Wirtschaft
Unsichere Aussichten an den Börsen: In New York wartet Aktienhändler Pete (r.) lieber noch ab, wie sich die US-Notenbank bei ihrer Oktober-Sitzung entscheidet.
Unsichere Aussichten an den Börsen: In New York wartet Aktienhändler Pete (r.) lieber noch ab, wie sich die US-Notenbank bei ihrer Oktober-Sitzung entscheidet.(Foto: REUTERS)

Dax gewinnt 0,06 Prozent: Dow schließt im Minus

Wenig Bewegung gibt es zum Wochenstart am Aktienmarkt. Der deutsche Leitindex geht mehr oder weniger auf dem Schlussstand von vergangener Woche aus dem Handel. Vor der Fed-Sitzung halten sich auch die US-Anleger zurück. Der Ifo-Index stützt wenig.

Überwiegend zurückhaltend zeigten sich zum Wochenauftakt die Anleger am deutschen Aktienmarkt: Der Dax verzeichnete zwar über einen Großteils des Handelstages leichte Gewinne, nur gegen Ende ging es zwischenzeitlich mal in die Verlustzone. Am Ende schloss der deutsche Leitindex minimal im Plus auf fast genau 10.800 Punkten. Unterstützung kam vom Ifo-Index, der weniger stark gesunken war als angenommen. Der Index ist im Oktober auf 108,2 von 108,5 Punkten zurückgegangen. Erwartet worden war ein stärkerer Rückgang auf 107,8 Punkte.

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Mit den geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank sowie der japanischen Notenbank (BoJ) hat die laufende Woche einiges zu bieten. Insbesondere die BoJ könnte ihr Wertpapierkaufprogramm ausweiten. Die Fed dürfte sich dagegen zurückhalten. Daneben nimmt die Berichtssaison in Deutschland und Europa richtig Fahrt auf.

Gegen einen Durchmarsch an den Börsen spricht die Entwicklung an den Devisenmärkten. Am späten Nachmittag notierte der Euro gut erholt bei 1,1053 Dollar. Am Freitag tauchte der Euro kurzfristig unter die Marke von 1,10 ab. Der sehr taubenhafte Auftritt von EZB-Präsident Mario Draghi hatte den Euro um mehr als zwei Cent gedrückt.

Frankfurt: Deutsche Bank nach Bericht über Ermittlungen belastet

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Der Dax schloss am Ende 0,1 Prozent im Plus auf 10.801 Punkten. Ähnlich sah es beim "kleinen Index-Bruder" MDax aus, der ebenfalls 0,1 Prozent auf 20.929 Zähler zulegte. Deutlich nach unten ging es hingegen für den technologielastigen TecDax mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 1801 Punkte - belastet vor allem durch den Kurssturz bei Dialog Semiconductor. Der Euro-Stoxx-50 büßte 0,3 Prozent ein auf 3417 Punkte.

Positiv werteten Händler die Braunkohle-Vereinbarung zwischen dem Bund und den Versorgern. "Da kommt Geld in die Kasse", sagte Heino Ruland, Head of Research beim Broker-Haus ICF. RWE nimmt Braunkohlekraftwerke vom Netz, hält sie aber als Reserve für Stromausfälle vor. Der Bund kann so nach Erwartung von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Klima-Schutzziele erreichen. "Für RWE könnte das 130 Millionen Euro pro Jahr bringen", so Ruland. Bezahlen werden die Zeche die Stromkunden. RWE stiegen 1,5 Prozent, Eon schlossen hingegen nahezu unverändert.

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Belastet wurde die Aktie der Deutschen Bank durch einen Medienbericht, laut dem US-Behörden die Untersuchungen mit Blick auf Geldwäschevorwürfe in Russland ausweiten wollen. Das Papier büßte 1,4 Prozent ein und landet damit im Dax weit hinten. Wie die "Financial Times" berichtet, soll nun auch hinsichtlich möglicher Verstöße gegen Sanktionsmaßnahmen ermittelt werden.

