Wirtschaft
Wo geht's hin?
Wo geht's hin?(Foto: picture alliance / dpa)

Haushaltsstreit und kein Ende: Dow schließt unverändert

Vorsicht herrschte zum Wochenausklang an den US-Börsen. Der US-Haushaltsstreit ist bestimmendes Thema auf dem New Yorker Parkett. Interessant ist der Blick auf die Internetwerte.

Fiskalklippe, Kaufzurückhaltung und Griechenlandrettung haben den Handel an der Wall Street zum Wochenausklang bestimmt. Per Saldo sorgte das jedoch für wenig Bewegung am Aktienmarkt. Mehr zu bieten hatte da schon der Blick auf einige ausgewählte Einzelwerte aus der Internetbranche.

Die Aktien von Zynga stürzten um 6,1 Prozent ab. Der Anbieter von virtuellen Spielen hat seine bisher engen Geschäftsbeziehungen mit dem sozialen Netzwerk Facebook gelockert. Demnach muss Zynga künftig bei seinen Spielen keine Anzeigen aus der Facebook-Werbeplattform mehr einblenden oder das Bezahlsystem des sozialen Netzwerks nutzen. Im Gegenzug darf Facebook nunmehr auch selbst Spiele entwickeln und damit Zynga Konkurrenz machen.

Der Höhenflug der Facebook-Titel setzte sich mit den Meldungen fort. Der Wert gewann 2,5 Prozent. Seit Auslaufen der letzten Haltefrist Mitte November hat der Kurs um rund ein Drittel zugelegt. Mit VeriSign zeigte sich ein weiterer Internetwert auffällig. Die Anteilsscheine des Domainbetreibers, der auch digitale Zertifikate vergibt, brachen um 13,2 Prozent ein. Durch eine Vereinbarung mit dem Handelsministerium büßte das Unternehmen bestimmte Möglichkeiten zur Preisanhebung ein.

Am Gesamtmarkt herrschte dagegen spürbare Zurückhaltung. Der Dow-Jones-Index eroberte im Verlauf die Marke von 13.000 Punkten zurück und gewann letztlich 4 Punkte. Dies reichte zum zweiten Wochengewinn in Folge, auf Monatssicht war es jedoch der zweite Verlust hintereinander. Der S&P-500 schloss am Freitag unverändert und der Nasdaq-Composite sank um 0,1 Prozent.

Hauptthema blieben die Verhandlungen über den US-Haushalt. Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, sprach von "Stillstand". Auch andere Politiker wie US-Präsident Barack Obama meldeten sich zu Wort, ohne konkrete Ergebnisse zu vermelden.

Ansonsten hielten sich positive und negative Daten die Waage. Die persönlichen Ausgaben und Einkommen lieferten eine leichte Enttäuschung, sie blieben unter den Prognosen. Der Index der Einkaufsmanager in Chicago gab nur ein gemischtes Bild. "Einerseits sind wir wieder über die 50er-Schwelle gesprungen und die Job-Komponente steigt, andererseits sind die Auftragseingänge deutlich gefallen", sagte ein Händler. Mit Erleichterung wurde indes der Beschluss des Deutschen Bundestages zugunsten weiterer Griechenlandhilfen zur Kenntnis genommen. "Die Schlagzeilen aus Europa sorgen für etwas optimistische Stimmung. Die Konsumausgaben kommen dagegen nicht so recht ins Laufen. Das gilt auch für die Investitionen der Unternehmen, solange eine Lösung des Haushaltsstreits auf sich warten lässt", sagte Volkswirt Stephen Guilfoyle von Meridian Equity Partners.

Die Citigroup will in diesem Quartal Berichten zufolge über 150 Stellen streichen und die Boni in der Investment- und Handelssparte um bis zu zehn Prozent kürzen, das Papier tendierte 1,8 Prozent schwächer. Die Aktien des Netzwerkausrüsters Tellabs schnellten um 20,7 Prozent in die Höhe. Die Gesellschaft schüttet eine Sonderdividende von 1 Dollar aus. Die Titel von Yum Brands sanken dagegen um 9,9 Prozent, der Restaurantkettenbetreiber wartete mit einem schwachen Ausblick auf.

Quelle: n-tv.de

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