Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Warten auf US-Daten: Euro bleibt in Deckung

Wenig Bewegung am Devisenmarkt: Am Morgen treibt sich die europäische Gemeinschaftswährung nahe ihres Standes vom Vorabend umher. Am Nachmittag könnten neue US-Konjunkturdaten für Bewegung sorgen.

Der Euro hat Kursgewinne vom Morgen eingebüßt. Die unsichere Lage im Irak trieb Anleger in als sicher geltende Währungen wie den US-Dollar. Gegen Mittag drehte der Euro ins Minus und stand zuletzt bei 1,3537 Dollar. Am Vormittag war der Kurs zwischenzeitlich noch bis auf 1,3579 Dollar geklettert.

Die Unruhen im Irak verunsichern die Finanzmärkte zunehmend. Die Terrorgruppe Isis hat die nördliche Millionenstadt Mossul eingenommen und ist auf dem Vormarsch in Richtung Bagdad. Wirtschaftsdaten stehen zum Wochenausklang kaum an, höchstens das Konsumklima der Uni Michigan könnte am Nachmittag noch die Kurse bewegen.

Mehr als die Krise im Irak macht sich am Devisenmarkt die Reaktion der Türkei bemerkbar. Die Währung des Nachbarlandes steht bereits seit einigen Tagen unter Druck.

Japanische Notenbank hält die Linie

In Japan rückt derweil die Zentralbank nicht von ihrer lockeren Geldpolitik ab. Die Notenbanker entschieden, weiterhin jährlich in großem Umfang Staatsanleihen zu kaufen. Die BoJ pumpt riesige Geldmengen in das Finanzsystem, um die seit über zwei Jahrzehnten anhaltende Deflationsspirale und die Wachstumsschwäche zu überwinden.

Die Notenbanker äußerten sich zudem zum ersten Mal seit Januar zuversichtlich zur Entwicklung der Weltwirtschaft. Vor allem in den Industrienationen gebe es eine Erholung. Dies wiederum dürfte die Chancen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik verringern.

Bei der Inflation rechnen die Experten mit einer Rate um 1,25 Prozent. Dies signalisiert, dass sie in den nächsten Monaten mit einem Rückgang rechnen, ehe der Index sich wieder in Richtung des Ziels für das kommende Haushaltsjahr von 2 Prozent bewegt.

Kurswechsel bei der Bank of England?

Nach Aussagen des britischen Notenbankchefs Mark Carney zur Geldpolitik wetten Investoren derweil auf eine baldige Zinserhöhung der Bank von England (BoE). Die Terminkontrakte auf das Pfund Sterling und die Zinsen am britischen Interbanken-Markt deuteten am Freitag auf den kommenden Dezember als Termin. Bislang hatten sie eine Zinserhöhung im ersten Quartal 2015 signalisiert.

Carney hatte betont, eine Zinserhöhung könne schneller kommen als von den Finanzmärkten erwartet. Es gebe bislang wenig Anzeichen für die erwartete Verlangsamung des Wirtschaftswachstums im zweiten Halbjahr.

Die britische Währung profitierte ebenfalls von den Zinserhöhungsspekulationen. Sie stieg um 0,3 Prozent auf ein Fünfeinhalb-Wochen-Hoch von 1,6987 Dollar. Gleichzeitig gab der Euro 0,2 Prozent nach und war mit 0,7986 Pfund so billig wie zuletzt im November 2012. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte die Zinsen Anfang des Monats gesenkt und will mit milliardenschweren Geldspritzen die Konjunktur der Euro-Zone ankurbeln.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen