Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

US-Banken enttäuschen: Dow setzt Abgabenserie fort

An den US-Börsen dominieren weiter die roten Vorzeichen. Enttäuschende Banken-Zahlen sowie der Schweiz-Schok vergraulen Käufer. Auch die Konjunkturdaten liefern keine überzeugenden Signale.

Schwache Ergebnisse aus dem Finanzsektor haben am Donnerstag an der Wall Street für Abgaben gesorgt. Nach den eher mauen Ergebnissen von JP Morgan und Wells Fargo zur Wochenmitte blieben auch die Zahlen von Bank of America und der Citigroup hinter den Erwartungen zurück. Für einen Paukenschlag hatte auch die überraschende Ankündigung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gesorgt, die Verteidigung ihres Franken-Mindestkurses aufzugeben. Seit September 2011 hatte die SNB mit Devisenmarktinterventionen versucht, eine zu starke Aufwertung des Franken zu verhindern.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,6 Prozent auf 17.321 Punkte nach. Seit Wochenbeginn summieren sich die Abgaben damit auf gut 400 Punkte. An den vergangenen 13 Handelstagen ging es damit zehnmal hinab. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,9 Prozent auf 1993 Zähler und schloss damit wieder unter der 2000er Marke. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich sogar um 1,5 Prozent auf 4571 Punkte.

Konjunkturdaten sprechen leicht für Aktien

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Die SNB wird nun nicht länger am Devisenmarkt Euro kaufen, damit der Kurs der Gemeinschaftswährung nicht unter die Marke von 1,20 Franken rutscht. Sie will damit Handlungsfreiheit zurückgewinnen und argumentiert, die Schweizer Wirtschaft habe in den letzten Jahren Zeit gehabt, sich an einen starken Franken anzupassen.

Ein uneinheitliches Bild gaben die US-Konjunkturdaten des Tages ab. Die Erzeugerpreise sind im Januar in der Kernrate kräftiger gestiegen als erwartet und der Empire State Index hat die Erwartungen klar übertroffen. Dagegen stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe etwas stärker als erwartet. Auch der Philadelphia-Fed-Index ist im Januar überraschend deutlich zurückgefallen. "Unter dem Strich leicht positiv für Aktien", lautete dennoch das Fazit eines Händlers.

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In New York versuchten die Anleger zunächst herauszufinden, was dieser Schritt für den US-Aktienmarkt bedeutet, sagte Rick Meckler, Präsident der Investmentfirma LibertyView Capital Management. Der Kursanstieg des Franken hat zur Folge, dass in Dollar gehandelte Aktien Schweizer Unternehmen günstiger werden. Daher griffen Investoren dort zu. Anders als in Zürich verteuerten sich an der Wall Street UBS um 2,3 Prozent, Credit Suisse um 1,8 Prozent und Novartis um 3,9 Prozent.

Bank-Aktien mit Verlusten

Unter den US-Aktien standen Finanzwerte im Blick. Bank of America gaben 5,2 Prozent nach. Das Institut hatte einen deutlichen Ergebnisrückgang bekanntgegeben. Noch stärker fiel der Gewinneinbruch bei Citigroup aus. Der Kurs des Geldhauses sank 3,7 Prozent. Goldman Sachs verloren 1,0 Prozent. Das Unternehmen wird am Freitag die Ergebnisse für das vierte Quartal vorlegen.

BlackBerry-Aktien fielen an der Nasdaq um 19,8 Prozent, nachdem der südkoreanische Smartphone-Gigant Samsung Pläne zum Kauf des kanadischen Konzerns dementiert hatte. Mit dem Gerüchten im Rücken hatte das Papier am Vortag noch 30 Prozent zugelegt. Damit sind die Gewinne größtenteils wieder aufgebraucht.

Auf Talfahrt befanden sich ebenfalls die Papiere des Elektronikhändlers Best Buy, die 14,1 Prozent an Wert verloren. Investoren reagierten enttäuscht auf die Umsatzprognose des Unternehmens. Aufwärts ging es dagegen mit Target, die 1,8 Prozent anzogen. Der Einzelhändler will sein Kanada-Geschäft schließen. Die Intel-Aktie tendierte wenig verändert. Der Chipriese legte nach Börsenschluss Quartalszahlen vor.

Ein kleines Plus von 0,4 Prozent verzeichneten dagegen Adobe Systems nach der Ankündigung, bis zu zwei Milliarden Dollar für ein neues Aktienrückkauf-Programm ausgeben zu wollen. Ein Kursdebakel von minus 54,7 Prozent erlebten eHealth. Der Krankenversicherer wartete mit einer drastischen Gewinnwarnung auf.

Quelle: n-tv.de

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