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Kurzer HöhenflugEuro auf Monatshoch

14.01.2011, 17:30 Uhr

Der Euro steigt weiter an und erreicht zum Dollar den höchsten Stand seit einem Monat. Die Gemeinschaftswährung klettert auf bis zu 1,3456 Dollar, gibt im Handelsverlauf aber wieder etwas nach. Nur kurzzeitig drückt die Erhöhung der Mindestreserveanforderung durch die chinesische Zentralbank den Kurs.

Der Euro ist am Freitag zeitweise über die Marke von 1,34 US-Dollar gestiegen. In der Spitze legte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,3456 Dollar zu. Bis zum späten Nachmittag gab der Euro wieder auf 1,3377 Dollar nach. Dennoch hat der Euro in den vergangenen beiden Handelstagen um vier Cent zugelegt. Gründe sind die Beruhigung in der Euro-Schuldenkrise, Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zur Inflation sowie eher enttäuschende US-Konjunkturdaten. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3349 (Donnerstag: 1,3199) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7491 (0,7576) Euro.

"Die Marktteilnehmer sind von einer sehr, sehr negativen Einschätzung zum Euro auf einen neutralen Stand umgeschwenkt", sagte Devisenexperte Ralf Elmer von der Landesbank Baden-Württemberg. Einer der Hauptgründe dafür seien die Aussagen des EZB-Präsidenten vom Vortag. Trichet hatte nach der Zinsentscheidung klar die Bereitschaft der Notenbank signalisiert, einer anziehenden Inflation gegebenenfalls mit Zinserhöhungen zu begegnen. Auch die Sorgenkinder Europas bestanden in der laufenden Woche mit erfolgreichen Anleihe- Platzierungen einen ersten Test am Kapitalmarkt.

Darüber hinaus stützten aus Sicht von Elmer zuletzt eher enttäuschende US-Konjunkturdaten den Euro. So waren die US- Einzelhandelsumsätze im Dezember laut Daten vom Freitag nicht ganz so stark wie erwartet gestiegen und das Konsumklima der Uni Michigan hatte sich im Januar überraschend eingetrübt. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit steht der Konsum besonders im Fokus. Fast jeder zehnte in den USA ist derzeit arbeitslos. Dies dämpft auch die Konsumfreude.

Im Blick blieb auch die chinesische Geldpolitik. Chinas Notenbank (PBoC) hat eine weitere Anhebung der Reserveanforderungen für Geschäftsbanken angekündigt. Die Mindestsätze für Einlagen der Geschäftsbanken sollen zum 20. Januar um 50 Basispunkte steigen. Das hat die Währungskurse laut Händlern jedoch nicht stärker bewegt. Im vergangenen Jahr hatte die PBoC die Sätze insgesamt sechs Mal angehoben, was einer Straffung der Geldpolitik gleichkommt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84220 (0,83575) britische Pfund, 110,71 (109,50) japanische Yen und 1,2915 (1,2823) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1367,00 (1381,55) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 32 350,00 (33 190,00) Euro.

Quelle: rts/DJ/dpa