Kraft tretenden Steuererhöhungenund Ausgabenkürzungen, die die USA wieder in eine Rezession stürzen könnten, habendas Sentiment weiter belastet.

So reduzierten die Kurse mit Aussagen von US-PräsidentBarack Obama ihre Aufschläge deutlich. Dieser hat führende Politiker des Kongressesin der kommenden Woche zu Gesprächen über die drohende Haushaltskrise eingeladen.Gleichzeitig bekräftige Obama allerdings seine Forderung nach höheren Steuern fürBesserverdienende, was am Markt mit Abschlägen quittiert wurde.

Damit ging Obama drei Tage nach seiner Wiederwahl indie Offensive. Die US-Politiker müssen sich bis zum Jahresende auf einen neuen Haushalteinigen. Das Parlament ist jedoch gespalten: Im Repräsentantenhaus geben die Republikanerden Ton an, im Senat dagegen die Demokraten von Obama. In den vergangenen Monatenhaben sich beide Seiten gegenseitig blockiert. Die Fiskalklippe würde der US-Wirtschaftrund 800 Milliarden Dollar entziehen, womit diese in eine Rezession zurückfallenund die Arbeitslosigkeit wieder kräftig steigen könnte.

Aber auch die Sorgen über die weitere Entwicklung inGriechenland belasteten. Derzeit ist völlig unklar, wie das hochverschuldete Landin der kommenden Woche fällige Kredite im Volumen von 5 Milliarden Euro bedienensoll. Zwar wurde das mit der Troika aus IWF, EZB und EU ausgehandelte Sparpaketmit knapper Mehrheit beschlossen, mit der Abstimmung über den Sparhaushalt für 2013steht am Sonntag aber gleich die nächste Hürde an. Vor allem der Euro litt unterder anhaltenden Unsicherheit und notierte im späten US-Handel nur noch bei 1,2712Dollar. Analysten wollen einen Fall der Devise bis auf 1,26 Dollar in der kommendenWoche nicht ausschließen.

Der Dow-Jones-Index(DJIA) erhöhte sich um 4 Punkte auf 12.815 Punkte, nachdem er im Tageshoch schonbis auf 12.890 Punkte gestiegen war. Der S&P-500gewann 0,2 Prozent auf 1.380 Punkte und schloss damit genau auf der wichtigen 200-Tage-Linie.Ein nachhaltiger Fall unter dieses Niveau würde deutliches Abwärtspotenzial eröffnen.Der Nasdaq-Composite legte um 0,3 Prozentauf 2.905 Punkte zu.

Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Novemberstärker als erwartet aufgehellt. Der Aufwärtstrend der vergangenen Monate hat sichdamit weiter fortgesetzt. Der an der Universität Michigan berechnete Index stiegauf 84,9 Punkte. Für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft ist das ein gutes Omen.Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten den Indexstand nur bei 83,0 erwartet.Die Verbraucher spielen eine Schlüsselrolle für die US-Wirtschaft, weil rund 70Prozent des Bruttoinlandsprodukts vom Privatkonsum abhängen.

Die Aktien von Grouponbrachen um 29,6 Prozent ein. Grund waren verfehlte Prognosen bei dem Rabattanbieter.Statt eines erwarteten Gewinns gab es unterm Strich einen leichten Verlust. Währenddas Geschäft in den USA solide verlaufen sei, habe Groupon in Europa einen schwerenStand, sagte CEO Andrew Mason.

Die Titel von WaltDisney verloren 6 Prozent und hatten damit die rote Laterne im Dow-Jones-Index.Hier hat der Umsatz im vierten Quartal mit 10,78 Milliarden die Prognose der Analystenleicht verfehlt.

Dagegen schossen die Aktien des Software-Anbieters Kayak um 27,8 Prozent auf 39,67 Dollar indie Höhe. Hintergrund war ein Übernahmeangebot von Priceline.com für 40 Dollar je Aktie bzw. 1,8 Milliarden Dollar. DiePriceline-Aktie schloss mit einem Minus von 0,3 Prozent. Kayak Software war erstim Juli an die Börse gekommen.

Die Apple-Titel erholten sich etwas von den jüngsten Abgaben und stiegen1,7 Prozent. Die Aktie verzeichnet seit ihrem Jahreshoch bei 705 Dollar aber immernoch ein Minus von rund 20 Prozent. Analyst Ittai Kidron von Oppenheimer & Cosieht auf dem aktuellen Niveau einen guten Einstiegszeitpunkt. Die jüngsten Verlusteseien übertrieben gewesen. "Die Wettbewerbsposition von Apple ist unverändertund das Unternehmen ist in allen Bereichen gut positioniert für das Jahr 2013",so der Analyst. Sollte die Nachfrage für das neue iPhone und das iPod weiter hochbleiben, könnte es bald zu einer deutlicheren Erholung kommen.

Quelle: n-tv.de