Auf der Verliererseite weit unten landeten auch ThyssenKrupp, die sich nach einer Herunterstufung durch die Citigroup um 1,5 Prozent verbilligten. Die Analysten hatten die Titel auf "Neutral" von "Buy" heruntergenommen. Dax-Schlusslicht waren jedoch Continental mit einem Minus von 1,5 Prozent.

Als "eher enttäuschend" bezeichneten Händler die vorläufigen Zahlen von Dialog Semiconductor zum dritten Quartal. Vor allem der Ausblick entspreche nicht den hohen Erwartungen. Die Zahlen an sich seien gut, würden aber eben auch nicht den erhöhten Schätzungen entsprechen. "Schlimmer noch ist, dass die Zahlen schon vorher an Analysten gegeben worden sind", sagte ein Händler: "Solche Pannen dürfen nicht vorkommen". Die Dialog-Aktie brach um 20,3 Prozent ein.

Wall Street: Leichte Verluste an den US-Börsen

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Der Handel an der Wall Street ist zum Wochenstart reichlich müde verlaufen. Die Leitindizes schlossen mit leichten Verlusten. Zum einen seien die Anleger nach der "jüngsten Aufholjagd etwas erschöpft", hieß es aus New York. Der Dow-Jones-Index hatte sich seit Ende September um rund 1600 Punkte verbessert. Zum anderen agierten die Börsianer im Vorfeld der anstehenden Fed-Sitzung zögerlich.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,1 Prozent auf 17.623 Punkte. Der S&P-500 gab um 0,2 Prozent nach auf 2071 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq stieg der Composite-Index um 0,1 Prozent auf 5035 Punkte an. Frische Konjunktursignale sprechen nicht gerade für eine Straffung der Geldpolitik: Die jüngsten Daten zu den Neubauverkäufen fielen schwächer aus als erwartet. In der Vorwoche hatten die taubenhafte Rhetorik der EZB und die Zinssenkung der chinesischen Notenbank Schwung an die Aktienmärkte gebracht.

Ein Thema am Markt war die Schwäche der Energiewerte, die unter dem nachgebenden Ölpreis litten. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 43,98 Dollar. Die anhaltende Überversorgung und die schwächelnde Nachfrage dürfte etwaige Gewinne bis zum Jahresende deckeln, hieß es im Handel. Die Anzahl der auf steigende Notierungen ausgelegten Positionierungen habe zuletzt deutlich nachgegeben, so ein Hinweis aus dem Handel. Unter den großen Ölwerten fielen Exxon um 2,1 Prozent und Chevron um 2,7 Prozent.

Unternehmensbilanzen kamen derweil eher aus der zweiten Reihe, unter anderem von Xerox. Die Aktien des Kopiererspezialisten fielen um 3,1 Prozent. Zwar fiel der Gewinn im dritten Quartal besser aus als vorausgesagt, doch hat das Unternehmen die Umsatzerwartungen des Marktes verfehlt. Für den weiteren Wochenverlauf sind allerdings richtige Schwergewichte angekündigt. Am Dienstag werden Apple, Pfizer und DuPont ihre Bücher öffnen.

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Insgesamt wird in dieser Woche ein Drittel der im S&P-500 gelisteten Unternehmen Geschäftszahlen vorlegen, 170 an der Zahl. Vor allem die Aussichten bei Apple scheinen sich nach Meinung der Anleger zu verdüstern, denn die Aktie trug mit einem Minus von 3,3 Prozent die rote Laterne im Dow.

Der US-Autoreparatur-Dienst Pep Boys hat einen Käufer gefunden. Bridgestone kauft das Unternehmen für 835 Millionen US-Dollar und baut damit das eigene Filialnetz in den USA deutlich aus. Pep Boys verfügt in den Staaten über rund 800 Filialen, während Bridgestone bereits auf etwa 2200 Reifen- und Autoteilefilialen kommt. Die Japaner zahlen 15 US-Dollar je Aktie. Dieses Niveau hatte das Papier zuletzt Anfang 2012 gesehen, als eine andere Übernahmeofferte scheiterte. Die Aktie von Pep Boys legte um 23 Prozent auf 14,99 Dollar zu.

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Duke Energy übernimmt für 4,9 Milliarden Dollar den Gasanbieter Piedmont und damit mehr als eine Million Kunden, die ihr Erdgas von Piedmont beziehen. Zwischen den beiden Unternehmen besteht bereits eine Partnerschaft für den geplanten Bau einer Erdgaspipeline durch den östlichen Teil North Carolinas, dessen Kosten 5 Milliarden Dollar betragen. Piedmont-Aktien sprangen um knapp 37 Prozent nach oben, Duke Energy verloren 2 Prozent.

Die Aktie von Tyson Foods fiel um 4,9 Prozent. Analysten von JP Morgan hatten den Wert auf Neutral abgestuft.

Asien: Nikkei legt nach Freitags-Kurssprung weiter zu

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Die asiatischen Börsen sind überwiegend mit Gewinnen in die neue Woche gestartet und haben ihre Verluste nach der Abwertung der chinesischen Währung im August inzwischen fast vollständig kompensiert. Schwung erhielten die Aktienkurse vor allem von der Zinssenkung der chinesischen Notenbank am Freitag. Sie hatte den Leitzins mit einjähriger Laufzeit um einen Viertelpunkt auf 4,35 Prozent gesenkt und ihre Bereitschaft angedeutet, bei Bedarf nachzulegen.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,65 Prozent im Plus bei 18.947 Punkten. Am vergangenen Freitag hatte der wichtigste Index Japans auch aufgrund von Hoffnungen auf weitere Konjunkturhilfen der EZB mehr als zwei Prozent zugelegt.

In China zeigten sich die Börse in Shanghai als auch der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen recht volatil. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Viele blicken auch auf das Treffen des Zentralkomitees der regierenden Kommunistischen Partei, auf dem  von Montag bis Donnerstag über einen neuen Fünf-Jahres-Wirtschaftsplan beraten wird.

Mit der Zinssenkung in China und der vorangegangenen Ankündigung der Europäischen Zentralbank, ihre Politik der geldpolitischen Lockerung fortzusetzen, wuchs bei den Anlegern die Erwartung, dass auf die Notenbank Japans dem Trend folgen wird. Außerdem gehen die Börsianer davon aus, dass die US-Notenbank Fed bei ihrem Treffen am Dienstag und Mittwoch wohl keine Anhebung der Zinsen beschließen wird.

Rohstoffe: Ölpreise gehen im Tagesverlauf zurück

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Der Ölpreis neigt dagegen weiterhin zur Schwäche. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich um 0,8 Prozent auf 44,24 Dollar. Die anhaltende Überversorgung und die schwächelnde Nachfrage dürfte etwaige Gewinne bis zum Jahresende deckeln, heißt es im Handel. Die Anzahl der auf steigende Notierungen ausgelegten Positionierungen habe zuletzt deutlich nachgegeben, so ein Hinweis aus dem Handel.

Der leicht nachgebende Dollar macht Gold hingegen wieder etwas attraktiver. Die Feinunze verteuert sich auf 1166 Dollar nach 1164 zum Wochenschluss.

Devisen: Euro steigt deutlich über 1,10 Dollar

Der Kurs des Euro ist am Montag gestützt durch schwache US-Immobilienmarktdaten gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am späten Nachmittag mit 1,1053 US-Dollar gehandelt. In der Nacht hatte der Euro noch zeitweise unter der Marke von 1,10 Dollar notiert.

Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1011 (Freitag: 1,1084) Dollar festgesetzt. Schwache Daten vom US-Häusermarkt hätten den Dollar am Nachmittag laut Händlern belastet. Wenig bewegt wurde der Devisenmarkt durch das gesunkene Ifo-Geschäftsklima im Oktober

Quelle: n-tv.de

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