Wirtschaft
Kurse satt, aber wie startet die Berichtssaison? Diese Frage dürfte die Wall Street nicht nur zum Wochenauftakt beschäftigen.
Kurse satt, aber wie startet die Berichtssaison? Diese Frage dürfte die Wall Street nicht nur zum Wochenauftakt beschäftigen.(Foto: picture alliance / dpa)

Wall Street schaut in die Bücher: Dow verteidigt die 17.000

Alle drei Monate läutet Alcoa die Berichtssaison ein. Am Dienstag ist es wieder soweit. Die Zeichen stehen gut: Gewinn- und Kurswachstum warten. Der Wochenauftakt enttäuscht aber.

Nach der Feiertagspause sind die US-Börsen mit Kursverlusten in die neue Woche gestartet. Hatten die Kurse in der vergangenen Woche vor dem Unabhängigkeitstag dank guter Arbeitsmarktdaten noch neue Rekordhochs erreicht, so rückte nun die Quartalsberichtssaison wieder in den Fokus.

Optimistische Erwartungen an die Ertragslage der Unternehmen hätten den Markt nach oben getragen, sagte Jim Paulsen, Fondsmanager bei Wells Capital Management. Von den Zweitquartalszahlen erhofften sich die Anleger nun Beweise für die Nachhaltigkeit der Gewinnsteigerungen.

Den Anfang macht am morgigen Dienstag nach Börsenschluss wie üblich der Aluminiumkonzern Alcoa. Factset zufolge rechnen Experten mit einem Gewinnanstieg der im S&P-500 enthaltenen Unternehmen von durchschnittlich 4,9 Prozent. Sollte diese Erwartung verfehlt werden, dürften Anleger angesichts der aktuellen Höchststände schnell verstimmt reagieren. Laut FactSet-Analyst John Butters sind die Gewinnschätzungen zu Beginn des Berichtsquartals so wenig gesunken wie zuletzt im zweiten Quartal 2011.

Leere Agenda

Der Dow-Jones-Index verlor 0,3 Prozent auf 17.024 Punkte. Der S&P-500 gab um 0,4 Prozent nach und der Nasdaq-Composite um 0,8 Prozent.

Wichtige Konjunkturdaten standen nicht zur Veröffentlichung an. Impulse von dieser Seite wird der Markt erst am Mittwoch wieder erhalten, wenn die US-Notenbank das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung veröffentlichen wird.

Dass die Unterstützung für den Aktienmarkt durch die US-Notenbank früher oder später auslaufen wird, gilt als ausgemacht. Allerdings könnte das Ende der akkommodierenden Geldpolitik schneller auf die Börsianer zukommen, als dies noch vor einigen Monaten am Markt erwartet worden ist. Goldman Sachs hat seine Prognose zur ersten US-Zinserhöhung um einige Monate vorverlegt. Bis 2018 dürften die Leitzinsen dann schrittweise bis auf das frühere Niveau von vier Prozent klettern, so die Analysten.

Wasser auf die Mühlen derer, die eine baldige Zinswende in den USA erwarten, hatten die jüngsten Beschäftigungsdaten in den USA geliefert. Denn der Arbeitsmarkt erholt sich zügiger als zuletzt prognostiziert. Mag sich die Beschäftigungslage im Verbund mit der Konjunktur in den USA auch verbessern, das drohende Ende der Stützungsmaßnahmen durch die Federal Reserve stellt für viele Anleger noch immer ein Schreckgespenst dar. Daher zeigten sich Händler wenig verwundert über die Abschläge am Aktienmarkt.

Autodieb belastet Tesla-Aktie

In diesen brachten wenigstens einige Übernahmen etwas Bewegung. Der Kurs von Archer Daniels Midland stieg um 1,6 Prozent. Das Unternehmen kauft den Aromastoffhersteller Wild Flavors für insgesamt 3,13 Milliarden Dollar. Weniger gut kam das Übernahmeangebot von Expedia für Wotif.com an. Expedia bietet 658 Millionen Dollar für den australischen Online-Reiseanbieter. Die Expedia-Aktie verlor 1,7 Prozent, während die Wotif-Aktie in Sydney um fast 25 Prozent nach oben gesprungen war. Die Tabakkonzerne Lorillard und Reynolds American könnten laut einem Bericht bis zum Monatsende fusionieren. Lorillard sanken um 1 Prozent, Reynolds American schlossen knapp behauptet.

BioDelivery Sciences legten rund neun Prozent zu. Das Unternehmen hatte über den erfolgreichen Verlauf einer Medikamenten-Studie berichtet. Alcoa ließen einen Tag vor der Veröffentlichung der Bilanzdaten 1,5 Prozent Federn.

Unterdessen geriet Elektro-Autohersteller Tesla erneut mit einem Fahrzeugbrand in die Schlagzeilen. Die Lithium-Ionen-Batterien eines gestohlenen Tesla Model S zerbrachen und gerieten in Brand, nachdem der Autodieb bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei mehrere andere Fahrzeuge und schließlich einen Mast gerammt hatte. Batterieteile, die nach dem Zusammenstoß auf der Straße herumlagen, seien wie Feuerwerkskörper explodiert, berichteten Augenzeugen. Die Tesla-Aktie gab um 2,9 Prozent nach.

Quelle: n-tv.de

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