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"Sandy"-Effekte in den US-DatenEuro bewahrt Haltung

16.11.2012, 08:30 Uhr
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Manhattan Ende Oktober: Der Supersturm hat Teilen der Stadt den Strom genommen. (Foto: AP)

Der große Sturm an der Ostküste der Vereinigten Staaten hinterlässt in den Kennzahlen der weltgrößten Volkswirtschaft deutliche Spuren. Im fernöstlich geprägten Devisenhandel gibt der Euro minimal nach.

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Verspricht Aufschwung aus dem Geldhahn: Japans Oppositiionsführer Shinzo Abe. (Foto: REUTERS)

Der Euro hat seine deutlichen Vortagsgewinne nicht ganz halten können. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,2760 US-Dollar und damit einen halben Cent weniger als im Hoch am Donnerstag. Ein Dollar war zuletzt 0,7835 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagmittag auf 1,2756 (Mittwoch: 1,2726) Dollar festgesetzt.

Nach einer ereignisreichen Woche steuert der Devisenmarkt auf einen ruhigen Wochenausklang zu. Im Tagesverlauf stehen nur wenige Konjunkturdaten an. Griechenland muss am heutigen Freitag fällige Schulden tilgen, die dafür benötigten Mittel hat sich Athen aber bereits besorgen können. Hintergrund ist die seit Juni ausstehende Zahlung weiterer Hilfsgelder. Am kommenden Dienstag werden sich die Euro-Finanzminister erneut mit der Thematik beschäftigen.

Im fernöstlichen Handel hatte der Euro zeitweise leicht nachgegeben: Die Gründe vermuteten Beobachter in den jüngsten Konjunkturdaten aus den USA, die durch den Hurrikan "" teilweise negativ verzerrt ausgefallen waren. So brach der Philadelphia-Fed-Index (Philly-Fed-Index) im November regelrecht ein und auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen höher als erwartet aus.

Der große Sturm hatte weite Landstriche an der Ostküste verwüstet. Viele Amerikaner sind ohne Job, weil Schulen und Fabriken zerstört sind und auf Baustellen nicht weiter gearbeitet werden kann. "Unglücklicherweise dürften wir noch eine Reihe weiterer durch den Hurrikan Sandy belastete Daten sehen. Und dies wo sich gerade ein positiver Trend gezeigt hatte", meinte Mike Shea von Direct Access Partners.

Marktbeobachter stellen sich nun die Frage, inwieweit womöglich auch die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten durch den Wirbelsturm belastet sein könnten und somit negative Einmaleffekte darstellen. "Die leichte Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt schreitet voran. Es scheint klar zu sein, dass die gestiegenen Erstanträge allein auf das Konto des Wirbelsturms gehen", legte sich Marktstratege Andrew Wilkinson von Miller Tabak & Co fest. Einen Lichtblick gab es aber: Der Gesamtindex, der die Wirtschaftstätigkeit im Großraum New York abbildet, übertraf die Marktprognosen.

Im US-Handel war der Euro am Vorabend zunächst in Richtung 1,28 Dollar gestiegen. Hier stützte die Hoffnung, dass sich die EU-Finanzminister auf eine Auszahlung der nächsten Hilfstranche für das hochverschuldete einigen können. Im Fokus stand aber die Entwicklung des japanischen Yen, der zum Dollar deutlich nachgab.

Wohin steuert Japan?

Händler verwiesen auf Kommentare des liberaldemokratischen Parteichefs Abe. Dieser hatte angekündigt, im Falle eines Wahlsiegs der LDP im Dezember auf eine Lockerung der Geldpolitik zu drängen. Dabei sei möglicherweise eine unbegrenzte Lockerung notwendig, bis ein Inflationsziel von 2 bis 3 Prozent erreicht werde. Der Yen notierte im späten US-Handel bei 81,19 Dollar, der Euro bei 1,2773 Dollar.

Am Vortag war der amtliche Kurs des Euro gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2756 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7839 (0,7858) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen lagen die EZB-Referenzkurse für einen Euro bei 0,80545 (0,80260) britischen Pfund, 103,66 (102,00) japanischen Yen und 1,2042 (1,2040) Schweizer Franken. Am Dienstag hatte die EZB den Euro bei 1,2726 Dollar ermittelt.

Am US-Anleihemarkt zogen die Notierungen leicht an. Hier sorgte neben den schwachen US-Konjunkturdaten auch die Eskalation der Lage im Nahen Osten für Käufe. Doch der Handel sei im Vorfeld der US-Budgetgespräche in engen Grenzen verlaufen. Die Rendite zehnjähriger Papiere lag bei 1,58 Prozent.

Quelle: ntv.de, DJ/dpa/rts