Wirtschaft
Der Einzelhandel brummt. Die US-verbraucher shoppen wieder fleißig. Das könnte wohl den Ausstieg aus den US-Anleihenkäufen beschleunigen.
Der Einzelhandel brummt. Die US-verbraucher shoppen wieder fleißig. Das könnte wohl den Ausstieg aus den US-Anleihenkäufen beschleunigen.(Foto: REUTERS)

Fed-Sorgen halten an: Dow schließt schwächer

Der Einzelhandel meldet starke Daten - doch die Freude darüber währt nur kurz. Vielmehr werden sie von den Experten als weiteres Zeichen für eine anstehende Straffung der Geldpolitik interpretiert, obwohl der Arbeitsmarkt enttäuscht. An den US-Börsen geht es kräftig abwärts.

Angesichts der Unsicherheit über die geldpolitische Richtung der US-Notenbank hat die Wall Street hat am Donnerstag schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index verlor 0,7 Prozent auf 15.739 Punkte. Der S&P-500 gab 0,4 Prozent auf 1.775 Zähler ab. Der Nasdaq-Composite notierte 0,1 Prozent schwächer bei 3.998 Punkten.

Am Vortag hatten Dow & Co ihre größten Tagesverluste seit einem Monat verzeichnet. Dreh- und Angelpunkt ist weiterhin die Frage, ob die US-Notenbank in der kommenden Woche wirklich ernst macht und ihre Geldpolitik strafft. Die Einigung im US-Haushaltsstreit habe den Weg dafür geebnet, sagt ein Händler.

Die vor Handelsbeginn veröffentlichten US-Konjunkturdaten ließen dagegen kaum Rückschlüsse auf die Entscheidung der Fed in der kommenden Woche zu. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen deutlich stärker als erwartet. Die Einzelhandelsumsätze erhöhten sich um 0,7 Prozent und damit etwas stärker als prognostiziert. Das war der kräftigste Anstieg seit fünf Monaten.

"Die Erstanträge sind deutlich oberhalb der Erwartung ausgefallen und sprechen dafür, dass die Fed das Anleihekaufprogramm noch beibehält", sagt ein Aktienhändler. Andererseits sprechen die guten Geschäfte im Einzelhandel für eine Erholung der Konjunktur am Jahresende - und damit für einen baldigen Ausstieg der Notenbank aus den Konjunkturhilfen. Denn der Einzelhandel macht etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Die wiederum stehen für rund 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung.

"Die Amerikaner kehren wieder zu ihrer gewohnten Konsumlaune zurück", sagt Ökonomin Christiane von Berg von der BayernLB. Im Dezember dürften der Einzelhandelsumsatz weiter wachsen, weil dann die zu Thanksgiving verschenkten Gutscheine üblicherweise eingelöst würden.

Glänzendes Debüt für Hilton

Bei den Einzelwerten stand die Facebook-Aktie im Fokus. Mit ihrer Aufnahme in den S&P-500-Index und den S&P-100-Index per Handelsende am 20. Dezember ging es für die Papiere um rund fünf Prozent nach oben. Über die Aufnahme der Aktie in die genannten Indizes war bereits seit Monaten spekuliert worden.

Sehr erfolgreich lief der Börsengang der Hotelkette Hilton, deren Aktie am Donnerstag erstmals gehandelt wurde. Der Schlusskurs lag mit 21,50 Dollar um rund acht Prozent über dem Ausgabekurs. Dieser war am Vortag auf 20 Dollar je Aktie festgelegt worden und damit am oberen Rand der genannten Preisspanne von 18 bis 21 Dollar. In der Spitze stiegen die Papiere sogar bis auf 21,92 Dollar.

Die Apple-Aktie profitierte im frühen Handel leicht von einem positiven Gerichtsurteil in Südkorea. Im scheinbar unendlichen Patentstreit mit dem Erzrivalen Apple hatte Samsung ausgerechnet in seiner Heimat eine unerwartete Schlappe einstecken müssen. Ein Gericht entschied gegen Samsung Electronics, die behauptet hatte, Apples iPhone-Modelle 4S und 5 würden eigene Patente im Bereich der Messaging-Technologie verletzen. Am Ende schlossen die Aktien jedoch 0,1 Prozent schwächer. Cisco-Papiere gaben 1,7 Prozent nach. Der Netzwerk-Hersteller hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose gekappt.

Quelle: n-tv.de

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