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Griechische Schnecken: Viel schneller als die Weichtiere kommen die Griechenland-Verhandlungen auch nicht voran.(Foto: REUTERS)
Samstag, 11. Februar 20122012-02-11 11:41:41
Eigentlich wollen die Anleger am deutschen Aktienmarkt derzeit vor allem eines: die Sorgen um das taumelnde Griechenland endlich über Bord werfen und investieren. "Es wird Zeit für eine Einigung mit Griechenland", heißt es am Markt. Wenn diese große Unsicherheitskomponente endlich raus sei, könnte der Dax auch die 7000 Punkte-Marke nehmen. An den vergangenen fünf Tagen hat der Leitindex mehr als ein Prozent auf 6679 Punkte verloren. Vor allem das anhaltende Gezerre um das zweite griechische Rettungspaket strapazierte das Nervenkostüm der Anleger.
Die drei griechischen Regierungsparteien hatten sich am Donnerstag zwar auf ein neues Sparpaket verständigen können. Doch auch damit sind aus Sicht der Euro-Länder noch nicht alle Voraussetzungen für ein Ja zum zweiten Rettungspaket erfüllt. Ein endgültiger Beschluss über die Finanzhilfen könne erst fallen, wenn das griechische Parlament am Sonntag das mit der Troika von EU, EZB und IWF vereinbarte Programm beschlossen habe, erklärte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Für Unruhe könnte der Parteichef der griechischen Rechten sorgen, der erklärte, das Sparpaket im Parlament nicht mittragen zu wollen. Am Mittwoch will die Eurogruppe erneut tagen, um eine abschließende Entscheidung über die Finanzhilfen zu treffen.
Sollte der langersehnte Durchbruch in der nächsten Woche zu standen kommen, dürfte dies die Türen für weiter steigende Kurse öffnen. Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten sei intakt, schreibt Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp in einem Kommentar. "Während im November noch Risikofaktoren wie eine globale Rezession, ein Auseinanderbrechen des Euroraums und eine Kreditklemme im europäischen Finanzsektor im Fokus standen, erwarten mehr und mehr Investoren mittlerweile wieder ein anhaltendes, moderates Wachstum der Weltwirtschaft." Der Dax hat seit Jahresanfang bereits mehr als 13 Prozent zugelegt, nachdem er 2011 mit einem Minus von 14,7 Prozent eines der schwärzesten Börsenjahre seiner Geschichte verzeichnet hatte.
Hinweise darauf, ob der Konjunkturoptimismus vor allem mit Blick auf die US-Wirtschaft berechtigt ist, erhoffen sich Anleger von den am Dienstag anstehenden Einzelhandelsumsätzen. Analysten rechnen für Januar im Schnitt mit einem Plus von 0,6 Prozent, nach einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent im Vormonat. Ebenfalls aufmerksam verfolgt werden dürften die Stimmungsindikatoren der Federal Reserve Banken von New York (Mittwoch) und Philadelphia (Donnerstag). Experten erwarten in beiden Fällen einen Anstieg.
Auf Unternehmensseite legen am Dienstag zwei Dax-Unternehmen ihre Geschäftszahlen vor: ThyssenKrupp und MAN. Bereits am Montag dürfte sich bei einer Sitzung des Deutsche-Börsen-Aufsichtsrats zeigen, ob sich Reto Francioni nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker Nyse an der Spitze von Deutschlands größtem Börsenbetreiber halten kann. Trotz Kritik der Arbeitnehmer und der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS gehen Börsen-Insider und Experten davon aus, dass Francioni zumindest bis zum Ende seines Vertrages im November 2013 weitermachen darf. Erwartet werden auch die vorläufigen Zahlen des Unternehmens.
Spannend könnte es zudem bei Volkswagen werden. Dem "Spiegel" zufolge soll dem Aufsichtsrat am Dienstag der Plan vorgestellt werden, den Sportwagen-Herstellers Porsche über eine Zwischenholdung zu übernehmen. Damit will der Autobauer Steuern in Millionenhöhe sparen.
Quelle: n-tv.de