Wirtschaft
Video

Dax-Vorschau: Es winken (vielleicht) die 9000

Nach dem Börsen-Feuerwerk der Vorwochen kehrt etwas Ruhe ein. Die deutschen Anleger schauen nach Washington und auch die Euro-Schuldenkrise drängt sich in das Blickfeld. Dennoch bleibt die Stimmung positiv.

Der Dax jst zuletzt quasi fast von alleine gestiegen und hat in der vergangenen Woche auf hohem Niveau etwas konsolidiert. Die großen Notenbanken liefern aber mit ihrer Liquidität - also niedrigen Zinsen und dem Kauf von Anleihen - weiter das nötige Schmieröl für steigende Kurse. Trotz US-Haushaltskrise, die in der neuen Woche wieder einmal alles in den Schatten stellen dürfte, könnte spätestens Ende des Jahres der deutsche Leitindex Experten zufolge sogar an der Marke von 9000 Punkten schnuppern, kleinere Rückschläge zwischendurch natürlich nicht ausgeschlossen. Damit scheinen alte Börsenweisheiten außer Kraft gesetzt zu sein. So gilt der September unter Händlern eigentlich als schwacher Monat - aktuell aber steht ein sattes Plus von knapp sieben Prozent zu Buche.

Doch Analysten wie Manfred Bucher von der BayernLB mahnen angesichts der nach wie vor nicht ausgestandenen Euro-Schuldenkrise zur Vorsicht: "Anleger sollten eine langsamere Gangart am Aktienmarkt einkalkulieren." Die Kurse hätten bereits viel Positives vorweggenommen.

Es fehlen die Alternativen

Video

Momentan allerdings blenden die Investoren einiges von dem aus, was die seit Monaten laufende Börsenparty stören könnte. Vielmehr brach jüngst auf dem Parkett Jubel aus, weil die US-Notenbank überraschend doch noch länger mit dem Fuß auf dem Gaspedal bleiben will: Die milliardenschweren Anleihenkäufe werden vorerst nicht gedrosselt. Das heißt: Das Geld bleibt billig und traditionelle Sparprodukte wie etwa Festgeld werfen weiterhin kaum noch Zinsen ab.

Deshalb rechnen Analysten wie Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen mit weiter steigenden Kursen an den Aktienmärkten - schlicht, weil Investoren und Anlegern die Alternativen fehlen: "Dass der Dax die 9000-Punkte-Hürde überspringen wird, scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein." Aktuell steht der Leitindex nur gut 100 Punkte unter seinem am 19. September bei rund 8770 Punkten markierten Rekordhoch seiner 25-jährigen Geschichte.

Analyst Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg sieht den Dax auch Ende des Jahres bei etwa 9000 Punkten - und zwar nicht zuletzt dank der guten Konjunkturaussichten für Deutschland: "Wegen der Wettbewerbsstärke der heimischen Industrie bleibt der Export weiterhin der Motor."

Im Hintergrund jedoch schwele die keinesfalls gelöste Euro-Schuldenkrise weiter, schrieben die Experten der Landesbank Berlin (LBB): "Die trügerische Ruhe vor der Bundestagswahl ist schon am Wahlabend gewichen, als die Notwendigkeit eines dritten Rettungspakets für Griechenland im Prinzip angekündigt wurde." Und Portugal müsse seine Sparanstrengungen dringend verschärfen.

Folglich dürften die Politiker laut den LBB-Analysten wieder intensiver über Formen der Vergemeinschaftung von Schulden diskutieren. Damit scheinen Konflikte programmiert zu sein. Insofern stellt sich die Frage, ob die Anleger bislang zu blauäugig waren. Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp hegt bereits diesen Verdacht und warnt, dass der Dax in den nächsten Wochen durchaus sogar bis auf 8000 Punkte fallen könnte.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen