Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Rubel-Erholung vorerst vorbei: Euro fällt auf Zwei-Jahres-Tief

Einen neuen Tiefpunkt erreicht Europas Gemeinschaftswährung am Nachmittag und fällt unter die Marke von 1,22 Dollar. Belastend für den Euro wirkt die boomende US-Wirtschaft sowie die Unsicherheit um die Präsidentenwahl in Griechenland.

Der Kurs des Euro ist belastet durch robuste US-Wirtschaftsdaten unter die Marke von 1,22 Dollar gefallen. Am späten Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,2165 Dollar und erreichte so den tiefsten Stand seit August 2012. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2213 (Montag: 1,2259) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8188 (0,8157) Euro.

Die US-Wirtschaft war im dritten Quartal so stark gewachsen wie seit elf Jahren nicht mehr. In den Monaten Juli bis September war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA laut einer dritten Schätzung auf das Jahr hochgerechnet um 5,0 Prozent gestiegen. Zuvor war nur ein Zuwachst von 3,2 Prozent ermittelt worden.

Tendenziell belastet wurde der Euro auch durch die politische Unsicherheit in Griechenland. Der Kandidat der Regierungskoalition für das Präsidentenamt, der frühere EU-Kommissar Stavros Dimas, verfehlte im Parlament bei einer zweiten Abstimmung die notwendige Mehrheit. Sollte der dritte Wahlgang am 29. Dezember scheitern, muss das Parlament neu gewählt werden. Eine Wahlsieg der linken Syriza könnte die Reformpolitik in Griechenland in Frage stellen.

Rubel lässt nach leichter Erholung wieder nach

Die russische Währung Rubel hat ihren Erholungskurs am Dienstag zunächst fortgesetzt: Dollar und Euro verloren zeitweise mehr als fünf Prozent auf 52,8775 und 64,02 Rubel. Am Nachmittag gab der Rubel aber wieder nach: Ein Dollar kostete 55,1495 Rubel und ein Euro 67,4278 Rubel.

Der russischen Zeitung "Kommersant" zufolge hat Ministerpräsident Dimitri Medwedew russische Staatskonzerne dazu verpflichtet, ihre jeweiligen Devisenreserven zur Stützung der heimischen Währung einzusetzen. Unternehmen wie Gazprom oder Rosneft könnten täglich Devisen im Volumen von etwa einer Milliarden Dollar verkaufen. Die Regierung in Moskau war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

Wegen der Belastungen der russischen Wirtschaft durch die westlichen Sanktionen und des Ölpreisrutsches der vergangenen Monate hatte der Rubel Mitte Dezember binnen weniger Tage mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Dank diverser Stützungsmaßnahmen der Zentralbank hat er sich inzwischen wieder stabilisiert.

Quelle: n-tv.de

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