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Rubel rollt weiter bergab: Euro bleibt unter Druck

Nach seinem Absturz zu Wochenbeginn stabilisiert sich der Euro am Dienstag ein wenig. Belastend wirkt zwar die Aussicht auf mehr Geld der EZB - überraschend schwache US-Wirtschaftsdaten mildern diesen Effekt jedoch etwas ab.

Der Druck auf den Euro bleibt hoch. Die europäische Gemeinschaftswährung konnte sich heute nur leicht von ihrem gestern erreichten Neunjahrestief bei 1,1864 US-Dollar erholen. Am späten Nachmittag kostete ein Euro 1,1910 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1914 Dollar festgelegt - nahezu identisch zum Wert des Vortags.

Nach wie vor lastet die Aussicht auf mehr Zentralbankgeld auf der europäischen Währung. Immer mehr Fachleute rechnen damit, dass die EZB noch im Januar in den massenhaften Kauf von Wertpapieren einsteigen wird. Damit würde sie ihren Kampf gegen Wachstumsschwäche und Niedriginflation intensivieren. Zeitweise verstärkten am Dienstag neue Konjunkturdaten den Druck auf den Euro: Die Einkaufsmanagerindizes, eine Umfrage in europäischen Unternehmen, blieben hinter den Erwartungen zurück.

Entlastung kam jedoch am Nachmittag, weil Wirtschaftszahlen aus den USA enttäuschten. Der ISM-Index - das Pendant zum europäischen Einkaufsmanagerindex - gab im Dezember deutlich nach. Zudem gingen die Aufträge an die amerikanische Industrie im November stärker zurück als erwartet. Dass die Zahlen an der für Mitte 2015 erwarteten Zinswende der Notenbank Fed rütteln könnten, ist aber unwahrscheinlich. So liegt der ISM-Index trotz des Rückgangs immer noch auf sehr hohem Niveau, wie das Analysehaus Capital Economics kommentierte.

Die russische Währung Rubel, die im vergangenen Jahr bereits 70 Prozent zum Dollar eingebüßt hatte, verlor auch heute weiter an Wert: Der Greenback stieg in der Spitze um 6,1 Prozent auf 64,12 Rubel, steht aktuell aber wieder bei 61,72 Rubel.

Quelle: n-tv.de

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