Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Alcoa wird abgestraft: Ein Dämpfer für den Dow

Das strenge Winterwetter in weiten Teilen der USA bremst die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt aus. An den Börsen sorgt das für einen Stimmungsdämpfer. Auch der Start in die Berichtssaison bereitet Kopfschmerzen.

Die US-Anleger haben zum Wochenausklang enttäuscht auf die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt reagiert. Im Dezember wurden deutlich weniger Stellen geschaffen als erwartet. Vor allem die Standardwerte litten am Freitag unter der trüben Stimmung an der Wall Street.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,1 Prozent leichter bei 16.437 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich dagegen um 0,2 Prozent auf 1842 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,4 Prozent auf 4174 Stellen vor. Der Dax halbierte als Reaktion auf den US-Arbeitsmarktbericht sein Kursplus und verabschiedete sich noch 0,5 Prozent fester bei 9473 Punkten ins Wochenende.

Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht verdarb den Anlegern die Laune. Im Dezember wurden nur 74.000 Stellen geschaffen, während Experten mit 196.000 neuen Jobs gerechnet hatten. Analysten führten die geringere Zahl auf den strengen Winter in vielen Teilen des Landes zurück. "Die Leute hoffen, dass das ein Ausreißer ist", sagte Alec Young von S&P Capital IQ mit Blick auf die generell eher positive Entwicklung am US-Arbeitsmarkt. "Wenn es aber ein Trend sein sollte, dann wäre dies eine echte Bedrohung für das Wirtschaftswachstum."

Der Arbeitsmarktbericht vom Dezember war der erste, seit die US-Notenbank Federal Reserve eine Reduzierung ihres milliardenschweren Bond-Kaufprogramms eingeleitet hat. Die Kennzahl gilt deshalb als besonders wichtig, weil die Anleger vor allem den weiteren Kurs der Fed aus der aktuellen Konjunkturentwicklung ablesen wollen.

Ein beschleunigter Ausstieg aus dem Konjunkturförderprogramm - der angesichts sonst guter Daten am Markt bereits für möglich erachtet wurde - sei mit den neuen Zahlen nun erst einmal vom Tisch, sagte Young von S&P Capital IQ.

Alu und Textil

Bei den Einzelwerten wurde Alcoa für einen Milliardenverlust im Schlussquartal mit einem Kursrückgang von mehr als 5 Prozent abgestraft. Der Aluminiumhersteller hatte am Vorabend nach Börsenschluss die US-Bilanzsaison eingeleitet.

Die Kaufhauskette Target räumte ein, dass vom jüngsten Hackerangriff bis zu 70 Millionen Menschen betroffen sein könnten. Das wären deutlich mehr als bislang geschätzt. Target-Aktien fielen rund 1 Prozent.

Beim Rivalen Sears schmeckte den Anlegern das Ergebnis des Weihnachtsgeschäfts der hauseigenen Läden und der ebenfalls zum Konzern gehörenden Kmart-Filialen nicht. Der Umsatz fiel auf vergleichbarer Basis deutlich, die Aktie folgte mit einem Minus von 14 Prozent.

Abercrombie & Fitch verbuchten dagegen ein Kursplus von 12 Prozent. Die zuletzt schwächelnde Modekette schloss die Weihnachtssaison besser als erwartet ab und hob ihre Gewinnprognose an.

Für die Gap-Aktie ging es um 1,1 Prozent aufwärts. Gap hatte von einem starken Weihnachtsgeschäft berichtet und angekündigt, dass die Gewinnkennziffern für das Gesamtjahr am oberen Rand der Prognosen liegen dürften.

Der Kurs des Speditionsbetreibers YRC Worldwide brach um 13,3 Prozent ein, nachdem die Gewerkschaft Teamsters eine Vertragsverlängerung mit dem Unternehmen abgelehnt hatte.

Quelle: n-tv.de

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