Wirtschaft
Das Kriseninstrument kommt zurück in den Koffer: Die Ausstiegspläne der Fed dürften die Wall Street noch lange beschäftigen.
Das Kriseninstrument kommt zurück in den Koffer: Die Ausstiegspläne der Fed dürften die Wall Street noch lange beschäftigen.(Foto: AP)

Visa-Aktien gewinnen 10 Prozent: Dow schließt breit im Plus

Kräftiger Rückenwind an der Wall Street: Am Tag nach dem entmutigenden Fed-Signal lösen starke Konjunkturdaten kräftige Bewegungen aus. Die Aktien von Kreditkartenanbietern ziehen nach vielversprechenden Zahlen steil an.

Überraschend gute Wachstumsdaten haben die New Yorker Börsen angetrieben. Neben den starken Daten zur Wirtschaftskraft im dritten Quartal habe die Wall Street auch von guten Unternehmenszahlen insbesondere von den Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard profitiert, sagte Marktanalyst Jasper Lawler von CMC Markets UK.

Der Dow-Jones-Index mit seinen 30 Titeln aus der US-Unternehmenslandschaft schloss mit einem Aufschlag von 1,30 Prozent bei 17.195,42 Punkten und erreichte damit den höchsten Stand seit Ende September. Der umfassendere S&P-500-Index legte um 0,62 Prozent auf 1994,65 Punkte zu. Nach Startverlusten kletterte der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 bis zum Handelsschluss um 0,25 Prozent ins Plus auf 4100,64 Punkte. Die Nasdaq litt laut Händlern unter der Schwäche im Halbleitersektor, die auch die Intel-Aktien im Dow belastete.

Die in voller Fahrt befindliche US-Berichtssaison bindet die Aufmerksamkeit der Börsianer. Tagesgewinner im Dow waren die Aktien von Visa mit plus 10,2 Prozent, die damit am Tag nach der Zahlenvorlage den Rekordwert von 236,65 US-Dollar erreichten. Mastercard-Titel gewannen 9,4 Prozent. Die beiden Kreditkarten-Anbieter verdienen gut an der Kauflaune der Verbraucher und übertrafen die Erwartungen.

Angesichts der weiter fallenden Ölpreise konnten die Energiewerte nicht bei der guten Börsenlaune mitziehen. Die Anteile am Ölkonzernen Chevron kletterten zwar bis zum Handelsende mit 0,1 Prozent noch leicht ins Plus, die Aktie von ExxonMobil blieb dagegen mit 0,2 Prozent im Minus. Am unteren Ende des US-Leitindex fanden sich die Technologiewerte Microsoft und Intel mit Kursverlusten von 1,2 beziehungsweise knapp 4 Prozent wieder. Händler verwiesen auf die Schwäche der Chipwerte als Belastung.

Starke Bewegungen gab es auch im Pharmasektor: Aktionäre des Arzneimittelhändlers Catamaran Corp konnten sich über einen Kursgewinn von 12,9 Prozent auf 47,54 Dollar freuen. Nach einem besser als erwarteten Ergebnis je Aktie ging das Papier als Tagessieger im Nasdaq-100-Index aus dem Handel. Positive Nachrichten zu einem Medikament bescherten Bristol-Myers Squibb ein Plus von 8,9 Prozent.

Ende einer Ära

Insgesamt bleiben die Aussichten für US-Aktien unsicher: Weil die Konjunktur stärker als erwartet anzieht und die US-Notenbank Fed ihre Geldspritzen erwartungsgemäß auslaufen lässt, fürchten Börsianer eine schnellere Zinserhöhung in den USA. Die extrem niedrigen Zinsen seit der Finanzkrise 2008 haben maßgeblich dazu beigetragen, die Börsen auf Rekordhöhen zu hieven. Im dritten Quartal ist die US-Wirtschaft wegen steigender Exporte und Rüstungsausgaben mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,5 Prozent gewachsen.

"Nach Ende des Wertpapierkaufprogramms der Fed dürfte sich diese nun verstärkt um die Zinswende kümmern. Die Tonlage ist bei der letzten Sitzung etwas "falkenhafter" ausgefallen, aber großen Schrecken hat die Fed damit - anders als von manchen Börsianern erwartet - nicht ausgelöst", fasste Analyst Craig Erlam von Alpari die Stimmung im Handelsverlauf zusammen.

Der Kurs des Euro stabilisierte sich trotz der guten Wirtschaftsdaten aus den USA und wurde mit 1,2606 Dollar nur etwas tiefer als am Vorabend gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2598 (Mittwoch: 1,2737) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7938 (0,7851) Euro. Auch am Anleihenmarkt stabilisierten sich die Kurse nach der Schwäche in Reaktion auf die Notenbankentscheidungen am Vortag. Die richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihe gewann 2/32 Punkte auf 100 19/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,31 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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