Wirtschaft
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Anleger enttäuscht: Draghi beendet Dow-Jones-Rekordjagd

Nach der Rekordjagd der zwei vergangenen Handelstage hat sich der Dow-Jones wieder reduziert. Die Anleger reagierten enttäuscht auf die wenig konkreten Aussagen des EZB-Notenbankchefs Mario Draghi.

Mario Draghi hat die Rekordjagd an der Wall Street erst einmal beendet. Nach den Aussagen des EZB-Präsidenten zeigten sich Dow & Co am Donnerstag nach zuletzt zwei Handelstagen mit neuen Allzeithochs mit leichten Abgaben. Immerhin konnten sich die Indizes von ihren Tagestiefs wieder erholen. Die Hoffnungen auf weiter gehende Lockerungen der Notenbank waren enttäuscht worden.

In der Folge ging es mit den Kursen nach unten. Erst einmal soll die Wirkung der Langfristtender abgewartet werden. Im kommenden Jahr soll dann schließlich geprüft werden, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichen. Nach Meinung von Ökonomen sind allerdings Käufe von Staatsanleihen unausweichlich geworden, um die Bilanz der EZB auszuweiten.

Der Dow-Jones-Index reduzierte sich um 0,1 Prozent auf 17.900 Punkte, nachdem er im Tagestief schon bis auf 17.815 Punkte abgerutscht war. Der S&P-500 verlor 0,1 Prozent auf 2.072 Punkte und der Nasdaq-Composite reduzierte sich ebenfalls um 0,1 Prozent auf 4.769 Punkte.

Anleger hatten sich mehr von Draghi erhofft

Für eine zwischenzeitliche Erholung der Indizes war nach Aussage aus dem Handel ein Bloomberg-Bericht verantwortlich, wonach die EZB auf ihrer Januar-Sitzung weitere geldpolitische Maßnahmen beschließen dürfte. Demnach bereite die Notenbank ein umfassendes Anleihe-Kaufprogramm vor, hieß es in dem Bericht unter Verweis auf Offizielle der EZB.

"Ich hatte mir größere Klarheit bezüglich des Fahrplans für ein QE erhofft", so Stratege Alan Gayle von RidgeWorth Investments. "Die Tatsache, dass die EZB nun langsamer als gedacht vorgeht, hat das Vertrauen der Anleger etwas belastet", so der Teilnehmer weiter. "Die Investoren haben mit mehr gerechnet und das hat die EZB nicht geliefert", ergänzte Analyst Ian Winer von Wedbush Securities.

Während die Notenbanken in Japan und China zuletzt weitere geldpolitische Maßnahmen beschlossen haben, hat sich die EZB in dieser Hinsicht zurückgehalten. Doch in den kommenden Monaten muss die Notenbank weitere Schritte einleiten, um die niedrige Inflation und das schwache Wachstum in der Eurozone zu bekämpfen, sind sich Analysten sicher. Die Aktionen der Notenbanken halten die globalen Zinsen niedrig und machen Aktien daher für Investoren attraktiv.

Am Aktienmarkt stand die Einzelhandelsbranche mit Quartalszahlen im Blick. Am Vorabend hatte bereits Aeropostale mit dem Ausblick auf das vierte Quartal enttäuscht. Die Aktie brach um 22,3 Prozent ein. Die Titel von Sears Holding lagen 4,4 Prozent im Minus. Der Verlust des Unternehmens hat sich ausgeweitet, und der Umsatz fiel um 13 Prozent. Doch der Konzern lag damit noch immer über den Prognosen der Analysten.

Die Intel-Aktie gewann 0,1 Prozent, nachdem sie anfänglich noch Verluste verzeichnet hatte. Der Halbleiterkonzern will in den kommenden 15 Jahren bis zu 1,6 Milliarden Dollar in eine Chipfabrik im chinesischen Chengdu investieren. Mit dem fallenden Ölpreis verzeichneten auch die Aktien von Exxon und Chevron Abgaben und reduzierten sich um 0,6 bzw. 1,3 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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