Regenschirme bereit?Euro-Misere dauert an
Nach einer kurzen Wetterbesserung stehen die Zeichen beim Euro wieder auf Sturm. Zwar stützt zunächst eine erfolgreiche Anleihenbegebung die Gemeinschaftswährung. Aber der Negativtrend ist bereits wieder zurück.
Nach einer nur kurzen Erholungsphase ist der Euro unter Druck geraten. Händlern zufolge belasteten wieder Sorgen über die Haushaltsprobleme Griechenlands und anderer Euroländer die Gemeinschaftswährung. Diese bewegte sich am Nachmittag um 1,3425 Dollar und damit gut einen US-Cent niedriger als am Vormittag.
Ein Auslöser für die Kursverluste war, dass sich Griechenland weitere 390 Mio. Euro über die Aufstockung einer 20-jährigen Anleihe am Kapitalmarkt lieh. Erst am Montag hatte der finanziell klamme Mittelmeeranrainer 5 Mrd. Euro über eine siebenjährige Anleihe aufgenommen. Es war die erste Anleihe, nachdem die Eurostaaten sich auf einen Nothilfeplan verständigt hatten, dennoch muss Griechenland nahezu denselben hohen Zins zahlen wie bei zwei vorherigen Anleihen.
"Der Schutzschirm stellt zwar nahezu sicher, dass es keine griechische Staatspleite geben wird. Aber das heißt nicht, dass Bedenken darüber, wie Griechenland oder andere Peripherie-Staaten ihre Defizite in den Griff bekommen wollen, ausgeräumt sind", sagte Analyst Michael Malpede von Easy Forex in Chicago. Zur Skepsis trug auch die Nachricht bei, dass irischen Banken eine neue Verstaatlichungsrunde bevorstehen könnte.
"Markt ist nicht glücklich"
Am Rentenmarkt stieg der von Investoren geforderte Risikoaufschlag für griechische Anleihen. Der Spread im Vergleich zur zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 339 Basispunkte. Im späten Montagsgeschäft waren noch 321 Basispunkte gezahlt worden. Fünfjährige Versicherungen gegen den Ausfall griechischer Anleihen im Wert von zehn Millionen Euro verteuerten sich nach Angaben von CMA DataVision auf 318.600 (Vortagesschluss 315.800) Euro.
"Der Markt ist nicht gerade glücklich mit der Nachfrage nach der griechischen Anleihe gestern", sagte Commerzbank-Analyst David Schnautz. Die Investoren waren zurückhaltender als bei der Anfang März begebenden zehnjährigen Anleihe Griechenlands.
Das britische Pfund profitierte dagegen davon, dass die Wirtschaft des Königreichs im vierten Quartal etwas stärker gewachsen ist als zunächst geschätzt. Ein Anstieg der Häuserpreise im März stützte die britische Währung zusätzlich. Das Pfund Sterling stieg um 0,9 Prozent auf 1,5125 Dollar. Ein Euro verbilligte sich sogar um 1,2 Prozent auf 88,93 Pence.