Wirtschaft
Die USA haben gewählt - und sich mehrheitlich gegen die Politik der Demokraten entschieden.
Die USA haben gewählt - und sich mehrheitlich gegen die Politik der Demokraten entschieden.(Foto: REUTERS)

Republikaner, Jobs und starke Daten: Dow schließt in großer Höhe

Der Wahlausgang verschafft Anlegern an der Wall Street zumindest Gewissheit: In Washington verschiebt sich die Machtbalance weiter in Richtung Republikaner. Glänzende Signale vom Arbeitsmarkt verstärken den Nachwahleffekt. Nur die Techwerte tanzen aus der Reihe.

Der deutliche Sieg der Republikaner bei den Kongresswahlen hat die US-Börsen zur Wochenmitte auf neue Rekordhöhen getrieben. Von den gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten hingegen gingen Beobachtern zufolge kaum Impulse aus.

Der Dow-Jones-Index mit seinen 30 Schwergewichten aus der US-Unternehmenslandschaft beendete den Handel 0,58 Prozent fester bei 17.484,53 Punkten - und blieb damit nur minimal unter seinem neuen Allzeithoch von 17.486 Stellen, das er im Handelsverlauf erklommen hatte. Der marktbreite S&P-500-Index rückte um 0,57 Prozent auf 2023,57 Punkte vor. Der Composite-Index an der Nasdaq gab dagegen leicht nach auf 4620 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 0,07 Prozent auf 4153,27 Punkte.

Der Triumph der Republikaner bei den Kongresswahlen und starke Daten vom Arbeitsmarkt hätten Anlegern in den USA Rückenwind verliehen, hieß es. Zu den größten Gewinnern zählten Energiewerte - Anleger setzten darauf, dass die als wirtschaftsfreundlich geltenden Republikaner die Gesetze für die Branche lockern und eher als die Demokraten etwa den Bau von Pipelines genehmigen oder das Öl-Export-Verbot reformieren. Die Investoren reagierten aber auch erleichtert darauf, dass nun die Mehrheitsverhältnisse klar sind und damit politischer Stillstand unwahrscheinlicher geworden ist.

Die Republikaner, die bereits über die Mehrheit im Repräsentantenhaus verfügten, haben nach den Midterm Elections nun auch im Senat das Sagen. "Die Investoren feierten, dass die wirtschaftsfreundlichere Partei jetzt die Kontrolle über beide Teile des Kongresses hat", sagte Marktanalyst Craig Erlam von Alpari UK.

Mit Blick auf die etwas besser als erwartet ausgefallenen ADP-Daten, die als Indikator für den am Freitag anstehenden wichtigen monatlichen Arbeitsmarktbericht gelten, sagte Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba: "Zweifel an einer anhaltend robusten Konjunktur in den USA sind nicht angebracht. Für den offiziellen Arbeitsmarktbericht zeichnet sich ein leichtes Überraschungspotenzial auf der Oberseite ab." Die Stimmung im Dienstleistungssektor hatte sich dagegen im Oktober etwas stärker als prognostiziert eingetrübt, liegt aber dennoch auf recht hohem Niveau.

Sorgen um Intel

Unter den Einzelwerten stachen im Dow Jones vor allem die Aktien von Intel hervor, die nach einer negativen Analystenäußerung um 1,6 Prozent nachgaben. Die Experten von Bernstein rechnen damit, dass dem PC-Geschäft des weltgrößten Chipherstellers in den kommenden Quartalen eine Korrektur bevorsteht.

Ansonsten standen weiterhin Unternehmen mit ihren Quartalsbilanzen im Vordergrund. Im Nasdaq 100 brachen die Titel der Touristik-Website Tripadvisor um 14,1 Prozent ein und belegten damit den letzten Platz im Auswahlindex. Der Quartalsgewinn hatte die Analysten enttäuscht und zahlreiche Experten senkten daraufhin ihr Kursziel für das Papier.

Die Anteilsscheine von Mondelez gewannen dagegen unter den Spitzenwerten im Index knapp 6,1 Prozent. Der Lebensmittelkonzern, der unter anderem die Milka-Schokolade produziert, hatte nach der Vorlage von Quartalszahlen seine Jahresziele angehoben. Die Aktien des US-Medienkonzerns Time Warner rückten in Reaktion auf besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen im S&P-100-Index um 4,03 Prozent nach oben.

Der Euro fiel im Tagesverlauf unter 1,25 US-Dollar und wurde auch zum Handelsschluss an der Wall Street weiter unter dieser Marke gehandelt. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,2484 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2480 (Dienstag: 1,2514) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8013 (0,7991) Euro. Am US-Rentenmarkt verloren richtungweisende zehnjährige Anleihen 4/32 Punkte auf 100 7/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,35 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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