Wirtschaft
Steve Ballmer sagt: Der Nächste, bitte!
Steve Ballmer sagt: Der Nächste, bitte!

Microsoft zieht Nasdaq nach oben: Dow verzeichnet Gewinne

Die Anleger in den USA halten die Füße still. Für Gesprächsstoff sorgt Microsoft, denn der Vorstandsvorsitzende Ballmer will zurücktreten. Doch auch Konjunkturdaten ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.

Die New Yorker Börsen haben im Plus geschlossen. Der Dow-Jones-Index erreichte 15.010 Punkte und lag damit 0,3 Prozent höher. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1663 Zählern um 0,4 Prozent gestärkt aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,5 Prozent und schloss bei 3657 Punkten.

Für einen Paukenschlag sorgte Microsoft. Der Softwareriese kündigte kurz vor Handelsbeginn überraschend an, dass Vorstandschef Steve Ballmer innerhalb von zwölf Monaten zurücktreten wird. An der Suche nach einem Nachfolger ist auch der legendäre Konzerngründer Bill Gates beteiligt. Die Anleger setzten offenbar darauf, dass die Entscheidung dem Konzernumbau gut tun könnte: Die Aktie legte 7,3 Prozent zu.

Enttäuschende Ausblicke belasten die Aktien des Bekleidungseinzelhändlers Aeropostale und die des Internetradiobetreibers Pandora Media. Die Titel brachen um 20,2 bzw. 12,9 Prozent ein.

Die Geldschwemme der US-Notenbank hatte die Börsen in diesem Jahr kräftig angetrieben. Nun hoffen die Investoren aber seit einiger Zeit vergeblich auf eindeutige Signale, wann die Federal Reserve ihre milliardenschweren Anleihenkäufe zur Stützung der Konjunktur zurückfahren wird. "Das ist eine einzigartige Situation am Markt, weil die Fed-Konjunkturspritze so eine wichtige Marktkomponente ist. Das sind unbekannte Gewässer für uns", sagte Analyst Gordon Charlop von Rosenblatt Securities. "Es ist egal wie der Schritt ausfällt, die Tatsache, dass man irgendwo ist, wo man noch nie war, sorgt für Unsicherheit."

Von der Konjunkturfront kamen indes negative Signale: Die Zahl der Verkäufe neu gebauter Wohnhäuser hat sich in den USA im Juli stark verringert. Das löst die Befürchtung aus, dass gestiegene Hypothekenzinsen die Lage im Wohnungssektor insgesamt eintrüben und damit die gesamten Wirtschaftsentwicklung belasten könnte. Die Zahl der US-Neubauverkäufe sank gegenüber dem Vormonat um 13,4 Prozent auf einen saisonbereinigten Jahreswert von 394.000. Ökonomen hatten mit einem Rückgang von nur 1,5 Prozent gerechnet. Basis war ein Anstieg im Vormonat von 8,5 Prozent, der nun auf 3,5 Prozent revidiert wurde.

Zweifel an der Stärke der US-Konjunktur könnten die US-Notenbank davon abbringen, ihre milliardenschweren Anleihekäufe zurückzufahren, mit denen sie die Wirtschaft ankurbeln will. Allerdings stellen Neubauten nur rund 25 Prozent des US-Häusermarkts dar. Gleichwohl wertete der US-Dollar nach Veröffentlichung der Daten deutlich ab.

Quelle: n-tv.de

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