Wirtschaft
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US-Wirtschaft und Inflation: Euro gerät weiter ins Hintertreffen

maue Inflationsdaten aus der Eurozone und solide Arbeitsmarktzahlen aus den USA setzen dem Euro weiter zu. Einmal mehr richten sich nun die Blicke auf die anstehende EZB-Sitzung. Profiteur ist der Dollar.

Spekulationen auf eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik setzen dem Euro zu. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,3372 Dollar zurück nach 1,3396 Dollar im Schlussgeschäft des Vortages. Sie notierte damit in Reichweite ihres am Mittwoch erreichten Neun-Monats-Tiefs von 1,3368 Dollar.

Ausgelöst wurden die Spekulationen durch die niedrigste Teuerungsrate in der Euro-Zone seit fast fünf Jahren. Die Preise in der Währungsunion stiegen im Juli zum Vorjahresmonat nur noch um 0,4 Prozent. Damit ist die Inflation weitaus niedriger, als der Europäischen Zentralbank lieb sein kann.

Auf der Ratssitzung der Währungshüter kommende Woche dürfte dies für reichlich Diskussionen sorgen - sie hatten erst im Juni die Zinsen gesenkt. Nach Einschätzung von FXCM-Analyst Niall Delventhal erhöhen die Inflationsdaten den Druck auf die EZB, auf den kommenden Sitzungen weitere unkonventionelle Maßnahmen zu beschließen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3379 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7474 Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79280 britische Pfund, 137,86 japanische Yen und 1,2169 Schweizer Franken fest.

Arbeitsmarktbericht kann überraschen

Am Vorabend hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre monatlichen Anleihenkäufe um weitere 10 Milliarden Dollar auf nun 25 Milliarden Dollar gedrosselt. Den Leitzins beließ die Notenbank wie erwartet auf dem Rekordtief von 0 bis 0,25 Prozent. Eine Änderung machte der Offenmarktausschuss erneut von einer Annäherung der Inflationsrate an die Zielmarke von zwei Prozent sowie Fortschritten auf dem Arbeitsmarkt abhängig. Der offizielle Regierungsbericht zur Lage am US-Arbeitsmarkt im Juli wird morgen erwartet. Die Märkte rechnen mit einer Zinserhöhung im kommenden Jahr.

Befeuert wurde die Spekulation durch frische Zahlen vom Arbeitsmarkt in den USA: Die wöchentlichern Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deuten daraufhin, dass der offizielle Arbeitsmarktbericht am Freitag positiv überraschen kann. Zum einen liegen die wöchentlichen 302.000 Erstanträge knapp unter der Markterwartung. Zum anderen wurde die Zahl aus der Vorwoche nochmals nach unten revidiert. Der Vier-Wochen-Durchschnitt ist damit auf den niedrigsten Wert seit April 2006 gefallen. "Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed eher früher die Zinsen anhebt", sagt ein Händler.

Euro-Schwäche besorgt Anleger

Allerdings sorgen sich die Börsianer zunehmend wegen der Euro-Schwäche. Dies dürfte zwar den zukünftigen Unternehmensgewinnen zugutekommen. Wie IG anmerkt, werden jedoch Anleger, die nicht aus der Euro-Zone stammen, gleich zweifach in die Mangel genommen. Einerseits leiden sie unter der jüngsten Korrektur der europäischen Aktienmärkte, andererseits werden diese Verluste durch die Euro-Schwäche noch verschärft.

Derweil dürfte der koreanische Won zum Dollar nachgeben, wenn der Yuan-Handel in Korea an Bedeutung gewinnt, urteilt Goldman Sachs (GS). Nachdem chinesische und koreanische Vertreter sich Anfang Juli auf einen Yuan-Markt in Korea geeinigt haben, dürfte ein Yuan-Won-Handel in den kommenden Monaten etabliert werden. "Dies dürfte die koreanischen Yuan-Investitionen ausweiten und im Gefolge den Won gegenüber dem Dollar schwächen", sagt Goldman und verweist dabei auf die Erfahrungen mit dem Yuan-Markt in Taiwan. Angesichts des starken Handelsüberschusses mit China dürfte der Yuan-Markt rapide wachsen. Goldman schätzt, dass die Yuan-Bestände in Korea in den kommenden 18 Monaten um das Zweieinhalbfache zunehmen dürften.

Quelle: n-tv.de

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