Wirtschaft
"Trotz der insgesamt positiven Verfassung des Marktes macht einem der Einstieg auf diesem Niveau etwas Angst"
"Trotz der insgesamt positiven Verfassung des Marktes macht einem der Einstieg auf diesem Niveau etwas Angst"(Foto: dapd)

Beängstigend hohes Niveau: Dow schließt erneut im Plus

Die Anleger am US-Aktienmarkt bleiben in Rekordlaune: Der Dow Jones Industrial marschiert den dritten Tag in Folge mit einem neuen Rekordhoch in den Feierabend. Jetzt richten sich alle Augen auf den offiziellen "Job Report".

Neue Signale für eine Aufhellung am US-Arbeitsmarkt haben dem US-Leitindex den dritten Tag in Folge ein Allzeithoch beschert. Viele Investoren nähmen derzeit jede Gelegenheit wahr, um noch in die Rally einzusteigen, erklärten Börsianer. "Es scheint, als warten die Anleger nicht mehr auf einen Rückschlag, sondern wollen auf keinen Fall einen Zug verpassen", beurteilte Art Hogan von der Investmentbank Lazard Capital die Stimmung.

Gleichzeitig jedoch ertönten auch Warnrufe. "Trotz der insgesamt positiven Verfassung des Marktes macht einem der Einstieg auf diesem Niveau etwas Angst", erklärte Michael Sheldon von RDM Financial. Händler begründeten die anhaltend freundliche Stimmung an den Aktienmärkten vor allem mit positiven Konjunkturdaten. Die bereits vor Börsenstart veröffentlichten Zahlen zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe zum Beispiel fielen besser als erwartet aus. Hinzu kamen gute Daten zur Produktivität in den USA.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher auf neuem Allzeithoch bei 14.329 Punkten. Im Handelsverlauf war das prominenteste US-Börsenbarometer sogar bis auf 14.354,69 Punkte vorgerückt. Bereits am Dienstag hatte der weltweit bekannteste Aktienindex die alte Bestmarke vom Oktober 2007 geknackt. Das Tagestieg lag bei 14.296 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 1544 Zähler. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,3 Prozent auf 3232 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,25 Prozent auf 2799,49 Punkte. In Frankfurt war der Dax 0,3 Prozent fester bei 7939 Zählern aus dem Handel gegangen.

Der Markt sehe die US-Wirtschaft positiver als noch zu Beginn des Jahres und das spiegele sich in der überdurchschnittlichen Kursentwicklung auch wider, sagte ein Investment-Stratege. Dies könnte auch so weitergehen: "Die Notenbank wird die geldpolitischen Zügel weiter locker lassen, und auch der am Freitag anstehende große Arbeitsmarktbericht dürfte gute Daten bringen."

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Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken in der vergangenen Woche überraschend um 7000 auf 340.000 und schürten damit neue Hoffnungen auf eine dauerhafte Erholung der gebeutelten Wirtschaft. Die an der Börse mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten für Februar - der offizielle Job Report aus dem US-Arbeitsministerium - werden am Freitag veröffentlicht.

Bei den Einzelwerten stand unter anderem der Computerkonzern Dell im Mittelpunkt. Dessen neuer Großaktionär Carl Icahn drängt das Unternehmen zu einer fremdfinanzierten Sanierung und erhöht damit den Widerstand gegen den geplanten Milliarden-Rückkauf von Firmengründer Michael Dell. Die Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens gefiel Anlegern nicht: Der Kurs gab um knapp ein Prozent nach.

An der Dow-Spitze kletterten die Papiere der Bank of America um weitere 2,85 Prozent nach oben. Damit knüpften sie an ihre deutlichen Vortagesgewinne an. Den zweiten Platz sicherten sich die Titel des Flugzeugbauers Boeing mit plus 2,49 Prozent.

Der Medienkonzern Time Warner trennt sich nach der Internettochter AOL und dem Geschäft mit Kabelanschlüssen nun auch von seinen Zeitschriften. Die Verlagssparte Time Inc. mit den großen Magazinen "Time" oder "Fortune" soll als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden. Durch die Abspaltung könne sich der Konzern auf Film und Fernsehen konzentrieren, begründete Firmenchef Jeff Bewkes den Schritt. Die Time-Warner-Aktien stiegen um 2,38 Prozent.

Der Zahnpastakonzern Colgate-Palmolive kündigte eine Dividenden-Anhebung sowie einen Aktiensplit an. Das Papier profitierte jedoch kaum von der Nachricht und ging nahezu unverändert aus dem Handel.

Kräftig nach oben ging es dagegen mit den Aktien des Netzwerkausrüsters Ciena. Das Unternehmen verringerte seinen Verlust und schickte dadurch seine Anteilsscheine 17 Prozent in die Höhe.

Zu den Gewinnern zählten auch die Aktien von Facebook mit einem Anstieg von 4 Prozent. Das soziale Netzwerk überarbeitete wichtige Teile seiner Internet-Präsenz und konnte damit überzeugen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,71 Mrd. Aktien den Besitzer. 1728 Werte legten zu, 1262 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,67 Mrd. Aktien 1490 im Plus, 960 im Minus und 126 unverändert.

Der Euro legte deutlich zu und notierte zuletzt bei 1,3106 US-Dollar. Beobachter begründeten dies damit, dass Spekulationen auf eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank keine weitere Nahrung erhielten. Am Rentenmarkt sanken die richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen angesichts der guten Konjunkturdaten um 16/32 Punkte auf 100 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,996 Prozent.

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Quelle: n-tv.de

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