Angst vor Fiskalklippe: Dow unter 13.000
Am Tag nach der Wahl steht den Händlern an der New Yorker Wall Street die Ernüchterung ins Gesicht geschrieben: Der klare Wahlausgang räumt das Blickfeld frei für die drängenden Probleme im US-Haushalt. Der Dow verliert kräftig.
Nach der Entscheidung um die US-Präsidentschaft habensich die Blicke an der Wall Street auf eines der wichtigen Probleme des wiedergewähltenBarack Obama gerichtet: die sogenannte Fiskalklippe. Sollte es im Kongress bis zumJahresende keine Einigung geben, treten automatische Steuererhöhungen und Ausgabensenkungenim Volumen von insgesamt 600 Milliarden Dollar in Kraft. Als Konsequenz droht einRückfall in die Rezession. Für den Demokrat Obama dürfte die Aufgabe schwierig werden,denn er wird wieder gegen ein republikanisch beherrschtes Repräsentantenhaus regierenmüssen.
Die Sorgen um langwierige und schwierige Verhandlungenüber Steuern und Ausgaben haben die Aktienkurse zur Wochenmitte auf Talfahrt geschickt.Der Dow-Jones-Index fiel auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten. Und auch fürden Ölpreis ging es deutlich nach unten. Eine gesunkene Nachfrage in den USA underneut stark gestiegene Lagerbestände ließen den Preis für ein Barrel Öl der SorteWTI zum Settlement auf 84,44 Dollar und damit den tiefsten Stand seit Juli fallen.
Der Dow-Jones-Index(DJIA) reduzierte sich um 2,4 Prozent auf 12.933 Punkte, konnte sich allerdingsvon seinem Tagestief bei 12.877 Punkten wieder etwas lösen. Der S&P-500 verlor 2,4 Prozent auf 1.395Punkte. Der Nasdaq-Composite fiel um2,5 Prozent auf 2.937 Punkte zurück.
Sollte die Fiskalklippe nicht gemeistert werden, könntedies nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch zu einem Rückfall der US-Konjunkturin die Rezession und in der Folge zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 10Prozent im kommenden Jahr führen. Auch würde dies wahrscheinlich eine Herabstufungder Kreditwürdigkeit der USA nach sich ziehen, so die Experten. Wie diese Problemegelöst werden können, werfe derzeit mehr Fragen auf, als es Antworten gebe, sagteJason Ware von Albion Financial Group. "Und die Uhr tickt".
Aber auch die Eurozone-Schuldenkrise rückte wieder verstärktin den Blickpunkt. Das griechische Parlament stand vor der Entscheidung über Sparmaßnahmen.Nur im Fall einer Zustimmung fließen die Rettungsmilliarden. Sonst drohen dem Landdie Pleite und der Eurozone neue Ansteckungsgefahren. Aus Deutschland kamen zudemzuletzt schwache Daten zu Auftragseingängen und Industrieproduktion. Und EZB-PräsidentMario Draghi sagte, die Krisenausläufer erreichten nun auch Deutschland.
Angeführt wurde die Verliererliste von den Energie- undFinanzwerten. Erstere litten unter dem deutlichen Ölpreisrückgang. Hier fielen dieAktien von Exxon Mobil um 3,7 Prozentund Chevron-Titel gaben um 2,6 Prozentnach.
Bei den Finanzwerten drückte die Sorge vor strengerenRegeln zur Bankenregulierung. Mit Elizabeth Warren in Massachusetts und Alan Graysonin Florida seien zwei Vertreter in den Kongress gewählt worden, die für eine harteLinie bei der Regulierung stünden. Die Aktien von JP Morgan verloren 5,6 Prozent und die Titel der Citigroup fielen um 6,3 Prozent.
Die Aktien von AT&T verloren 3,3 Prozent. Der Telekomkonzernwill seine Mobilfunk- und Breitbandnetze in den kommenden drei Jahren mit Investitionenim Volumen von 14 Milliarden Dollar ausbauen. Gleichzeitig hob AT&T aber auchdie Quartalsdividende für die Aktionäre um 2,3 Prozent auf 0,45 Dollar an.
Quelle: n-tv.de

